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21. April 2017   Börse

Gold & Silber im Fondsmantel

Gold


Im Portfolio des im September 2015 aufgelegten CME Gold & Silver Equity Fund (ISIN LU1276853394) sind chancenreiche Aktien von Gold- und Silberunternehmen enthalten. Deren Kurse könnten mittel- bis langfristig wesentlich stärker steigen als die Preise der beiden Metalle. Seit Auflage zeigt der Fonds auch schon ein deutliches Performanceplus gegenüber Gold und Silber.

Jüngst ist dem Goldpreis der Sprung über die bei 1.256 US-Dollar verlaufende 200-Tage-Linie gelungen, wodurch ein charttechnisches Kaufsignal generiert wurde. Auch der Silber-Chart macht einen guten Eindruck, denn der Preis des Industriemetalls ist über die 200-Tage-Linie bei 18 US-Dollar ausgebrochen.

Sinkende Goldproduktion, steigende Preise?
Doch geht die Preisrallye bei Gold und Silber weiter? Hierfür könnte die Entwicklung des Realzinses (Nominalzins minus Inflationsrate) Indikatoren liefern. Mittelfristig könnte der US-Realzins noch weiter in den negativen Bereich abdriften, wenn die Inflationsrate in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten deutlich stärker steigen sollte als der Leitzins. Aus Anlegersicht ist nämlich interessant, dass ein negativer US-Realzins den Goldpreis bislang stets auf einen neuen Höchststand getrieben hat.

Die Hoffnung auf weiter steigende Edelmetallpreise nährt sich noch aus einer anderen Quelle: Die Angebotsverknappung – sie ist auf die seit 2016 sinkende globale Goldproduktion und den Rückgang der Entdeckungen von Goldvorkommen seit 1995 zurückzuführen. Wichtig ist zudem, dass von der Entdeckung einer Goldressource bis zum Produktionsstart im Durchschnitt 20 Jahre vergehen. Und Rohstoffexperten erwarten bei Goldprojekten künftig sogar noch längere Entwicklungszeiträume als bislang sowie steigende Entwicklungskosten.

Goldfonds als Depotbeimischung
Und wie sieht es bei den Gold- und Silberproduzenten aus? Trotz hoher Kurszuwächse seit Anfang 2016 sind Aktien dieser Unternehmen in Relation zu den Preisen der Edelmetalle noch günstig bewertet. Vorteilhaft für eine Depotoptimierung ist zudem die geringe Korrelation dieser Titel zu den Anteilscheinen von Unternehmen, die in anderen Branchen aktiv sind. Daher eignet sich der CME Gold & Silver Equity Fund als Depotbeimischung.

Im Portfolio dieses Fonds sind Aktien von Gold- und Silberunternehmen enthalten, die vom Fondsmanager Jens Brunke im Rahmen einer sorgfältigen Analyse ausgewählt werden. Der Finanzexperte kann auf zwölf Jahre Erfahrung im Rohstoffbereich zurückblicken und verfügt über ein weltweites Kontakt-Netzwerk zu Unternehmen in diesem Sektor. Er besichtigt viele Standorte von Gold- und Silberproduzenten sowie Explorationsgesellschaften, führt Gespräche mit den jeweiligen Managern und analysiert die Unternehmen unter Berücksichtigung quantitativer und qualitativer Kriterien.

Zu den quantitativen Kriterien zählen beispielsweise die Marktkapitalisierung, das durchschnittliche Handelsvolumen an der Börse und der Verschuldungsgrad. Qualitative Kriterien sind unter anderem die Unternehmensstrategie, die Produktionskosten und die Chance von einem großen Minenkonzern übernommen zu werden.
In das Portfolio darf Fondsmanager Brunke bis zu 60 Titel aufnehmen – maximal 30 davon aus dem Explorationssektor. Derzeit hat er Aktien von Juniorproduzenten mit einem Anteil von 44,8 % am höchsten gewichtet. Auf dem zweiten Rang befinden sich Anteilscheine von großen Seniorproduzenten wie zum Beispiel Newmont Mining oder Goldcorp mit einem Portfolioanteil von 35,4 %. Die aktuelle Gewichtung von Explorationstiteln beträgt 15,9 %.

Gute Wertentwicklung

Ein Teil der Dividenden, die dem Fonds über Ausschüttungen der enthaltenen Werte zufließen, wird an die Anteilseigner des CME Gold & Silver Equity Fund ausgeschüttet. Der reguläre Ausgabeaufschlag des Fonds beträgt 5,0 %. Wer aber direkt über die Börse kauft, kann den Fonds auch ohne Aufschlag handeln. Hinzu kommt eine jährliche Managementgebühr von bis zu 1,2 % sowie eine Depotbankgebühr (0,06 % pro Jahr) und eine Verwaltungsgebühr (0,11 % pro Jahr). Seit Jahresbeginn liegt der Fonds mit über 12 % im Plus, Gold und Silber (jeweils in US-Dollar) mit über 10 % bzw. 17 %. (Stand: 18.4.2017).

