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8. Juli 2014   Börse

Edelmetall-Investment leicht gemacht

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Edelmetalle direkt zu erwerben und zu verwahren ist nicht immer ganz einfach, unkompliziert und günstig. Als Sachwerte schlechthin gehören Edelmetallinvestments aber zu jeder ausgewogenen Depotstrategie. Einfach handelbar und kostengünstig sind dagegen sogenannte Edelmetall-ETPs, wie sie der Emittent Ophirum ETP anbietet.

Der klassische Weg eine Edelmetallinvestments, zumindest bei Gold und Silber, ist der physische Erwerb von Barren oder Münzen. Der Anleger kann hierbei auf seine Hausbank zurückgreifen, was in aller Regel der teuerste Weg sein dürfte, oder auf Händler vor Ort bzw. im Internet. Diverse Gebühren u. a. für Prägung und Transport führen zu Preisaufschlägen gegenüber dem Börsenpreis des Edelmetalls. Und hat man seinen Goldbarren erstmal in den eigenen vier Wänden, stellt sich die Frage nach der Verwahrung desselbigen. Als Ausstellungstück werden sich die wenigsten Anleger das beste Stück in die Vitrine stellen. Insofern müssen Kosten für die Anschaffung eines sicheren Tresors oder der Einlagerung in ein Bankschließfach und/oder Versicherungskosten mit eingeplant werden.

Schon beim Einkauf sollte man einen möglichen späteren Verkauf durchdenken. Wo soll der Verkauf stattfinden, und was verkauft sich leichter und mit geringeren Abschlägen: Münzen oder Barren und wenn Barren, in welcher Größeneinheit?

Es geht auch einfacher
Wem dieser ganze Prozess zu kompliziert und zu aufwendig ist, dem bietet sich noch ein weiterer Weg für ein Edelmetallinvestments: Zwar ohne steuerlichen Vorteil mangels Spekulationsfrist, jedoch einfacher und kostengünstiger als ein Direktinvestment, nämlich über sogenannte Exchange Traded Commodities (ETCs). ETCs sind Exchange Traded Funds (ETFs) – sogenannte Indexfonds, mit denen Anleger möglicherweise schon in Berührung gekommen sind – sehr ähnlich. Nur bilden ETCs statt einem Aktien- oder Rentenindex die Wertentwicklung von Rohstoffen ab, entweder über den physischen Kauf oder über Terminkontrakte. Der große Unterschied zwischen ETCs und ETFs ist, dass es sich bei ETCs um Inhaberschuldverschreibungen handelt und nicht um Fonds. Und bei Inhaberschuldverschreibungen besteht ganz grundsätzlich ein Emittentenrisiko, das bei ETCs durch eine Sicherheitshinterlegung, im Idealfall durch den physischen Rohstoff, reduziert werden kann.

Neuer Anbieter für Edelmetall-ETCs

Seit April dieses Jahres gibt es mit der Ophirum ETP GmbH einen neuen Anbieter für ETCs auf Gold, Silber, Platin sowie Palladium. Gegründet wurde die Gesellschaft von der renommierten Investmentbank Baader Bank AG zusammen mit dem Edelmetallhändler Ophirum Commodity GmbH, dessen Team sich aus Spezialisten aus dem Bereich Edelmetalle und Strukturierung von Wertpapieren zusammensetzt.

Ophirum verzichtet bei den angebotenen ETCs darauf, Anlegern Managementfees, Ausgabeaufschläge, Verwahrungskosten und Versicherungskosten in Rechnung zu stellen. Dadurch partizipieren Anleger beinahe 1:1 an der Wertentwicklung des Edelmetalls. Trotz schlanker Kostenstruktur ergibt sich aber ein, wenn auch geringer, Tracking Error zur Entwicklung des Basiswertes. Im Gegensatz zu ETCs einiger anderer Anbieter sind die gekauften Anteile laut Ophirum zu 100 % physisch durch das jeweilige Edelmetall in Deutschland hinterlegt und nicht – auch nicht teilweise – durch Finanzinstrumente wie Futures oder ähnliche Kontrakte. Die verbrieften Edelmetalle der Ophirum-ETCs liegen laut Unternehmensangaben in einem deutschen Hochsicherheitstresor, die Barren werden außerdem, so Ophirum, garantiert nicht be- oder verliehen. Handelbar sind die Inhaberschuldverschreibungen an den Börsen Frankfurt, München sowie Berlin und außerbörslich über zahlreiche Online-Broker.

