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13. April 2012   Börse

Hoffnung auf Besserung

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Mit der Aktie des Spezialmaschinenherstellers Singulus aus Kahl am Main (ISIN DE0007238909) haben langfristig orientierte Anleger bisher nur wenig Freude gehabt. Zwar hat sich das Papier seit seinem Zwei-Jahres-Tief bei 1,88 Euro wieder deutlich erholt, von den alten Hochständen von 10 Euro ist der Titel aber noch meilenweit entfernt. Im vergangenen Jahr jedoch hat das im TecDAX notierte Unternehmen erstmals seit 2007 wieder Gewinne erwirtschaftet.

Vor Zinsen und Steuern (EBIT) verdiente Singulus 6,7 Mio. Euro, im Jahr davor war noch ein Verlust von 80,2 Mio. Euro angefallen. Der Umsatz ist um gut ein Drittel auf 160 Mio. Euro gestiegen, nach 128,2 Mio. Euro im Jahr 2010. Und die gute Auftragslage stimmt Vorstandschef Stefan Rinck optimistisch, dass Singulus auch im laufenden Jahr Gewinne erzielen wird.
Im Segment Solar, das 2011 mit einem Umsatz von 52 Mio. Euro ein Drittel des Konzernumsatzes stellte, seien Maschinen für 30,4 Mio. Euro bestellt worden. Das mit gut 3 Mio. Euro Umsatz kleinste Geschäftsfeld Halbleiter habe 2012 Orders über 13 Mio. Euro eingesammelt. Beide Sparten hatten 2011 Verluste verbucht. Zumindest für den Halbleiterbereich erwartet Rinck dieses Jahr einen Gewinn. Hier machen sich offenbar die jahrelangen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten bezahlt.

Zukauf angestrebt
Singulus setzt dabei auf die Speichertechnologie MRAM, die in mobilen Datengeräten wie Smartphones oder Tablet-PCs eingesetzt wird.
Ein Zukauf soll dabei helfen, die Präsenz in diesem Geschäft zu erweitern.
„Wir führen ganz konkrete Gespräche“, sagte Vorstandschef Stefan Rinck bei der Bilanzvorlage in Frankfurt. Diese könnten noch in diesem Jahr zu einem Abschluss führen. „Es muss aber passen, vom Preis und von der Technik“, betonte Rinck. Im Blick hat das Unternehmen einen Zukauf in der Beschichtungstechnologie. Bis zu 25 Mio. Euro würde Singulus für einen Zukauf in bar in die Hand nehmen – Mittel, die aus einer gerade erfolgreich platzierten Anleihe von 60 Mio. Euro stammen.
Ungewiss bleibt allerdings die Lage im Solargeschäft, das unter der zunehmenden Konkurrenz von Billiganbietern aus China leidet. Auf eine Ergebnisprognose für diese Sparte wollte sich Rinck deshalb nicht festlegen.

Marktstellung in der größten Sparte gesichert
Weitgehend gesichert scheint die Marktstellung der größten Sparte „Optical Disc“: Singulus kontrolliert 75 % des Marktes für Maschinen zur Herstellung von DVDs. Bei dem DVD-Nachfolger Blu-ray agiert der Konzern sogar konkurrenzlos. Und der Markt für Blu-rays, auf denen hochauflösende oder 3D-Filme gepresst werden können, brumme, sagte Rinck. Er hoffe dieses Jahr mehr als die 2011 verkauften Blu-ray-Maschinen (47 Stück) an den Mann zu bringen. Bis 2015 solle der weltweite Bedarf an Blu-rays um 65 % auf 2,76 Mrd. Discs steigen.

Skepsis bei den Analysten
Wesentlich zurückhaltender äußern sich derweil die Analysten. „Insgesamt teilen wir nicht den Optimismus des Managements für 2012“, schrieb DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer in einem Kommentar. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt halten wir es für unwahrscheinlich, dass Singulus 2012 besser abschließen wird als 2011.“ Auch Stefan Freudenreich von Equinet bleibt vorsichtig. Der Ausblick auf das laufende Jahr sei mit dem angestrebten „positiven Ergebnis“ vage ausgefallen.

Stefan Siebert, Redaktion AnlegerPlus