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7. August 2012   Versicherung

UNISEX – Handlungsbedarf für Männer!

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Ab dem 21.12.2012 sind nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) Differenzierungen nach Geschlecht bei Prämien und Leistungskalkulation für Versicherer nicht mehr zulässig, da dies im Widerspruch zur grundsätzlichen Gleichbehandlung von Mann und Frau steht.

Für die Produktkalkulation der Versicherer bedeutet der EuGH-Richterspruch zu Unisex-Tarifen, dass geschlechtsspezifische Merkmale wie z.B. die höhere Lebenserwartung bei Frauen nicht mehr berücksichtigt werden dürfen. Auswirkungen hat dies vor allem auf die Sparten Kranken-, Lebens- und Unfallversicherung. Bestehende Verträge sind nicht betroffen!

Auswirkungen Männer

Ersten Hochrechnungen zufolge steigen für Männer die Beiträge in vielen Versicherungssparten deutlich an. Die Beiträge für die Altersvorsorge dürften um bis zu 5 % steigen, Berufsunfähigkeitsversicherungen werden bis zu 8 % teurer. Besonders hervorzuheben ist die erwartete deutliche Preissteigerung im Bereich der privaten Pflegeversicherung. Branchenübergreifende Hochrechnungen gehen hier von Beitragsanpassungen von bis zu 40 % für Männer aus! Dies betrifft natürlich auch den SdK Pflegetarif Swiss Life Pflege- und Vermögensschutz! Männliche Interessenten sollten hier in jedem Fall noch vor dem 21.12.2012 handeln!

Erheblich teurer wird auch die private Krankenversicherung werden. Pauschale Aussagen sind hier zwar aufgrund der Tarifvielfalt und der besonderen Berücksichtigung von Gesundheitszustand und Eintrittsalter nur schwer möglich, einzelne Berechnungsbeispiele zeigen aber Preisanpassungen von bis zu 30 %!

Moderate Beitragssenkungen sind für Männer lediglich in der Risikolebensversicherung als auch in der Unfallversicherung zu erwarten. Experten sprechen hier von bis zu 8 %.

Auswirkungen Frauen

Frauen dürften infolge des Urteils von Beitragssenkungen in der Alters- und Berufsunfähigkeitsvorsorge von bis zu 8 % profitieren, auch die private Pflegeversicherung wird vermutlich um bis zu 5 % billiger. In der privaten Krankenversicherung liegen bisher kaum verwertbare Prognosen vor, es kann aber davon ausgegangen werden, dass es auch in dieser Sparte für Frauen tendenziell billiger wird. Da insbesondere in den gesundheitsrelevanten Sparten eine Verschiebung des Abschlusses teure Folgen (höheres Eintrittsalter, Verschlechterung Gesundheitszustand) haben kann, bieten zahlreiche Versicherer für Frauen Umtauschgarantien für vor dem 21.12.2012 abgeschlossen Tarife an.

Sonderfall bAV

Einen Sonderfall stellt derzeit die betriebliche Altersvorsorge (bAV) dar. Diese war zwar nicht Bestandteil der Entscheidung des EuGH, Experten vermuten dennoch eine mittelbare Betroffenheit. Insbesondere die bAV-Marktführer bereiten deshalb bereits Unisex-Tarife zum Jahreswechsel auch in der bAV vor, um Arbeitgeber vor etwaigen Haftungsrisiken zu bewahren. Solange die Frage nicht abschließend geklärt ist, ist davon auszugehen, dass Arbeitgeber aus Haftungsgründen künftig ausschließlich Unisex-Tarife zulassen werden. Auch hier könnte es also bereits kurzfristig zu Verschlechterungen für Männer kommen.

Fazit

Das Urteil des EuGH wird eine Besserstellung von Frauen in einigen Versicherungssparten bringen. Insgesamt wird das Urteil aber mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Verteuerung der Versicherungstarife führen. Noch bleibt aber Zeit zum überlegten Handeln. Wer Bedarf und Interesse hat, sollte umgehend anfangen sich konkrete Angebote einzuholen. Insbesondere Männer sollten ihren Versorgungsbedarf prüfen und für die Zukunft geplante oder notwendige Abschlüsse noch vorziehen. Hier kann viel Geld eingespart werden!

Erik Altmann, Redaktion AnlegerPlus



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