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17. Februar 2011   Börse

Transatlantische Börsenfusion

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Die Aufsichtsräte der Deutsche Börse und der Nyse Euronext (besser bekannt unter der Bezeichnung Wallstreet) haben die Fusion der beiden Börsen nach Unternehmensangaben genehmigt.

NYSE Euronext und Deutsche Börse AG haben Anfang Februar fortgeschrittene Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss bestätigt. Beide Unternehmen weisen jedoch darauf hin, dass es bislang noch keine Vereinbarung gibt. Es sei geplant, dass die Deutsche Börse und NYSE Euronext ihr Geschäft im Rahmen eines Aktientausches mit Hilfe einer neu gegründeten und in den Niederlanden ansässigen Gesellschaft bündeln würden.

Nach Abschluss der Transaktion würden die Aktionäre der Deutsche Börse 59 bis 60 %, die der NYSE Euronext 40 bis 41 % am Eigenkapital des fusionierten Unternehmens halten. Das Unternehmen würde zwei Hauptsitze haben, einen in New York sowie einen in Frankfurt und von einem aus 17 Mitgliedern bestehenden, einheitlichen Verwaltungsorgan geführt. Dieses setzt sich aus 15 Directors sowie dem Chairman Reto Francioni und dem CEO Duncan Niederauer zusammen. Neun der 15 unabhängigen Directors werden von der Deutsche Börse AG bestimmt und sechs von der NYSE Euronext.

Die Gesellschaft würde ein Executive Committee erhalten, welches aus gleichen Teilen mit aktuellen Führungskräften der beiden Unternehmen besetzt würde. Ein Zusammenschluss lässt Synergiepotenziale von rund 300 Mio. Euro im Kostenbereich erwarten, die vorwiegend aus Skaleneffekten in der Informationstechnologie, Betrieb von Clearing Dienstleistungen, Marktbetrieb und Zentralfunktionen entstehen. Zudem werden signifikante zusätzliche Umsatzsynergien durch Clearing Dienstleistungen, Produktinnovationen und Cross-Selling Möglichkeiten in den globalen Kassamarkt- und Derivategeschäften erwartet.

Die Absichtserklärung ist das eine. Nun geht es aber darum, zahlreiche kartellrechtliche und regulatorische Hürden zu nehmen. Und die Beteiligten sind bemüht, klarzustellen, dass keine der Börsen eine Bedeutungsverlust hinnehmen muss. Auch die Aktionäre, die die Fusion auf einer Hauptversammlung noch beschließen müssen, müssen in die Fusion eingebunden werden. Hier könnte sich Widerstand regen. Auf Rückfrage unserer Redaktion erklärte Klaus Schneider, Vorstandsvorsitzender der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.: „Mir erschließt sich die Sinnhaftigkeit dieser ganzen Operation nicht. Vorteile für die Privatanleger kann ich derzeit auch keine erkennen.“ Der Zusammenschluss beider Börsen bleibt ein spannendes Unterfangen.

 

Richard Lamers / Redaktion AnlegerPlus



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