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20. Dezember 2016   Kommentar

Im Wandel liegen Chancen

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Ein aufregendes Jahr 2016 liegt hinter uns mit spektakulären Wahlen und mit noch spektakuläreren Ergebnissen. Für die schwarz-weiß malenden Medien war 2016 ein wahres Fest. Neben Vladimir Putin hatte man mit Boris Johnson, der Gallionsfigur der Pro-Brexit-Kampagne, und Donald Trump zwei neue Feindbilder gefunden. Die Mehrheit der Wähler in den jeweiligen Ländern sah allerdings nicht so schwarz und so kam es zu überraschenden Wahlergebnissen.

Ebenso falsch wie die Wahlprognosen waren die medial prophezeiten Weltuntergangsszenarien. Die britische Wirtschaft ist weiter in Hochform und die Börse boomte 2016. Der britische FTSE-Aktien-Index konnte seit seinem Jahrestief im Februar bis heute um 26 % zulegen. Der künftige US-Präsident Trump muss dagegen erst noch den Eignungsnachweis erbringen. Die Börse scheint zumindest keine Trump-Berührungsängste zu haben. Der S&P 500 hat sich nach einer kurzen Schwächephase vor der Wahl an sein Allzeithoch zurückgearbeitet.

Abseits dieser Wahlen, aber thematisch damit eng verbunden, ist derzeit die Sorge hinsichtlich des um sich greifenden Protektionismus mit den erwartet negativen wirtschaftlichen Auswirkungen auf exportorientierte Volkswirtschaften, wie beispielsweise Deutschland. Schon länger müssen wir uns den Vorwurf gefallen lassen, unseren Wohlstand und wirtschaftliche Stärke auf Kosten anderer Länder zu erzielen. Ob es zu Handelseinschränkungen kommt? Ich weiß es nicht. Ich bin mir aber sicher, wenn es so kommt, ist es nicht das Ende, sondern ein neuer Anfang, zwar mit Risiken, aber auch mit Chancen.

Die Welt ist ständig im Wandel, u. a. angetrieben durch das „Votum des Volkes“. Wenn sich „das Volk“ dafür entscheidet, weniger auf die Globalisierung zu setzen, dann wird es diese Entscheidung zu einem späteren Zeitpunkt bewerten und sie entweder bestätigen oder korrigieren. Diese Methode des „Versuchs und Irrtums“ ist ein Naturgesetz. Sie ist der Motor der Innovation und die Innovationen sind es, die zur Weiterentwicklung und mehr Wohlstand führen.

Wir müssen mit diesem Wandel leben: Kommunistische Wirtschaftsformen haben sich in kapitalistische gewandelt. Sie kaufen heute vielleicht bei amazon ein und nicht mehr im Einkaufsladen um die Ecke. Und amazon kümmert sich gleich noch um Ihr abendliches Fernsehprogramm. Der Automobilbranche steht ebenfalls ein epochaler Wandel bevor. Künftig liefert Ihnen vielleicht Ihre Internetsuchmaschine Google das Auto und Ihr Webportal web.de liefert den Strom dafür. Und der kommt nicht mehr von E.ON oder RWE. Hätten Sie Anfang des Jahrtausends an solche Szenarien gedacht?

Die Beispiele zeigen, jeder Wandel ist mit Chancen verbunden. Wir können versuchen, diese Chancen zu nutzen. Und deshalb werden wir Ihnen auch im kommenden Jahr wieder interessante Anlagethemen vorstellen, die in einer sich fortentwickelnden Welt gute Aussichten auf Gewinne haben.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien für das neue Jahr alles Gute, ein glückliches Händchen bei Ihren Anlageentscheidungen und für die anstehenden Weihnachtsfeiertage schöne Stunden im Kreis Ihrer Lieben.

Harald Rotter, Chefredakteur AnlegerPlus