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16. Februar 2012   Investment

Mit Fondssparplänen zum Vermögensaufbau

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Fondssparpläne bieten echte Vorteile gegenüber anderen Sparformen. Flexibel lassen sich regelmäßige Zahlungen vereinbaren und beenden. Der Durchschnittskosteneffekt steigert die langfristige Rendite, wenn man dabeibleibt. Die Psychologie ist aber zugleich der größte Feind des Erfolgs.

„Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.“ Die kleinen Nager sind bekannt dafür, dass sie den ganzen Tag rackern und Vorräte anlegen für schlechtere Zeiten. Menschen verfolgen beim Sparen ähnliche Ziele, wobei das Sparen fürs Alter ganz vorn rangiert. Besonders geeignet für den Vermögensaufbau sind unserer Meinung nach Fondssparpläne: Mit regelmäßigen Einzahlungen lässt sich über einen langen Zeitraum ein Vermögen aufbauen. Es gilt jedoch, einige Regeln zu beachten, damit das Fernziel auch erreicht werden kann.

Vorteil Nr. 1: Die Psychologie des Sparplans
Die Psychologie des Menschen ist nicht zu vernachlässigen: Sparen bedeutet Konsumverzicht. Und wer verzichtet schon gerne? Ein Sparplan kann helfen: Die Einzahlungen erfolgen unabhängig von der Börsenlage oder sonstigen Ereignissen am besten immer jeden Monat. Auf den Fonds und den Sparbetrag legt man sich einmal fest. Dann hat man erst mal Ruhe. Einmal im Jahr weist der Depotauszug dann hoffentlich eine positive Wertentwicklung aus. Das ist der psychologische Vorteil des Sparplans: Alles läuft automatisch und man befasst sich nicht ständig mit den Ausgaben.

Investmentfonds zum Sparen
Für langfristiges Sparen eignen sich besonders Investmentfonds. Im Gegensatz zur Direktanlage überlässt der Anleger die Entscheidung über den Kauf oder Verkauf von Aktien sowie deren laufende Überprüfung dem Fondsmanager. Neben der Zeitersparnis besteht für den Fondsanleger ein weiterer Vorteil in der Risikostreuung des Investments über verschiedene Anlagen. Wenn der Fonds ein entsprechend großes Anlageuniversum abdeckt, wie z.B. ein global anlegender Aktienfonds, so ist man vor Krisen, die sich in einzelnen Branchen unterschiedlich auswirken können, eher gefeit. Hinzu kommt, dass das Risiko des Totalverlustes durch die Risikostreuung im Gegensatz zum Direktinvestment deutlich geringer ist.

Höhere Rendite durch Anlage in Aktienfonds und Durchschnittskosteneffekt

Fondssparpläne, also die Kombination aus Fondsanlage und regelmäßigem Sparen, ermöglichen den Einstieg in den Aktienmarkt. Dieser ist zwar mit höheren Risiken behaftet als das klassische Sparbuch, bietet im Gegenzug aber auch höhere Ertragschancen (Risikoprämie). Auf Market Timing, also der Versuch den bestmöglichen Kauf- oder Verkaufszeitpunkt zu bestimmen – was i.d.R. meistens nicht klappt –, kommt es hier nicht an. Mit einem Fondssparplan muss man sich darüber keine Gedanken machen. Bei einem Fondssparplan müssen Kursabschwünge nicht zwangsläufig als Risiko wahrgenommen werden. Sie verwandeln sich oftmals in eine Chance. Denn die Disziplin des Sparplans führt dazu, dass der Durchschnittskosteneffekt, oft auch als Cost-Average-Effekt bezeichnet, seine positive Wirkung entfalten kann.

Was ist aber dieser Durchschnittskosteneffekt? Bei einem Fondssparplan erwirbt der Sparer zu feststehenden Sparraten Fondsanteile. Läuft der Fonds gut, ist der Anteilspreis hoch. Man erhält für die monatliche Sparsumme vergleichsweise weniger Anteile. Läuft der Fonds schlecht, so ist der Anteilspreis gering und man erhält für sein Geld mehr Anteile. Das führt im Ergebnis dazu, dass über einen längeren Zeitraum gesehen der durchschnittliche Anteilspreis geringer ist, als wenn man über denselben Zeitraum betrachtet immer dieselbe Menge an Anteilen gekauft hätte. Das ist der sogenannte Durchschnittskosteneffekt. Das Gute daran ist, dass sich schlechte Börsenphasen plötzlich in einen Vorteil verwandeln können, wenn man den Sparplan langfristig durchhält.

