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24. Februar 2012   Börse

HanseYachts mit neuem Großaktionär

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Die HanseYachts AG (ISIN DE000A0KF6M8) hat die Erwartungen weit verfehlt. Seit drei Jahren schreibt das Greifswalder Unternehmen rote Zahlen. Nun hat die Beteiligungsgesellschaft Aurelius die Aktienmehrheit übernommen und will den Yachtbauer auf Vordermann bringen.

Auf der Hauptversammlung am 31.1.2012 stellte sich das neue Team den Aktionären. Vorstand und Aufsichtsrat bestehen nun fast komplett aus Vertretern der Aurelius AG, die 73,68 % der Anteile hält. Den größten Teil hat sie vom Gründer und ehemaligen CEO Michael Schmidt und den Rest über ein freiwilliges Kaufangebot zu 5,01 Euro übernommen. Der neue Finanzvorstand Thomas Stüpfert stellte klar, dass die jetzige Führungsriege auf die unbefriedigenden Zahlen des Geschäftsjahres 2010/2011 (1.8. bis 31.7.) keinen Einfluss mehr nehmen konnte. Der Yachtbauer hat den Umsatz in diesem Zeitraum zwar um 17 % auf 86 Mio. Euro erneut deutlich gesteigert, wozu die Ausweitung des Händlernetzes ebenso wie die Einführung neuer Modelle beigetragen haben. Zum Teil waren allerdings auch Preiszugeständnisse unvermeidlich.

Kapitalerhöhung stärkt Bilanz
Material- und Personalaufwand haben sich weiter verringert. Dies reichte aber nur aus, um den Fehlbetrag auf 6,6 Mio. Euro zu halbieren. In den letzten drei Jahren summierten sich die Verluste auf immense 38 Mio. Euro, womit das Eigenkapital von 70 auf 32 Mio. Euro absackte. Mit einer Eigenkapitalquote von 52 % ist die Finanzierung dennoch solide. Zudem konnten Anfang 2012 mit der Ausgabe von 600.000 neuen Aktien 1,8 Mio. Euro eingesammelt werden, was die Situation verbessert hat. Die Privatanleger haben sich an dieser Kapitalerhöhung gut beteiligt – was sicher zu einem großen Teil dem günstigen Ausgabekurs von 3 Euro zu verdanken war. Der Vorwurf eines HV-Redners, dass bei dieser Maßnahme zugunsten des Großaktionärs gemauschelt worden sein könnte, ließ sich nicht erhärten.

Optimismus für das laufende Jahr
Im ersten Quartal des laufenden Jahres ging es weiter voran. Die Gesamtleistung erhöhte sich um 26 % auf 18,8 Mio. Euro und parallel konnte die Kostenstruktur verbessert werden. Das Ergebnis war dennoch negativ, was für das erste Quartal in diesem Geschäft aber üblich ist. Aussagekräftiger ist die zweite Jahreshälfte, in dem der Yachtbauer die meisten Auslieferungen leistet. Und dafür ist der Vorstand optimistisch gestimmt, nachdem die Auftragseingänge derzeit deutlich über den Vorjahreswerten liegen und die Branchenmesse „boot“ gute Ergebnisse brachte. Es gilt laut Stüpfert aber noch einige Defizite auszumerzen. Das Augenmerk soll vor allem auf die Steigerung der Effizienz und die Ausweitung der internationalen Präsenz gelegt werden.

Aktie bietet wieder Chancen
Die HV-Redner werteten die Übernahme durch Aurelius grundsätzlich positiv. Nach drei Verlustjahren in Folge erschien es ihnen unbedingt sinnvoll, wenn Sanierungsexperten das Ruder übernehmen. Bedenken, dass Geschäfte zugunsten des Großaktionärs abgewickelt werden könnten, scheinen nicht angebracht. Schließlich hat Aurelius großes Interesse, dass die Geschäfte wieder besser laufen und die Beteiligung mit Gewinn veräußert werden kann. Derzeit wäre dies nicht möglich, nachdem die Aktie ausgehend vom Übernahmeangebot weiter an Wert verloren hat. Wir sehen auf dem niedrigen Niveau mehr Chancen als Risiken. Die deutlich steigenden Umsätze sollten zusammen mit weiteren Kostensenkungen zügig zurück in die Gewinnzone führen. Sobald dies absehbar ist, vielleicht schon in diesem Jahr, sollte die Aktie wieder über Potenzial verfügen. Der Emissionskurs von 33 Euro dürfte allerdings auf absehbare Zeit unerreichbar bleiben.

Matthias Wahler, Redaktion AnlegerPlus



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