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23. Januar 2013   Wirtschaft

Nettokapitalexporteur Deutschland

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Deutschland steht an zweiter Stelle bei den weltweit höchsten Leistungsbilanzüberschüssen. Als Ausgleich wurden vor allem Target-Forderungen der Bundesbank erworben.

Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss hat sich 2012 weiter ausgeweitet. Das meldet das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München. Nach Berechnungen des Instituts steht Deutschland mit 218 Mrd. US-Dollar an zweiter Stelle im Ranking der weltweit höchsten Leistungsbilanzüberschüsse. Den ersten Platz belegt China mit einem Wert von 234 Mrd. US-Dollar und auf Deutschland folgt auf dem dritten Platz Saudi-Arabien mit 155 Mrd. US-Dollar. 2011 lag Deutschland mit einem Leistungsbilanzüberschuss von 204 Mrd. US-Dollar noch knapp vor China mit 202 Mrd. US-Dollar. Beide Länder haben ihre Überschüsse 2012 deutlich ausgeweitet. Vor allem China hat seinen Überschuss in der Warenbilanz von 155 Mrd. US-Dollar im Jahr 2011 auf 231 Mrd. US-Dollar im Jahr 2012 stark erhöht.

Forderungen gegenüber Ausland
In der Leistungsbilanz sind internationale Güterströme wie Übertragungen zwischen In- und Ausland im Rahmen der volkswirtschaftlichen Zahlungsbilanz erfasst. Sie ergibt sich als Summe der Salden folgender Teilbilanzen: Warenhandel, Dienstleistungen, Ergänzungen zum Warenhandel, Primäreinkommen, laufende Übertragungen. Ein Leistungsbilanzüberschuss geht mit einem entsprechenden Anstieg der Nettokapitalexporte einher, was nichts anderes bedeutet, als dass die Forderungen gegenüber dem Ausland steigen, z.B. durch einen Anstieg der Lieferantenkredite oder der Abnahme der eigenen Auslandsverbindlichkeiten.

Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss betrug 2012 umgerechnet 169 Mrd. Euro. Das entspricht 6,4 % des Bruttoinlandsprodukts, so das ifo Institut. Dabei hat sich der Überschuss gegenüber dem Nicht-Euroraum erhöht und gegenüber der Eurozone verringert. Der Leistungsbilanzüberschuss wurde laut ifo Institut vollständig für öffentliche Hilfskredite eingesetzt sowie für die Target-Kredite der deutschen Bundesbank.

Stephanie Wente, Redaktion AnlegerPlus



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