Interessant bei dem von Ophirum angebotenen Gold ETC ist, dass sich Anleger die hinterlegten Barren bei der Erstauslieferung kostenfrei und sicher nach Hause liefern lassen können (siehe hierzu auch unseren Hinweiskasten unten mit einer aktuellen Urteilsbesprechung zur Goldauslieferung). Ob und in welcher Höhe die Depotbank Gebühren für die Übermittlung der Ausübungserklärung sowie die Inhaberschuldverschreibung an die Zahlstelle erhebt, muss der Anleger mit der depotführenden Bank selbst klären. Ein ETC-Anteil verbrieft 0,5 Gramm eines 100-Gramm-Goldbarrens, ab 200 ETP-Anteilen, oder einem ganzzahligen Vielfachen davon, ist die Auslieferung möglich. Dabei wird immer die kleinstmögliche Stückzahl an Barren ausgeliefert, aufgeteilt in 100-Gramm-, 500-Gramm- und 1-Kilo-Barren.

Ophirum-ETCs auf… ISIN
Gold DE000A11QDW6
Silber  
DE000A11QDX4
Platin  
DE000A11QDY2
Palladium  
DE000A11QDZ9

 

Risiken gibt es auch
Edelmetall hin oder her, krisenresistenter Sachwert hin oder her: Wer in Edelmetalle unter Anlagegesichtspunkten investiert, und die stehen bei einem Investment in ETCs sicher im Vordergrund, dem muss klar sein, dass der über die Börse ermittelte Marktwert schwanken kann. Das Edelmetall Gold notiert derzeit beispielsweise ca. 34 % unter seinem Höchststand aus dem Jahr 2011.

Da Gold sowie die drei anderen hier angeführten Edelmetall-ETCs in US-Dollar gehandelt werden, unterliegen die in Euro gehandelten Wertpapiere auch einem Fremdwährungsrisiko, wenn der US-Dollar gegenüber dem Euro abwertet.

Und schließlich handelt es sich bei ETCs um Inhaberschuldverschreibungen. Damit besteht ein Emittentenrisiko für den Fall, dass der Herausgeber der Schuldverschreibung in die Insolvenz schlittert.

Gute Alternative
Mit den neuen ETCs von Ophirum wurde der Wettbewerb auf dem Markt der börsengehandelten Edelmetall-Inhaberschuldverschreibungen belebt. Die Edelmetall-ETCs stellen eine gute Alternative zu bereits existierenden Angeboten anderen Anbietern dar. Wer also ein Edelmetall-Direktinvestment scheut und ein liquideres Investment bevorzugt, ist mit ETCs, die garantiert zu 100 % physisch hinterlegt sind, gut beraten. Und wer sein Gold-Investment später doch selbst in die Hand nehmen möchte, kann das dank kostenloser Erstauslieferung ganz unproblematisch nachholen.

 

Wichtiges Urteil für Goldanleger:

2009 hatte ein Anleger Inhaberschuldverschreibungen erworben, bei der jeder Anteil ein Gramm Gold verbriefte und den Anspruch, im Tausch gegen das Wertpapier die Lieferung des verbrieften Goldes zu erhalten. Im Jahr 2011 machte der Anleger von diesem Lieferanspruch mehrmals Gebrauch. Seine Bank – der Auffassung der Finanzverwaltung folgend – wertete die Auslieferung des Goldes als Einkünfte aus Kapitalvermögen und wies daher in der Erträgnisaufstellung entsprechende steuerpflichtige Erträge aus. Der Anleger klagte dagegen und vertrat die Ansicht, dass lediglich die spätere Veräußerung des Goldes zu einem steuerpflichtigen Gewinn führe, sofern der Verkauf innerhalb der gesetzlichen Haltefrist von einem Jahr erfolge. Der Verkauf von Gold ist steuerfrei, solange es länger als ein Jahr gehalten wird.

Das Finanzgericht Münster gab dem Kläger Recht. Denn die Rückgabe der Inhaberschuldverschreibung stelle keine Veräußerung dar, da es an einer Kapitalforderung fehle. Vielmehr führe die Rückgabe der Inhaberschuldverschreibung zum Untergang der Schuldverschreibung, im Gegenzug werde die Emittentin mit der Auslieferung des Goldes von ihrer Leistungsverpflichtung befreit. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache ist allerdings eine Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.

 

Carolyn Friesl, Redaktion AnlegerPlus



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