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31. Oktober 2011   Börse

Die QSC AG - ein Technologieunternehmen für den Mittelstand

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QSC - fast genauso kryptisch wie die Begriffe aus der neuen Welt, so wie ITTK (die Verbindung von Telefon, Internet und Datenverarbeitung in einer Hand), Cloud Computing, NGN (Next Generation Network) und Managed Outsourcing, klingt der Name eines bodenständigen Unternehmens aus Köln.

QSC (ISIN DE0005137004) hat es geschafft, sich nach dem Platzen der Internetblase solide aufzustellen und nach der großen Investitionsphase in den letzten Jahren kontinuierlich zu wachsen und aus dem Cashflow per 31.12.2010 alle Schulden zu tilgen, sodass eine positive Netto-Cash-Position entstanden ist. Man ist jetzt in der Lage, mit dem Erwerb von IP Partner AG und der INFO AG die Phase zwei des Wachstums einzuläuten. Mit diesen starken Tochterunternehmen wird es in der Lage sein, dem Mittelstand ein Full-Service-Angebot zu unterbreiten, Telefonie, Internet, Datenverarbeitung oder mit den angelsächsischen Begriffen ausgedrückt Voice over IP, Managed Outsourcing für Hosting und Housing Services.

Strategie von QSC
QSC ist als Reseller von Telekommunikationsleistungen in den Markt gestartet. Mit eigenen DSL-Leitungen, frühzeitigen Investitionen in das Next Generation Network (NGN) und einer virtuellen Telefonnebenstellenanlage konnten schnell Kunden gewonnen werden, die im Endkundengeschäft tätig waren, aber über kein eigenes Netz verfügten. Dazu gehören auch Call-by-Call- und Preselection-Anbieter. Der Telefonverkehr vieler Kabelnetzbetreiber wurde und wird auch über das QSC-Netz abgewickelt.
Inzwischen sind das Call-by-Call-Geschäft und auch das Preselection-Geschäft stark rückläufig, sodass neue Umsatz- und Ertragschancen gesucht werden mussten und tatsächlich auch gefunden wurden. Dies ist in der Wertschöpfungskette vor allem der Mittelstand im TK-Bereich gewesen. Da TK und IT zunehmend von einer Person in den Mittelstandsunternehmen verantwortet werden, versucht QSC, sein Share of Pocket des Kunden in Richtung IT (Datenverarbeitung) zu erhöhen.
Mit den Akquisitionen der INFO AG und IP Partner AG wird dieser Weg konsequent angegangen. Die INFO AG soll über die kompetenten Mitarbeiter verfügen, die IT-Beratung und Software-Entwicklung für den Mittelstand nach vorne bringen können. Sie sind sowohl Preferred Partner von Microsoft als auch von SAP.
Die IP Partner AG bringt die Rechenzentren mit ein, sodass die Server inkl. Back-up, Wartung und Auslastung der Mittelstandskunden standortweise konzentriert werden können. Cloud Computing oder wie es bei QSC heißt, Q-Loud-Computing wird somit möglich und konkret.

Mit den beiden neuen Töchtern deckt QSC den ITTK-Markt soweit ab, dass als echter Wettbewerber inzwischen nur noch die T-Systems (Deutsche-Telekom-Tochter) infrage kommt. Diese konzentriert sich jedoch auf das internationale Geschäft mit Größtkunden (DAX 30 etc.), sodass für QSC und den deutschen Mittelstand viel Platz für Wachstum bleibt. Die Margen dieses neuen Geschäfts bewegen sich zwischen 15–20 %, also in etwa auf dem Level des bisherigen Geschäfts und sollen insgesamt langfristig auf 25 % gesteigert werden. Statt Investitionen in Technik ist jetzt jedoch vorrangig Mitarbeiterqualifikation vonnöten. Im Kaufpreis von ca. 80 Mio. Euro zusammen für die beiden Firmen hat sich das insoweit niedergeschlagen, als rund 50 % für immaterielle Vermögensgegenstände wie Kundenstamm, Marke, Software und Firmenwert/Geschäftswert ausgegeben wurden.
Kundenseitig wurde inzwischen als Kunde die DATEV gewonnen, die Firma, über die die meisten Buchhaltungen von Mittelstandsfirmen in Deutschland laufen. Dies sollte ein sehr positives Signal in den Markt senden, da die DATEV sehr strenge Anforderungen an die Datensicherheit und Verarbeitungsqualität stellt.

