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24. Juni 2014   Wirtschaft

ifo Index fällt im Juni

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Das Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands hat sich im Juni stärker verschlechtert als erwartet.

Der Geschäftsklimaindex des Münchener ifo Instituts gab im Juni 2014 nach und fiel von 110,4 Punkten im Vormonat auf 109,7 Punkte. Experten hatten laut Medienberichten einen leichteren Rückgang erwartet.

Im Verarbeitenden Gewerbe gab der Geschäftsklimaindex deutlich nach. Die aktuelle Lage wird schlechter eingeschätzt als noch im Mai, die Erwartungen für den weiteren Geschäftsverlauf fielen gar auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem halben Jahr. Die Exportaussichten trübten sich zwar ein, blieben jedoch mehrheitlich optimistisch.

Gestiegen ist der Geschäftsklimaindex im Juni dagegen im Groß- und Einzelhandel. Die aktuelle Lage wird deutlich besser beurteilt, vor allem im Einzelhandel, wo die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage den höchsten Wert seit mehr als zwei Jahren aufweist. Auch der Ausblick auf den weiteren Geschäftsverlauf verbesserte sich im Einzelhandel, der Großhandel blickt dagegen pessimistischer in die Zukunft.

Nach vier Rückgängen in Folge stieg das Geschäftsklima auch im Bauhauptgewerbe leicht an. Die Beurteilung der aktuellen Lage verweilt auf hohem Niveau, der weitere Geschäftsverlauf wird optimistischer betrachtet.

Bei den deutschen Dienstleistern stieg das Geschäftsklima im Juni auf 25,2 Saldenpunkte von 21,5 im Vormonat. Die aktuelle Lage wurde seit dem Frühjahr 2007 nicht mehr so positiv wie aktuell eingeschätzt, auch der zukünftige Geschäftsverlauf wird optimistischer eingeschätzt als noch im Mai.

Sonderumfrage zeigte Einfluss der Ukraine-Krise
Während einer Sonderumfrage des ifo Instituts, deren Ergebnisse in der letzten Woche präsentiert wurden, gaben deutsche Unternehmen vor allem den Ukraine-Konflikt als Dämpfer für das Geschäftsklima seit Jahresanfang an. Vor allem bei Unternehmen mit Beziehungen nach Russland gingen die Geschäftserwartungen stark zurück. Auch die Bewertung der aktuellen Lage der Firmen mit Russland-Beziehungen hat in dieser Zeit gelitten. Die Umfrage zeigte daher, dass die gemäßigte Entwicklung des ifo Index vor allem auf die Spannungen in der Ukraine zurückging, Firmen ohne Russlandbezug sind deutlich optimistischer.

Carolyn Friesl, Redaktion AnlegerPlus