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2. März 2017   Börsenspiel

Das Sieger-wikifolio

Aktienstrategie

Mit seinem wikifolio „Börsenbriefempfehlungen nutzen“ (WF00ESI893) belegte Helmut Becker beim Börsenspiel „SdK Trader 2016“ mit einer beeindruckenden Performance von 140 % in 259 Tagen den ersten Platz. Im Interview erklärt der erfahrene Positionstrader seine bewährte Handelsstrategie.

AnlegerPlus: Herr Becker, mit welcher Intention haben Sie im Januar 2014 das wikifolio „Börsenbriefempfehlungen nutzen“ erstellt?

Helmut Becker: Ich möchte Anlegern zeigen, wie sie an der Börse nahezu unabhängig von der DAX-Entwicklung hohe Kursgewinne erzielen können. Das Interesse an meiner Tradingmethode ist groß – dies geht aus den vielen Zuschriften hervor, die ich erhalte. Daher will ich meine Erfahrungen breit publizieren.

Ihre Tradingmethode bezieht nur deutsche Nebenwerte mit ein, warum?
Die Performance deutscher Nebenwerte hängt, anders als bei DAX-Titeln, nicht so stark von der Entwicklung des Gesamtmarktes ab. Außerdem sind die Chancen auf hohe Kursgewinne bei Nebenwerten deutlich größer als bei den Bluechips.

 

„Die Kunst besteht darin, Informationen sehr schnell zu verarbeiten und dabei auch auf das Bauchgefühl zu achten, um möglichst oft gute Handelsentscheidungen zu treffen.“

Helmut Becker, Depotmanager des wikifolios >>Börsenbriefempfehlungen nutzen<<

 

In der Tat, Ihr wikifolio hat inzwischen beeindruckende 1.400 % Performance erzielt. Was sind die Ihre Erfolgsfaktoren?
Zu meinen Fähigkeiten zählt, Kaufempfehlungen in Börsenbriefen und Anlegermagazinen richtig bewerten zu können. Allerdings treffe ich meine Handelsentscheidungen nicht ausschließlich aufgrund von Kaufempfehlungen, sondern auch basierend auf meiner langjährigen Erfahrung als Positionstrader.

Mit meinen Käufen möchte ich stets ein positives Momentum nutzen, das durch Kaufempfehlungen oder einen erfreulichen Newsflow entsteht. Ich erwarte also einen kurzfristigen Kursanstieg, wenn ich eine Aktie in mein wikifolio aufnehme. Liege ich mit meiner Einschätzung falsch, verkaufe ich den Anteilschein – auch dann, wenn das jeweilige Unternehmen mit guten Wachstumsperspektiven überzeugt. Daher sind meine Verluste immer sehr gering. Des Weiteren belasse ich während unsicherer Börsenphasen nur die Langfristpositionen in meinem wikifolio, die derzeit insgesamt mit circa 20 % gewichtet sind.

Und welche Faktoren berücksichtigen Sie noch im Rahmen Ihrer Handelsstrategie?
Ich schaue auf die Charts, die Umsätze in den Aktien während der jeweils zurückliegenden Handelstage, das aktuelle Orderbuch auf Xetra, die neuesten Unternehmensmeldungen und die Fundamentaldaten. Außerdem weiß ich dank meiner Erfahrung als Positionstrader, wie die Kurse der jeweiligen Nebenwerte bislang auf positive Unternehmensnachrichten beziehungsweise Kaufempfehlungen reagiert haben. Die Kunst besteht darin, die Informationen sehr schnell zu verarbeiten und dabei auch auf das Bauchgefühl zu achten, um möglichst oft gute Handelsentscheidungen zu treffen.

Für Ihr wikifolio haben sich Tausende Anleger vorgemerkt, die insgesamt mehr als 1,7 Mio. Euro investieren möchten. Warum ist es noch nicht investierbar?
Das riesige Interesse an meinem wikifolio macht es für mich schwierig, es investierbar zu machen. Sobald ein wikifolio investierbar ist, berücksichtigt der Börsenmakler Lang & Schwarz beim Kauf und Verkauf von Aktien nicht das virtuelle Kapital in dem jeweiligen wikifolio, sondern das in das darauf basierende Zertifikat investierte Kapital. Gerade bei marktengen deutschen Nebenwerten wirkt sich dies negativ auf die von Lang & Schwarz gestellten An- und Verkaufskurse aus. Würden Anleger beispielsweise in ein Zertifikat, das die Wertentwicklung meines wikifolios abbildet, 1,5 Mio. Euro investieren, dann könnte ich zwar durchaus 10 % des Depotvolumens, also rund 15.000 Euro, in einen marktengen Small Cap investieren – allerdings nur zu einem relativ hohen Kurs, den Lang & Schwarz normalerweise bei einer 150.000-Euro-Order stellen würde.

 

Interview: Martin Münzenmayer