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21. Mai 2012   Wirtschaft

Ordnungsruf gegen Inflation

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Der ordnungspolitische Blog „Wirtschaftliche Freiheit“ warnt vor der Politik der „etwas höheren“ Inflation. Sie sei ein politisch gefährlicher Irrweg. Die Antwort auf die Euro-Schuldenkrise müsse stattdessen Strukturreformen, Schuldenschnitte und die Rückkehr zu einer stabilitätsorientierten Geldpolitik beinhalten.

„Wirtschaftliche Freiheit“ ist ein ordnungspolitischer Blog, der als Gemeinschaftsprojekt mehrerer VWL-Professoren ins Leben gerufen wurde. Aktuell haben 15 namhafte Professoren mit einem Beitrag auf die Euro-Schuldenkrise reagiert und Stellung gegen eine Politik der „etwas höheren“ Inflation bezogen. Die Autoren haben beobachtet, dass der Druck auf die Deutsche Bundesbank, eine „etwas höhere“ Inflation zuzulassen, deutlich zugenommen hat. Sowohl national als auch international wurde aus Politik-, Unternehmens- und Bankenkreisen der Ruf laut, die deutsche Staatsverschuldung durch eine höhere Inflation zu senken.

Doch eine Umverteilung durch Inflation führe zu schweren Störungen im Wirtschafts- und Finanzsektor, warnen die Autoren. Eine inflationäre Politik löse zum Beispiel regelmäßig folgenreiche Lohn-Preis-Spiralen aus, die nur „unter hohen volkswirtschaftlichen Kosten wieder zu stoppen sind.“ Des Weiteren suggeriere ein niedriger Zinssatz den Investoren fälschlicherweise, dass Kapital nicht knapp sei. Die Folge seien Fehlallokationen in der Realwirtschaft wie zum Beispiel ein „Bauboom“, der durch niedrige Zinsen ausgelöst wird, aber nicht mit ausreichend Kapital hinterlegt ist. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass der Weg über die „etwas höhere“ Inflation „mehr Probleme im Wirtschafts- und Finanzgeschehen schaffen als lösen“ wird.

Auch den Versuch, die Wettbewerbsposition der deutschen Industrie zu schwächen, um Deutschlands Außenhandelsüberschüsse zu senken, halten die Autoren für kontraproduktiv. Allgemein werde gefordert, über eine höhere deutsche Inflation die Löhne stärker als in den Handelspartnerländern steigen zu lassen, womit die preisliche Wettbewerbsfähigkeit deutscher Güter im Außenhandel abnehmen würde. Dadurch würde weniger exportiert und mehr importiert, was die Außenhandelsüberschüsse sinken ließe. Die Autoren warnen aber vor so einem Vorgehen: „Die Schwachen werden nicht stärker, wenn die Starken geschwächt werden.“ Vielmehr sei die Gefahr groß, dass sich die aktuellen Probleme so auch auf Länder übertragen, die sich aktuell noch in einem tragfähigen Verschuldungsgrad befinden.

Um den Märkten das Vertrauen in eine stabilitätsorientierte Politik zurückzugeben, müssen laut den Autoren folgende Punkte abgearbeitet werden:

  • Die Staatshaushalte sind konsequent zu sanieren.
  • Banken müssen für die eigenen Fehler zur Verantwortung herangezogen werden, wenn ihre Geschäftsmodelle nicht mehr tragfähig sind.
  • Staaten, die unter normalen Marktbedingungen nicht mehr in der Lage oder willens sind, ihre Schulden zurückzuzahlen oder zu refinanzieren, sind einem geordneten Insolvenzverfahren zu unterwerfen, dessen Regeln zügig erarbeitet und verabschiedet werden müssen.
  • Die EZB-Geldpolitik muss zurückkehren zu ihren ursprünglichen Aufgaben; keinesfalls darf sie weiterhin zur Finanzierung von Staatsschulden missbraucht werden.


Den vollständigen Beitrag finden Sie auf www.wirtschaftlichefreiheit.de.

Stephanie Wente, Redaktion AnlegerPlus