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14. März 2017   Börse

Revolutionen im Spielemarkt

gamer

Nicht nur für „Gamer“ wird das Jahr 2017 besonders aufregend, auch Börsianer blicken gespannt auf die Innovationen im Videospiele-Segment. Gleich zwei neue Konsolen kommen auf den Markt und könnten die Gewinne der Unternehmen in Schwung bringen. Wir zeigen auf, worauf Anleger ihr Augenmerk richten sollten.

In der Gaming-Industrie dreht sich derzeit alles um die neue Spielekonsole von Nintendo. Die „Switch“ ist seit dem 3. März für etwas mehr als 300 Euro zu haben. Das Gerät im Mobil-Design soll der Konkurrenz das Fürchten lehren und an alte Erfolge anknüpfen.

Nintendo legt vor ...
Doch so weit ist es noch nicht. Zum Start der Switch, die eine Mischung aus Handheld und stationärer Konsole ist, wurden rund zwei Millionen Stück in den weltweiten Handel gebracht. Das ist allerdings erst der Anfang. Die Japaner möchten ähnliche Verkaufszahlen wie bei der Original Wii, die mehr als 100 Millionen Mal abgesetzt wurde, erreichen. Branchenexperten zeigen sich diesbezüglich weniger optimistisch. Alleine der Preis ist schon zu hoch, um den Konkurrenten Playstation 4 von Sony und der Xbox One von Microsoft gefährlich zu werden.

Geld in die Kassen von Nintendo spülen derzeit Smartphone-Spiele. Der Konzern ist mit „Super Mario Run“ und „Pokémon Go“ jüngst erfolgreich in diesem Segment gestartet. Pro Jahr sollen zwei bis drei weitere Spiele hinzukommen. Damit möchte Nintendo nicht nur seine Abhängigkeit vom volatilen Konsolengeschäft verringern, sondern gleichzeitig auch neue Spieler für die Switch anlocken.

... Microsoft zieht nach
Konkurrent Microsoft steht aber ebenfalls in den Startlöchern. Am 11. Juni stellt der Konzern sein Xbox-Projekt „Scorpio“ vor, das in Sachen Leistung alle bisherigen Konsolen übertreffen soll. Zuletzt war Microsoft im Gaming-Bereich mit angezogener Handbremse unterwegs. Der Umsatz in der Sparte sank 2016 um 3 %. Allerdings haben sich die Nutzerzahlen für Xbox Live um 15 % auf 55 Millionen erhöht, was letztendlich das Geschäft mit digitalen Transaktionen antrieb.

Entscheidend für den Konzern ist derzeit allerdings die Cloud, mit der 2016 satte 6,9 Mrd. US-Dollar erwirtschaftet wurden – mehr als von den Analysten erwartet. Diese heben auch mehrheitlich den Daumen: Von 37 Experten stufen 27 den US-Titel mit „kaufen“ ein.

Die Nummer drei im Bunde der Konsolenhersteller Sony darf sich über blendende Verkaufszahlen der PS4 freuen. Im Weihnachtsgeschäft setzten die Japaner 9,7 Millionen Stück ab, 15 % mehr als im Vorjahr. Dies schlug auch auf die Bilanz durch: Der Spartenumsatz kletterte im abgelaufenen Quartal um 5,2 % empor, der operative Gewinn sprang sogar um nahezu ein Viertel hoch. Sony plagen derzeit aber andere Baustellen. Aufgrund milliardenschwerer Abschreibungen im Filmgeschäft sowie schwacher Smartphone-Verkäufe schrumpften Umsatz und Gewinn zuletzt.

Externer Gaming-Gewinner
Eine makellose Erfolgsstory schreibt derweil Nvidia. Die US-Firma ist zwar kein direkter Spielekonzern, allerdings mit seinen Prozessoren eng mit der Branche verbunden. Vor allem bei PC-Spielen ist Nvidia aufgrund seiner Hochleistungsprodukte unverzichtbar geworden. Die „GTX-1000-Serie“ trieb die Gaming-Erlöse in 2016 von 810 auf 1,35 Mrd. US-Dollar. Damit entfallen derzeit 62 % der Erlöse auf den Spielebereich. Die Kalifornier setzten zuletzt noch ein Ausrufezeichen im Konsolenbereich. Bei der Nintendo Switch konnte sich Nvidia gegen Marktführer AMD durchsetzen.

Unternehmen

ISIN

Perf. 1 Jahr

Ø-Gewinnwachstum 2016–2018e

KBV

2016

KGV 2018e

Analysten-konsens*

Microsoft

US5949181045

20,9 %

31,1 %

7,3 

19,8 

Outperform (1,97)

Nintendo

JP3756600007

20,4 %

149,4 %

 2,4 

23,6 

Outperform (2,16)

Nvidia

US67066G1040

627,4 %

49,4 %

10,5 

39,5 

Outperform (2,34)

Sony

JP3435000009

15,4 %

78,9 %

1,5 

15,1 

Outperform (1,92)

Quellen: Thomson Reuters, eigene Berechnungen; Anmerkungen: e = erwartet; *Outperformance-Bereich: Note 1,5–2,5 | Stand: 3.3.2017

Christian Ingerl, Redaktion AnlegerPlus