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17. März 2011   Börse

Gegenwind für Deutsche Börse?

Fotolia8459980S mit BU

US-Medien berichten, dass die Nasdaq OMX eine Gegenofferte für die NYSE Euronext plane. Der Deutsche Börse AG dürfte dies kaum schmecken. Stünde der eigene geplante Zusammenschluss mit der Wallstreet dann doch auf der Kippe.

Muss die Deutsche Börse erneut eine Niederlage in einer Übernahmeschlacht einstecken? Die Reihe der Misserfolge würde sich damit fortsetzen. In den Jahren 2000 und 2005 war die Deutsche Börse an der Übernahme der London Stock Exchange gescheitert, 2006 misslang die Fusion mit der Vierländer-Börse Euronext. Mit einer Gegenofferte der Nasdaq könnte nun auch die Übernahme der NYSE auf dem Spiel stehen, die schon einmal im Jahr 2008 angedacht war.

Ob es dazu kommt, ist allerdings noch fraglich. Denn für eine Übernahme der NYSE, die aktuell eine Marktkapitalisierung von ca. 9,6 Mrd. Dollar aufweist, müsste sich die Nasdaq (bewertet mit ca. 4,6 Mrd. Dollar) mit etwa 3,6 Mrd. Euro verschulden. Entsprechende Finanzierungsgespräche mit einem Bankenkonsortium unter der Führung der Bank of America sollen nach Informationen des „Wall Street Journal“ bereits geführt worden sein. Zur weiteren Finanzierung sollen laut Medienberichten die zur Nasdaq gehörenden Euronext sowie die internationalen Derivatebörse Liffe veräußert werden. Für die Übernahme dieser Assets stünde möglicherweise die Rohstoffbörse Intercontinental Exchange (ICE) bereit.

Mit der Fusion der Deutschen Börse und der NYSE würde die weltgrößte Börse entstehen, an der die Aktionäre der Deutschen Börse AG 60% halten würden, 40% würden auf die NYSE fallen. Genau dies fürchtet die Nasdaq, nämlich im internationalen Börsengeschäft keine Bedeutung mehr zu spielen und wegen der Skaleneffekte auf der Kostenseite das Nachsehen zu haben. Auf Seiten der Deutschen Börse gibt man sich noch gelassen. Vorstandsmitglied Frank Gerstenschläger sagte gestern in Frankfurt, dass er keine Kenntnis von einem Gegenangebot habe.

Weitere Meldungen zur Übernahme der NYSE auf AnlegerPlus.de finden Sie hier.

 

Redaktion AnlegerPlus



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