Vorzeigbare Zahlen
In Zeiten von Schuldenkrise, Gewinnwarnungen und Zukunftsängsten ist es gut zu hören, dass es auch anders geht. Der Gewinn der QSC AG hat sich 2010 von 5,5 auf 24,5 Mio. Euro vervierfacht. Erstmals wurde für 2012 ein nennenswerter Dividendenvorschlag (über 3–4 Cents je Aktie, Analystenkonsensus zwischen 9 und 10 Cents) angekündigt, der bei dem erwartet hohen Free Cashflow von 35 bis 45 Mio. Euro 2011 dann 2012 finanzierbar sein sollte, ohne das Wachstum zu gefährden. Bei nunmehr nur 35 Mio. Euro Investitionen p.a. bleibt da ja noch etwas übrig, zudem wird der Free Cashflow in 2012 weiter wachsen.
Im Netz, das in den letzten Jahren aufgebaut worden ist und viel Geld gekostet hat, bleiben für die absehbare Zukunft genügend Kapazitäten, um viele neue Kunden zu bedienen. Die Investitionen werden sich also schwerpunktmäßig in den IT-Bereich verlagern.

Am 6.10.2011 hat QSC in Hamburg eine Analysten-Konferenz abgehalten. Dort wurde verkündet, dass der Umsatz bis 2016 auf 800 Mio. Euro bis 1 Mrd. Euro (+580 Mio. Euro gegenüber 2010) wachsen soll, sich also mehr als verdoppeln soll. Gleichzeitig soll die EBITDA-Marge auf 25 % steigen. Das würde gegenüber dem EBITDA von 2010 mit 78 Mio. Euro mehr als eine Verdreifachung auf 200–250 Mio. Euro bedeuten.
Im Endergebnis heißt das: „Nicht kleckern, sondern klotzen“!

Die Aktie mit hohem Wachstumspotenzial
Das sind Nachrichten, die sich sehr positiv auf den Aktienkurs auswirken sollten. Bei QSC ist da noch Platz nach oben. Der Kurs der QSC-Aktie hat sich in einem Jahr von 1,70 Euro auf knapp 2,40 Euro um fast 50 % verbessert. Darin ist ein Rückgang vom Drei-Jahres-Hoch von 3,40 Euro vom Anfang des Jahres 2011 verkraftet. In den abgelaufenen Monaten des Jahres 2011 entwickelte sich die QSC-Aktie stark volatil zwischen 3,72 Euro und 1,95 Euro. Der Rückgang im Frühjahr ist wohl auf die Auflösung eines geschlossenen „Baker-Fonds“ zurückzuführen, bei dem die Anteilseigner nach über zehn Jahren mit 8 Mio. Aktien Kasse gemacht haben. Inzwischen hat der Markt diesen Verkauf jedoch verkraftet. Ob Baker demnächst von den noch gehaltenen gut 18 % (= 25 Mio. Aktien) weitere verkaufen wird, war nicht zu erfahren. Ein Aktionär aus Hamburg bot sich an, derartige Transaktionen zukünftig kursschonender durchführen zu können. Man solle ihn vorher fragen.
Inzwischen scheint sich die Aktie trotz schlechtem Börsenumfeld wieder langsam zu erholen. Langfristig orientierte Anleger mit stabilem Nervenkostüm steigen jetzt ein!

Redaktion AnlegerPlus



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