Beachten müssen Anleger aber dringend, dass das Fondsvolumen derzeit mit 2 Mio. Euro sehr gering ist. Damit besteht immer die Gefahr, dass der Fonds mangels Rentabilität für die Fondsgesellschaft geschlossen werden muss. Laut Fondsmanager Brunke sei das jedoch nicht zu erwarten. Weitere Unterlagen und Informationen zum Fonds (Retail) finden Privatanleger unter http://www.cm-equity.de/investors/asset-management/.


Interview mit dem Fondsmanager Jens Brunke

Herr Brunke, seit Anfang 2016 haben sich Goldaktien bereits deutlich verteuert. Trotzdem sind Sie davon überzeugt, dass der Bullenmarkt bei Goldaktien erst begonnen hat. Warum?
Der Hauptgrund hierfür liegt in dem von uns erwarteten Anstieg des Goldpreises. Je höher der Goldpreis ist, desto höher sind die Gewinne, die Goldproduzenten erzielen. Außerdem haben die meisten Goldproduzenten ihre Kosten drastisch gesenkt, was sich positiv auf deren Profitabilität ausgewirkt hat. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die sinkende Goldproduktion, mit der ein Rückgang des Angebots und ein Anstieg des Preises einhergehen.

Wenn Anleger in einen aktiv gemanagten Gold- und Silberaktien-Fonds investieren, erwarten sie eine optimale Titelauswahl für das Portfolio. Wie gehen Sie bei der Titelauswahl vor?

Wir berücksichtigen bei der Titelauswahl zehn quantitative Kriterien und zehn qualitative Kriterien. Nur die Unternehmen, welche die quantitativen Kriterien (zum Beispiel eine ausreichend hohe Marktkapitalisierung, ein hohes Handelsvolumen an der Börse und ein vertretbarer Verschuldungsgrad) erfüllen, werden einem qualitativen Check unterzogen. Zu den qualitativen Kriterien zählen unter anderem die Qualität der Projekte (Größe, Goldgehalt des Gesteins), Übernahmepotenzial und die Kompetenz des Managements. Mit den Managern der Unternehmen führen wir Gespräche, um ein besseres Gefühl für deren Arbeit zu bekommen. Nach der Aufnahme von Aktien in das Fondsportfolio überprüfen wir die jeweiligen Unternehmen unter Berücksichtigung der erwähnten Auswahlkriterien fortlaufend, wodurch eine hohe Qualität des Fondsportfolios sichergestellt wird.

Etwa 90 % der im Rohstoffsektor aktiven Explorationsgesellschaften erreichen nie das Produktionsstadium. Dennoch investieren Sie auch in die Aktien solcher Unternehmen. Wie minimieren Sie das damit verbundene Verlustrisiko?
Gerade bei diesen kleinen Unternehmen legen wir sehr hohe Maßstäbe an. Die Explorationsgesellschaften, in die wir investieren, sind keine Unternehmen auf der grünen Wiese, die das erste Mal ein Loch bohren, um zu sehen, ob tatsächlich Gold oder Silber im Boden enthalten ist. Unser Mindeststandard setzt voraus, dass Firmen, in die wir investieren, mindestens eine unabhängige Ressourcenschätzung vorweisen können. Ferner achten wir darauf, dass sich die Projekte in minenfreundlichen Regionen befinden, und dass Infrastruktur vorhanden ist oder diese leicht gebaut werden kann.
Weitere wichtige Kriterien sind die Größe der Ressource und der Goldgehalt des Gesteins. Denn umso größer ein Projekt ist, und umso höher der Goldgehalt des Gesteins ist, umso niedriger sind später die Produktionskosten. All diese Kriterien erhöhen die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass das Projekt in Produktion gehen wird oder die jeweilige Explorationsgesellschaft übernommen wird.

In unserem Portfolio befanden sich beispielsweise im Sommer 2016 Aktien von Kaminak Gold. Dieses Unternehmen wurde von Goldcorp übernommen. Infolgedessen konnten wir für die Anteilseigner des CME Gold & Silver Equity Fund hohe Gewinne realisieren. Auch andere Explorationsunternehmen, deren Aktien sich im Fondsportfolio befinden, könnten von großen Minenkonzernen übernommen werden. Darüber hinaus haben wir in einige Unternehmen investiert, die seit der Auflegung des Fonds im September 2015 bereits die Produktion aufgenommen haben. Dazu zählen zum Beispiel Premier Gold Mines, Red Eagle Mining und Guyana Goldfields.


Martin Münzenmayer, Redaktion AnlegerPlus, Interview: Martin Münzenmayer