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16. Januar 2015   Anleihen

GM Gläubiger werden doppelt bestraft

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Viele ehemalige Anleger von General Motors müssen sich aufgrund eines Fehlers ihrer Depotbanken mit dem Finanzamt auseinandersetzen.

Ehemalige Inhaber von Anleihen der insolventen Vorgängergesellschaft von General Motors sind neben einem enormen Vermögensverlust aufgrund des im Jahr 2009 eröffneten Insolvenzverfahrens nun möglicherweise von weiteren Verlusten betroffen. Denn die Depotbanken haben von der an die geschädigten Anleger ausgezahlten Insolvenzquote zu Unrecht einen Steuerabzug vorgenommen. Hintergrund des Steuerabzugs ist die komplexe Struktur des Insolvenzverfahrens und der bei vielen Depotbanken nicht vorhandene Wille, diese Struktur und die daraus resultierende Besteuerung der betroffenen Anleger im Detail zu betrachten.

Im Zuge der Abwicklung der insolventen Gesellschaft General Motors haben die ehemaligen Anleihegläubiger, je nach Stand des Insolvenzverfahrens, Anteile an einer „neuen“ General Motors Gesellschaft und entsprechende Optionsscheine mit Laufzeiten zwischen 2016 und 2019 erhalten. Bei dieser Ausschüttung in Form von Anteilen und Optionsscheinen an die ehemaligen Gläubiger handelte es sich um die Insolvenzquote, welche unter anderem auch den Anleiheinhabern zustand. Um in den Genuss dieser Insolvenzquote zu kommen, musste man seine Ansprüche zuvor in einem umfangreichen Anmeldungsverfahren zur Insolvenztabelle anmelden.

Die Ausschüttung bedeutete also eine reine Nennwertrückzahlung, wobei der Wert der Anteile und der Optionsscheine unter dem ursprünglichen Nennwert der Anleihe lag. Im Zuge der Einbuchung der Anteile und Optionsscheine in die Depots der Anleger führten nun mehrere Depotbanken Kapitalertragssteuer plus Solidaritätszuschlag an die Finanzämter ab. Denn sie deklarierten die Einbuchung der Wertpapiere (zu Unrecht) als Ausschüttung  einer Sachdividende, die zu einem entsprechenden Steuerabzug führt. . Betroffene Anleger mussten also den kleinen Rest, den sie von dem einstmals investierten Geld zurück erhielten, auch noch versteuern. Um die abgeführte Steuer zurückzuerhalten, bleibt den Betroffenen wohl nur der Gang über die persönliche Steuererklärung.

Die Anlegerschutzvereinigung SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. hat für ihre Mitglieder zu diesem Vorgang weitere Informationen zusammengetragen. Mitglieder der SdK können sich unter info@sdk.org melden, um um diese Informationen zu erhalten.

Redaktion AnlegerPlus



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