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4. Juni 2012   Börse

Nachhaltige Trendwende dank Bundesliga-Rechten?

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Mit dem Erhalt der Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga ist der Bezahlsender Sky Deutschland dem vorzeitigen Aus noch einmal entkommen. Dennoch ist die Aktie (ISIN DE000SKYD000) bestenfalls für sehr risikobereite Anleger eine Überlegung wert.

Abgesehen vom Jahr des Börsengangs ist es Sky (früher Premiere) in der Firmengeschichte noch niemals gelungen, wenigstens eine schwarze Null zu erwirtschaften. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass das Papier ausgehend von seinem Ausgabepreis bis dato Kursverluste von mehr als 90 % verdauen musste. Die verbliebenen Anteilseigner können jetzt eigentlich nur noch hoffen, dass die erwähnten Bundesliga-Übertragungsrechte die Trendwende zum Guten bringen.

Murdochs Millionen machten es möglich
Natürlich ist der Fußball-Spaß mit 485 Mio. Euro pro Saison alles andere als billig. Und da die finanziellen Mittel aus dem Börsengang mittlerweile zum Großteil aufgebraucht sein dürften, konnte Sky den Mammutakt nur durch weitere Geldspritzen des Medienmoguls und Großaktionärs Rupert Murdoch stemmen. 2010 stellte der Multimilliardär dem Unternehmen über eine Kapitalerhöhung und eine Wandelanleihe weitere 340 Mio. Euro zur Verfügung. Und auch wenn es immer wieder Gerüchte gibt, dass Murdoch dem chronisch defizitären Sender den Rücken zuwenden könnte, scheint der Medienzar nach wie vor an seiner Überzeugung festzuhalten, Pay-TV in Deutschland rentabel betreiben zu können.

Partnerschaft mit Telekom angestrebt
Immerhin hat Sky für die fürstliche Summe von fast einer halben Milliarde Euro pro Saison die vollständigen Übertragungsrechte erhalten und damit die Telekom ausgebootet, die bislang die Übertragungsrechte via Internet und Mobilfunknetz innehatte. Da der Bezahlsender aber nicht über die erforderliche Netzinfrastruktur verfügt, verhandeln die Bayern gegenwärtig mit dem „rosa Riesen“. Um ihre Entertain-Kunden doch noch mit Spitzenfußball verwöhnen zu können, zeigt sich die Telekom durchaus offen für entsprechende Abkommen. Und auch Sky versprüht Optimismus und kann sich eine weit umfassendere Kooperation mit der Telekom als bisher vorstellen. Denkbar wäre laut einem Sprecher des Bezahlsenders ein Sky-Welt-Paket auf der Telekom-Plattform T-Home mit Bundesliga und Spielfilmen anzubieten. Kommt es zu einem entsprechenden Deal, würde dies nicht nur Geld in die Sky-Firmenkasse spülen, sondern auch neue Übertragungsmöglichkeiten für das gesamte Sky-Programm eröffnen.

Steigerung der Abonnentenzahlen zwingend erforderlich

Den Kundenzahlen des Bezahlsenders, die letztlich das alles entscheidende Kriterium für die Rentabilität sind, dürfte dies sicherlich nicht abträglich sein. Sky benötigt etwa 3 Mio. Abonnenten, um in die schwarzen Zahlen zu kommen. An dieser Zielvorgabe ist der Sender in den vergangenen Jahren mehrfach gescheitert, da man die Zuschauerzahl nicht in dem Maße steigern konnte, wie es vorgesehen war. Und ob das künftig gelingt, ist nach wie vor zumindest zweifelhaft. Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt.

Marc Nitzsche, Redaktion AnlegerPlus



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