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5. März 2018   INVESTMENT

Anzahl der Aktienanleger steigt

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10 Millionen Deutsche hielten 2017 ein Aktieninvestment, 1,1 Millionen mehr als noch im Jahr zuvor. Nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts ist dies der stärkste Zuwachs seit fünf Jahren. Eine Entwarnung bedeutet dies nach Angaben des aktuellen Berichts der Interessenvereinigung aber nicht.

Mit 10,1 Millionen befand sich Ende 2017 die Zahl der Aktionäre und Besitzer von Aktienfonds auf einem 10-Jahreshoch. Dies entsprach einem Anteil von 15,7 % der Bevölkerung über 14 Jahre und erreichte somit den Stand vor der Finanzkrise. Im Vergleich zum Vorjahr stieg 2017 die Zahl der Aktienanleger um 1,1 Millionen Bundesbürger. Wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) mitteilte, blieb die Struktur der Aktienanlagen konstant. 11,2 % der Deutschen (7,2 Millionen) haben sich für einen Aktien- und/oder Mischfonds entschieden, ein direktes Investment als Aktionär hielten 7,7 % (4,9 Millionen) und 3,1 % (2,0 Millionen) bevorzugen eine Kombination der beiden Varianten.

Der positive Trend hin zu Aktienfonds hat an Stabilität gewonnen. Insgesamt besaßen zum Ende des vorigen Jahres 4,2 Millionen Bürger in Deutschland reine Aktienfonds, während 2,1 Millionen explizit auf Mischfonds setzen. Rund 872.000 Investoren fuhren zweigleisig. Innerhalb der Gruppe der Direktanleger waren insgesamt 1,3 Millionen ausschließlich Belegschaftsaktionäre bzw. haben teilweise Aktien ihres Arbeitsgebers im Portfolio während knapp 3,7 Millionen ausnahmslos Aktien anderer Unternehmen halten.

                                                Quelle: Deutsches Aktieninstitut / Stand: Februar 2018

Die meisten Aktienanleger sind über 50

Nicht nur die Struktur der Aktienanlagen bliebt innerhalb des Anstiegs stabil, auch die Demographie war diesbezüglich konstant. Die größte Affinität für Wertpapieranlagen haben 50- bis 59-Jährige, 20,8 % von ihnen sind Aktienanleger. Auch 40- bis 49-Jährige (19,2%) und Über-60-Jährige (16,3 %) sind stark vertreten, wohingegen nur 10,5 % der Deutschen im Alter von 14 bis 39 in Wertpapiere investiert.

In absoluten Zahlen bilden Aktienanleger über 60 mit 3,5 Millionen die stärkste Gruppe, die 2017 zudem den größten Zuwachs von knapp 400.000 verzeichnete. 240.000 mehr jüngere Bundesbürger bis 39 Jahre kauften Aktien und setzten somit in dieser Altersgruppe die verhaltene Entwicklung der Vorjahre fort.

                                                Quelle: Deutsches Aktieninstitut / Stand: Februar 2018

Einseitiger Motor für positiven Trend

Aus den soziodemographischen Daten lässt sich laut DAI ferner ableiten, dass die Mehrheit der Aktienanleger offenbar überdurchschnittlich gut verdient. Rund 4 Millionen von ihnen verfügen über ein monatliches Haushaltsnettoeinkommen von über 4.000 Euro, 2,6 Millionen liegen im Bereich 3.000 bis 4.000 Euro. Ein weiterer auffälliger Aspekt ist der Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland. Im Westen lag der Anteil der Aktienanleger bei 16,9 % und nahm 2017 um 12,9 % zu. Im Osten dagegen waren es nur 11,2 % der Bürger, der Zuwachs betrug lediglich 7,8 %.

Insgesamt wird bei den vorliegenden Daten die Korrelation von Alter, Einkommen, West-Ost-Gefälle und Aktienanlage deutlich. Das eingangs erwähnte Plus von 1,1 Millionen Anlegern im Jahr 2017 konzentrierte sich auf Personen, die über 50 Jahre alt sind (+978.000), ein monatliches Haushaltsnettoeinkommen von über 3.000 Euro haben (+1 Million) und aus dem Westen stammen (+978.000).

                                                Quelle: Deutsches Aktieninstitut / Stand: Februar 2018

Kein Grund zur Entwarnung

Die positive Entwicklung reicht nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts bei Weitem nicht zu Freudensprüngen. Im Vergleich zu anderen Industrienationen ist die Aktienakzeptanz hierzulande nämlich nach wie vor gering. Es stellt sich zudem die Frage, ob das gestiegene Interesse an Anlageformen mit Aktien hauptsächlich auf die extrem niedrigen Zinsen einerseits und die guten Kursentwicklungen andererseits zurückzuführen ist. Ändern sich diese aktuellen Gegebenheiten, wie es aktuell den Anschein hat, könnte das Interesse an alternativen Anlagen durchaus wieder steigen.

Das DAI, der Interessenverband von Unternehmen und Institutionen, die am deutschen Kapitalmarkt aktiv sind, sieht daher die Politik in der Pflicht. Er fordert, die Rahmenbedingungen für die Aktienanlage so zu gestalten, dass es attraktiv ist, in Aktien anzulegen. Zudem sollen breitere Anlegerkreise – insbesondere Jüngere und Menschen mit niedrigerem Einkommen – dabei stärker erreicht und unterstützt werden. Die vorliegende Studie nennt mehrere konkrete Ansatzpunkte zur Verbesserung des Aktiensparens, unter anderem das System der Altersvorsorge, die Versteuerung der Gewinne aus Aktien und die Regelungen zur Wertpapierhaltung.

>> Hier geht’s zur ausführlichen Studie des DAI

Birgit Paintner



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