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30. Mai 2012   Wirtschaft

Auf und Ab

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Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Mai 2012 stark gefallen, er stürzte gegenüber April um drei Punkte auf 106,9. Die Erwartungen haben sich deutlich eingetrübt, obwohl das Statistische Bundesamt im Mai erneutes Wirtschaftswachstum vermelden konnte.

Erstmals seit November 2011 ist der ifo Geschäftsklimaindex gefallen: Er stürzte im Mai 2012 von 109,9 Punkten (April 2012) auf 106,9 Punkte. Die Beurteilungen der Unternehmen zur aktuellen Lage und den Erwartungen für die nächsten sechs Monate fallen einheitlich negativ aus. Insbesondere die Einschätzung der aktuellen Lage ist im Verarbeitenden Gewerbe, dem Groß- und Einzelhandel sowie dem Bauhauptgewerbe ist eingebrochen und die Beschäftigtenpläne seien erstmals seit Monaten mehrheitlich defensiv ausgerichtet, teilt ifo-Chef Hans-Werner Sinn mit.

Dabei hat sich die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2012 wieder verbessert: Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preis-, saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem vierten Quartal 2011 um 0,5 %. Dieser Anstieg erfolgte auf den ersten Dämpfer, den das deutsche BIP seit Beginn der Wirtschaftskrise 2009 hinnehmen musste – im vierten Quartal 2011 war das BIP erstmals um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal gesunken. Auch im Vorjahresvergleich konnte die Wirtschaftsleistung wieder zulegen. Das preisbereinigt BIP war im ersten Quartal 2012 um 1,7 % höher als im ersten Quartal 2011. Kalenderbereinigt ergibt sich aufgrund des Schaltjahrs ein etwas geringerer Anstieg von 1,2 %.

Insgesamt seien die positiven Impulse vor allem den Exporten zuzuschreiben, so Destatis. Es wurden im ersten Quartal 2012 preisbereinigt 1,7 % mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als im Schlussquartal 2011. Die Importe blieben auf einem Niveau, so dass der Außenbeitrag das BIP mit 0,9 Prozentpunkten stützte. Der Außenbeitrag ist die Differenz aus Exporten und Importen eines Landes. Aus dem Inland verzeichnete Destatis unterschiedliche Signale. Im ersten Quartal 2012 stiegen zwar die privaten (+0,4 %) und die staatlichen Konsumausgaben (+0,2 %) im Vergleich zum Vorquartal – gleichzeitig gingen aber die Investitionen in Ausrüstungen (-0,8 %) und Bauten (-1,3 %) zurück und auch der Abbau von Vorräten wirkte sich mit -0,4 % negativ auf das Wirtschaftswachstum aus. Daraus ergibt sich laut Destatis insgesamt ein leicht negativer Effekt auf das BIP von -0,3 %.

Dieses leichte Wirtschaftswachstum von 0,5 % im ersten Quartal 2012 gegenüber dem Vorquartal hat sich laut dem ifo Geschäftsklimaindikator jedoch nur beim Dienstleistungsgewerbe bemerkbar gemacht. Dort stieg der Indikator sogar ordentlich um 2,4 Punkte auf 24,8 Punkte im Mai 2012 an. Im Vergleich zu April wird die aktuelle Lage deutlich besser eingeschätzt und auch für die nächsten sechs Monate sind die Unternehmen zuversichtlicher als zuvor. Insgesamt stünde die deutsche Wirtschaft jedoch „unter dem Eindruck der in letzter Zeit gestiegenen Unsicherheit im Euroraum“, schreibt Hans-Werner Sinn in seiner Mitteilung zum ifo Geschäftsklima. Nun warten alle mit Spannung auf die nächsten Wahlen in Griechenland.

Stephanie Wente, Redaktion AnlegerPlus



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