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16. Januar 2017   Börse

Hier geht die Post ab!

Francotyp

Der international tätige Hersteller von Frankier- und Kuvertiermaschinen Francotyp-Postalia überzeugt mit einer aussichtsreichen Wachstumsstrategie und einer aktionärsfreundlichen Dividendenpolitik. Zudem ist die Aktie (ISIN DE000FPH9000) günstig bewertet.

Seit dem 11.1.2016 ist Rüdiger Andreas Günther CEO und CFO von Francotyp-Postalia. Sein Können hat der Betriebswirt und Ex-Investmentbanker unter anderem von April 2012 bis März 2015 als Finanzchef des Technologiekonzerns Jenoptik unter Beweis gestellt. Zuvor war er 13 Jahre lang CFO des Landmaschinenherstellers Claas. Während dieser Zeit kletterte der Umsatz des Familienunternehmens von 450 Mio. auf 2,2 Mrd. Euro. Der 58-Jährige ist also ein erfahrener und ehrgeiziger Manager, der das Wachstum des Anbieters von Frankier- und Kuvertiermaschinen diszipliniert vorantreiben dürfte.

Hoher Anteil wiederkehrender Erlöse
Weltweit hat das 1923 gegründete Traditionsunternehmen bislang rund 230.000 Frankiermaschinen installiert. Diese Geräte generieren kontinuierlich Folgeerlöse. Zum einen, weil für deren Betrieb Farbkartuschen und Etiketten benötigt werden und zum anderen, weil sie gelegentlich gewartet werden müssen. Deshalb sind 80 % des Umsatzes wiederkehrende Erlöse. Unabhängig davon entfallen vom Umsatz rund 70 % auf den Produktbereich Frankier- und Kuvertiermaschinen und der Rest auf die Bereiche Mail Services und Software.

Laut Vorstandschef Günther punktet Francotyp-Postalia mit qualitativ hochwertigen Produkten und einer hervorragenden Beratungskompetenz. Außerdem hat das Unternehmen in dem Segment des Frankiermaschinenmarktes, das nach wie vor wächst, State-of-the-Art-Systeme lanciert, mit denen die Kunden sehr zufrieden sind. Positiv zu werten ist auch, dass die Kunden in den Bereichen Business Process Outsourcing und Digital Transformation Management mit Dienstleistungen und Produkten von Francotyp-Postalia optimal unterstützt werden.

Ambitionierte Wachstumsziele
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2016 steigerte Francotyp-Postalia den Umsatz um 5,7 % auf 149,4 Mio. Euro und das EBITDA um 1,4 % auf 20,6 Mio. Euro. Somit beträgt die EBITDA-Marge in diesem Zeitraum 13,8 %. Bis 2020 soll sie auf 17 % und bis 2023 sogar auf 20 % verbessert werden. Parallel dazu will das Management den Umsatz auf 250 Mio. Euro (2020) bzw. 400 Mio. Euro (2023) steigern. Ermöglichen soll dieses dynamische Wachstum die Umsetzung der Strategie ACT – sie umfasst die Segmente „Attack“, „Customer“ und „Transformation“.

Cloud-Software für das Digital Transaction Management
Für Francotyp-Postalia bedeutet „Attack“ die Hinzugewinnung von Marktanteilen und die Akquise von Neukunden. Dazu beitragen sollen ein Frankiersystem für Firmen mit geringem täglichem Postaufkommen, innovative Produkten für den Paketversand und eventuell kundenorientierte Finanzierungsmodelle. Der Fokus liegt dabei auf den USA und Frankreich, denn diese beiden Länder sind für das Unternehmen besonders attraktive Märkte.
Darüber hinaus entwickelt der Berliner Konzern im Rahmen des Strategiesegments „Customer“ neue Lösungen für Bestands- und Neukunden. Ein Beispiel hierfür ist die Cloud-Software FP Sign, von der bereits eine Beta-Version existiert. Damit können Verträge digital abgeschlossen und Dokumente rechtsverbindlich digital ausgetauscht werden. Infolgedessen müssen sie nicht mehr wie bislang üblich ausgedruckt, von Hand unterschrieben, per Post verschickt oder intern weiter gegeben werden. Außerdem entfällt das Einscannen und Speichern der ausgedruckten und unterzeichneten Verträge und Dokumente. Dadurch wird viel Zeit und Geld gespart. Mit FP Sign adressiert Francotyp-Postalia den Markt des Digital Transaction Managements, dessen Volumen nach Einschätzung von Aragon Research weltweit zurzeit fünf Mrd. US-Dollar beträgt und der bis 2021 jährlich um rund 43 % wachsen dürfte. Aus Anlegersicht ebenfalls interessant ist der geplante Ausbau der Lösungs- und Beratungskompetenzen. Hier wird der Schwerpunkt auf Dienstleistungen im Sektor Business Process Outsourcing liegen.
Last but not least sollen im Zuge der Umsetzung des Strategiesegments „Transformation“ neue Geschäftsfelder im boomenden Digitalisierungsbereich geschaffen werden, die optimal zu den sich wandelnden Kundenbedürfnissen passen.

Aktie ist günstig bewertet
Die Basis von ACT ist das Effizienzverbesserungsprogramm FP Fit. Es umfasst rund 20 verschiedene Maßnahmen in den Bereichen Finanzen, Vertrieb, Personal und Digitalisierung, die ihre volle Wirkung ab 2019 entfalten sollen. Daher erwartet Vorstandschef Günther ab 2020 einen Gewinn von mehr als 1,00 Euro je Aktie. Zum Vergleich: Analystenschätzungen zufolge dürfte das Unternehmen das laufende Geschäftsjahr mit einem Gewinn von 0,42 Euro je Anteilschein abschließen. Somit errechnet sich ein 2017er-KGV von 12,1 (Stand: 16.1.2017). Neben dieser angesichts der Wachstumspläne günstigen Bewertung und den guten Gewinnaussichten ist auch die aktionärsfreundliche Dividendenpolitik erwähnenswert: Für das Geschäftsjahr 2015 hat Francotyp-Postalia eine Dividende von 0,12 Euro je Aktie gezahlt, was derzeit einer Dividendenrendite von rund 2,3 % entspricht. Und künftig sollen 35 bis 50 % des Konzernjahresüberschusses an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

Martin Münzenmayer, Redaktion AnlegerPlus



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