Vorteil Flexibilität kann auch eine Gefahr sein!
Eigentlich ist die Flexibilität ein wesentlicher Vorteil des Fondssparplans gegenüber anderen Anlageformen. Man kann jederzeit ohne Mehrkosten (wie z.B. Stornokosten bei Versicherungen) aufhören zu sparen und sich den Wert des Fondsvermögens oder Teile davon auszahlen lassen. Aber dieser Vorteil kann schnell zum Nachteil werden. Benötigt der Sparer dringend Geld, so könnte er auf die Idee kommen, zuerst die Fondsanlagen zu liquidieren. Und das ist leider in der Realität auch so. Erfolgt dies in Zeiten schwacher Kurse, dann greift der von uns erwähnte Durchschnittskosteneffekt selbstverständlich nicht mehr.

Anbieter von Sparplänen
Fondssparpläne bekommt man bei Finanzmaklern, Fondsbanken, Direktbanken und bei Filialbanken. Das Kriterium der Unabhängigkeit erfüllen am ehesten die freien Finanzmakler und Fondsberater, die nicht auf die „Hausmarke“ (z.B. Sparkassen: Deka) begrenzt sind. Viele Anbieter bieten monatliche Sparpläne bereits ab einer Mindestrate von 25 Euro pro Monat an. So könnte man für 100 Euro monatlich bereits vier Sparpläne auf verschiedene Fonds abschließen (z.B. USA, Europa, Asien und Südamerika). Beim Abschluss eines Sparplans sollte man unbedingt nach Rabatten auf den Ausgabeaufschlag fragen. Rabatte bis zu 50 % sind nicht selten und für den Anleger bares Geld wert! Insbesondere Fondsbanken wie die Frankfurter Fondsbank, die Fondsdepot Bank in Hof oder die zur Commerzbank gehörende ebase sind auf Sparpläne spezialisiert, und man kann dort über 6.000 Fonds besparen. Und der Anleger sollte sich bei Abschluss des Sparplans ruhig auch mal erkundigen, wohin der Ausgabeaufschlag eigentlich fließt. Verkaufen kann man während der Laufzeit des Sparplans i.d.R. nur ganze Fondsanteile. Infolge des Sparplans zu fixen Raten werden aber auch Bruchstücke erworben. Diese können dann erst mit der Auflösung des Fondssparplans verkauft werden.

Konkurrenzprodukt Fondspolice

Die Versicherungen versuchen ebenfalls Fonds im Rahmen von sogenannten fondsgebundenen Lebensversicherungen zu verkaufen. Nach der Einführung der Abgeltungssteuer profitieren kapitalbildende Versicherungsprodukte weiterhin vom geltenden Halbeinkünfte-Verfahren, wonach nur die Hälfte der Erträge mit dem individuellen Steuersatz besteuert wird. Erhält man jedoch die Auszahlung in einem Jahr, so kann der Spitzensteuersatz fast so hoch wie der Steuersatz der Abgeltungssteuer ausfallen. Bei Fondspolicen ist zudem zu berücksichtigen, dass der Versicherungsmantel höhere Kosten verursacht, der die steuerlichen Vorteile überkompensieren kann. Versicherer bieten häufig dazu nur eine begrenzte Auswahl an Fonds, die auch selten erweitert wird. In der Gesamtschau dominieren Fondssparpläne die Fondspolice in Bezug auf die Flexibilität der Anlage und sind unserer Ansicht nach die bessere Alternative.
Wer sich also letztlich für einen Fondssparplan entscheidet, der sollte sich ein Beispiel am Eichhörnchen nehmen und die Nüsse erst reifen lassen, bevor er sie verzehrt.

Jörg Vonnemann, FondsCensor