12. Oktober 2016   Investment

Beindruckende Erfolgsgeschichte

RATIONAL

Gute Produkte, stetiges Wachstum, steigende Gewinne. Der Spezialist für Großküchengeräte beeindruckt seit Jahren mit soliden Zahlen. Die Aktie hat aber bereits stolze Höhen erklommen.

Die guten Geschäftszahlen und das Vertrauen der Investoren in das Management machten es möglich: Binnen zwei Jahren hat sich die RATIONAL-Aktie auf derzeit 448 Euro fast verdoppelt, binnen fünf Jahren sogar verdreifacht. Seit März 2003 steht ein Kursplus von fast 600 % zu Buche.

Wachsendes Exportgeschäft

Fundamental läuft es bei RATIONAL rund: Der Konzernumsatz stieg 2015 um 15 % auf 564,2 Mio. Euro. Dabei half einerseits der schwächere Euro gegenüber dem US-Dollar. Andererseits war RATIONAL mit seinen „Cooking Centern“ im Ausland erfolgreich. Die RATIONAL-Geräte werden in Großküchen, Kantinen und Mensen eingesetzt, immer häufiger aber auch in Hotels, Restaurants und Coffee-Shops. Sowohl in Nordamerika als auch in Asien wächst der Absatz. RATIONAL sieht sich im Geschäftsfeld der „thermischen Speisenzubereitung“ als Weltmarktführer, laut Management liegt der globale Marktanteil bei 54 %.

Vager Geschäftsausblick
Bei den Erträgen sieht es ähnlich gut aus: RATIONAL verbesserte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 2015 um 10 % auf 160,2 Mio. Euro, unter dem Strich um 11 % auf 121,8 Mio. Euro. Beim Ausblick hält sich das Management aber wie gewohnt zurück: Geplant sei „eine Fortsetzung des bisherigen Wachstums bei Absatz, Umsatz und Ebit“

Dank guter Geschäfte in Deutschland und den USA sowie einer leichten Erholung in Russland liefen die Geschäfte auch im zweiten Quartal gut. Der Umsatz kletterte um 9 % auf 147,4 Mio. Euro. Bremsend auf die Rendite wirkte allerdings die Schwäche des britischen Pfunds und vieler Währungen von Schwellenländern. Im zweiten Quartal ging deshalb die EBIT-Marge leicht zurück von 28,7 % in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 auf nun 28,1 %.

Stetig steigende Dividende
Von der guten Geschäftslage profitieren auch die RATIONAL-Anleger. Sie können sich über regelmäßige Dividenden freuen: Für 2015 gab es im Mai 7,50 Euro je Aktie, nach 6,80 Euro im Jahr zuvor und 6,00 Euro in 2013. Die Gewinnbeteiligung entspricht etwa drei Viertel des Jahresgewinns des Unternehmens.

Und in Zukunft? Vorstandschef Peter Stadelmann will weiterhin im einstelligen Prozentbereich wachsen. Neue Produkte des Herstellers von Großküchengeräten dürften sich in den kommenden Monaten leicht positiv auf den Umsatz auswirken. Die Marge für das neue „SelfCookingCenter XS“ ist aber niedriger als bei anderen Produkten. Zudem wird es derzeit preislich günstiger angeboten und könnte die Verkaufszahlen des bisherigen Flaggschiffs „SelfCookingCenter“ schmälern.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 38 für 2016 ist die Aktie bereits hoch bewertet. Umso wichtiger ist es mit Blick auf die weitere Kursentwicklung und der Vermeidung einer Korrektur, dass die künftigen Geschäftszahlen die Erwartungen treffen.

Interview mit Dr. Axel Kaufmann, Finanzvorstand der RATIONAL AG

„Wir erwarten eine Fortsetzung des Wachstumskurses der vergangenen Jahre.“

AnlegerPlus: Fundamental läuft es bei RATIONAL rund. Wie sehen Ihre Ziele für die nächsten Jahre aus?
Dr. Axel Kaufmann: Wir haben in den vergangenen Jahren sehr intensiv in die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen, den Ausbau der Vertriebskapazitäten und die Erweiterung unserer Infrastruktur investiert. Wir tun dies, um in Zukunft noch mehr Menschen in den Profiküchen auf der ganzen Welt zu helfen, Speisen besser und effizienter zu garen. Deshalb erwarten wir eine Fortsetzung des Wachstumskurses der vergangenen Jahre.

Welchen Umsatzanteil wollen Sie mittelfristig in den USA erreichen?

Die USA sind für uns der Markt mit dem größten noch nicht ausgeschöpften Marktpotenzial und stehen auf der Prioritätenliste ganz oben. Nach der überdurchschnittlichen Entwicklung der letzten Jahre machen wir dort inzwischen in der Gruppe einen Umsatzanteil von etwas mehr als 10 %. Wir können uns vorstellen, dass dieser mittelfristig auf 20 % oder sogar noch etwas höher ausgebaut werden kann.

Wo sehen Sie andere wichtige Zukunftsmärkte und ist China einer davon?
Wir sehen in allen Regionen der Welt noch großes Potenzial. Gründe sind neben dem Ersatzgeschäft auch der Trend zum Zweit- oder Drittgerät sowie der zunehmende Einsatz unserer Geräte bei neuen Kunden wie Supermärkten oder Snack- und Backshops. China ist wegen der absoluten Größe einer der wichtigsten Zukunftsmärkte. Aufgrund der landestypischen Ess- und Gargewohnheiten ist die Marktdurchdringung aber etwas mühsamer und langwieriger. Deshalb steht China nicht ganz oben auf unserer Prioritätenliste.

Sind Sie davor geschützt, dass die Abwertungen vieler Währungen Ihre EBIT-Marge weiter belasten wird?
In einzelnen Jahren ist eine Belastung durch negative Währungseffekte immer möglich. 2015 hatten wir wegen der Euroschwäche einen deutlich positiven Ergebnisbeitrag. Das hat sich aber in den letzten Jahren in etwa ausgeglichen. Einen Teil unserer Währungsrisiken sichern wir ab, um diese Effekte zu glätten.

Wie wichtig sind neue Produktentwicklungen in Ihren Märkten?

Neue Produkte und Dienstleistungen sind vor allem in Märkten wichtig, in denen unsere Technologie bereits stark etabliert ist. Hier ist unsere Hauptaufgabe, den Kunden die Combi-Dämpfer-Technologie zu erklären und sie von der Überlegenheit gegenüber traditionellen Gargeräten zu überzeugen.

Thomas Müncher, Redaktion AnlegerPlus