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16. August 2012   Wirtschaft

Schlechte Zeichen

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Trotz eines leichten Anstiegs der deutschen Wirtschaftsleistung stehen die Zeichen schlecht. Die Euro-Schuldenkrise macht sich deutlich bemerkbar: Die Konjunkturerwartungen sinken und die Indizien für eine Rezessionsgefahr nehmen zu.

Die zunehmende Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Gemeinschaftswährung Euro lässt die Indikatoren ausschlagen. Obwohl das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal 2012 gegenüber dem Vorquartal um 0,3 % gewachsen ist, steigt der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK): Für August 2012 zeigt er eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 19,2 %. Die Prognosen für denselben Monat lagen im Juli 2012 noch bei 16,2 %. Auch für die kommenden Monate steigt die Rezessionsgefahr laut IMK Indikator – im September liegt sie bei 22,8 %, im Oktober bei 17,5 %. Im Juli prognostizierte der Indikator für September lediglich eine Gefahr von 3,6 %.

Trotz der im Vormonatsvergleich stark angestiegenen Rezessionsgefahr befinden sich die Indikatorwerte noch im grünen Bereich – alles unter 30 % ordnet das IMK als geringe Rezessionswahrscheinlichkeit ein. IMK-Experte Thomas Theobald ist der Ansicht, dass zurzeit keine akute Rezessionsgefahr besteht. Die im August 2012 gestiegenen Werte des Konjunkturindikators deuten allerdings auf eine zunehmende Unsicherheit hin. Thomas Theobald mahnt: „Es fehlt nicht mehr viel zu einem Anstieg über die 30%-Marke.“ Ausschlaggebend ist laut Theobald die eingetrübte Stimmung in der deutschen Wirtschaft.

Diese zeigt sich auch beim ZEW-Konjunkturindikator: Die Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im August gegenüber Juli um 5,9 Punkte gefallen, der Indikator liegt nun bei -25,5 Punkten. Das ist der niedrigste Wert in diesem Jahr. Von den Tiefstständen zu Zeiten der Finanzmarktkrise ist er aber noch weit entfernt, 2008 lag der Indikator zeitweise unter -60 Punkten. Die aktuelle Lage bewerten die Finanzmarktexperten ebenfalls negativer. Der Indikator fiel um 2,9 Punkte und notiert bei 18,2 Punkten.

Stephanie Wente, Redaktion AnlegerPlus



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