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18. April 2012   Wirtschaft

Deutscher Maastricht-Schuldenstand

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Die deutschen Staatsschulden haben sich 2011 gegenüber dem Vorjahr um 32 Mrd. Euro erhöht. Die Schuldenquote sank jedoch um 1,8 Prozentpunkte.

Wie die Deutsche Bundesbank mitteilt, hat sich der deutsche Schuldenstand 2011 gegenüber 2010 um 32 Mrd. Euro erhöht. Zum Jahresende haben die deutschen Staatsschulden in der Abgrenzung gemäß dem Maastricht-Vertrag rund 2,09 Bio. Euro betragen. Das entspricht 81,2 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP), wie vorläufige Berechnungen der Bundesbank ergaben. Zur Berechnung der Staatsschulden werden Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen einschließlich der zuzurechnenden Extrahaushalte zusammengefasst. Entgegengesetzt zum Anstieg des Schuldenstands sank die Schuldenquote um 1,8 Prozentpunkte. Die Bundesbank begründet das durch das relativ stärkere nominale BIP-Wachstum.

Die direkten Einflüsse der Finanz- und der Staatsschuldenkrise auf den Schuldenstand waren im vergangenen Jahr gegenläufig. Durch die Rückführung von Finanzmarktstützungsmaßnahmen ging der Schuldenstand 2011 per saldo um 17 Mrd. Euro zurück. Insbesondere die Rückzahlung von Eigenkapitalhilfen habe dazu beigetragen, so die Bundesbank. Allerdings belastete sich Deutschland durch Hilfsmaßnahmen für Eurostaaten. Deshalb stieg die Verschuldung gleichzeitig um 14 Mrd. Euro durch Vergabe von Hilfskrediten an die Eurostaaten.

Gemäß vorläufigen Ergebnissen beliefen sich die seit 2008 kumulierten Effekte von Finanzmarktstützungsmaßnahmen auf den Schuldenstand auf 291 Mrd. Euro. Das entspricht 11,5 % des BIP. Die Stützungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Staatsschuldenkrise im Euroraum machten rund 20 Mrd. Euro des Schuldenstandes aus. Das sind 0,8 % des BIP. Die Bundesbank weist in einem abschließenden daraufhin, dass der Schuldenstand wieder zurückgehen wird, sobald die Hilfskredite zurückgezahlt würden. Angesichts der aktuellen Lage gehen wir allerdings nicht davon aus, dass das so schnell passieren wird. Dementsprechend bedenklich finden wir die Entwicklung des Schuldenstandes der letzten Jahre:

Stephanie Wente, Redaktion AnlegerPlus