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21. Januar 2013   AnlegerPlus News

Editorial

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Liebe Leserinnen und Leser,

seit dem 15.12.2012 ist es amtlich: Das „First Quotation Board“ an der Frankfurter Wertpapierbörse ist geschlossen. Aktien von Gesellschaften, die sich anspruchsvolleren Transparenz- und Publizitätsvorschriften nicht unterwerfen wollten oder konnten, werden seitdem nicht mehr gehandelt. Das ist gut für den Kapitalmarkt, da so manch dubiose Unternehmung keine Aufmerksamkeit mehr genießen kann und auch keine ahnungslosen Anleger in potenziell wertlose Aktien gedrängt werden können.

Freimakler wittern Geschäfte
Für Anleger, die Aktionäre der einen oder anderen gedelisteten Aktiengesellschaft sind, ist die Situation bislang aber weniger erfreulich. Sie können ihre Aktien eben nicht mehr über die Börse verkaufen. Doch das dürfte sich bald ändern. Freimakler wie die Schnigge Wertpapierhandelsbank AG oder die Valora Effekten Handel AG beginnen damit, Kurse für einige der Aktien, die ihre Börsenheimat verloren haben, im Telefonhandel zu stellen. So können beispielsweise Anteile der innovation.punks AG jetzt bei Schnigge gehandelt werden, bei Valora findet man Kursstellungen unter anderem für die Autev AG oder die Gebrüder Röders AG.

Hohe Spannen
So schön es sich für Aktionäre exotischer (Klein-)Unternehmungen auch anhört, dass wieder eine Handelsmöglichkeit besteht: Ganz ohne Haken ist die Sache nicht. Zum einen sind die Kursspannen, also der Abstand zwischen Geld- und Briefkurs, bei den im Telefonhandel verfügbaren Gesellschaften sehr groß – zum anderen sind die verfügbaren Aktienstückzahlen meist ziemlich gering. Grund hierfür ist, dass die Freimakler für ihre Handelsunterstützung nicht von den Unternehmen beauftragt oder bezahlt werden und die Handelsunternehmen somit vorwiegend von der Spanne zwischen Geld- und Briefkurs leben müssen.

Ausbau wahrscheinlich
Dennoch besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass die Freimakler die Zahl der von ihnen betreuten Gesellschaften ausbauen. Es ist zu hoffen, dass auf diesem Weg auch Aktionäre weiterer Gesellschaften, wie zum Beispiel die der Studio Babelsberg AG, wieder eine Möglichkeit geboten bekommen, ihre Stücke über eine Handelsplattform kaufen oder verkaufen zu können. Profitieren werden auf alle Fälle die Handelshäuser selbst, denen künftig deutlich mehr Aufmerksamkeit zuteilwerden dürfte.

 

Daniel Bauer, Vorstandsmitglied der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.



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