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4. November 2011   Verbraucher

Weihnachtsgeld für alle?

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Der Dezember steht vor der Tür und mit ihm auch Weihnachten. Das Schönste an den Feiertagen? Für 55 % der deutschen Beschäftigten mit Sicherheit das Weihnachtsgeld! Doch wer bekommt eigentlich welches?

Eine Online-Umfrage der Internetseite www.lohnspiegel.de kam zu dem Ergebnis, dass rund 55 % der Beschäftigten in Deutschland eine Jahressonderzahlung in Form von Weihnachtsgeld erhalten. Rund 16 % hingegen werden am Gewinn beteiligt und 19 % erhalten sonstige Sonderzahlungen. Die Umfrage wurde vom WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung betreut und es haben sich gut 16.000 Beschäftigte von Mitte 2010 bis Mitte 2011 daran beteiligt.

Die Chancen auf Weihnachtsgeld sind allerdings nicht überall gleich, wie das Ergebnis der Umfrage zeigt.

Ein Faktor ist beispielsweise die Betriebsgröße: 67 % der Beschäftigten in Betrieben mit mehr als 500 Angestellten erhalten Weihnachtsgeld, in Betrieben unter 100 Angestellten sind es nur 48 %. Also gilt: je größer der Betrieb, desto eher wird Weihnachtsgeld gezahlt.
Auch die Berufserfahrung spielt bei der Vergabe von Weihnachtsgeld eine Rolle. Für knapp die Hälfte der Beschäftigten mit einer Berufserfahrung unter fünf Jahren gibt es Weihnachtsgeld, bei 20 und mehr Jahren Berufserfahrung steigt der Anteil auf 62 %.
Gleiches gilt für die Höhe des Einkommens: 29 % der Beschäftigten mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von bis zu 1.500 Euro bekommen Weihnachtsgeld. In der Einkommensklasse von 4.000 – 5.000 Euro hingegen erhalten 67 % diese Sonderzahlung. Ab einem Einkommen von 5.000 Euro monatlich wird zwar seltener Weihnachtsgeld gezahlt, dafür aber häufiger gewinnabhängige oder sonstige Jahressonderzahlungen.

Unterschiede gibt es auch nach wie vor zwischen West- und Ostdeutschland. Im Westen erhalten 60 %, im Osten nur 39 % der Beschäftigten Weihnachtsgeld. Die Geschlechter liegen ebenfalls nicht gleichauf: Für 57 % der männlichen Beschäftigten gibt es Weihnachtsgeld, bei den Frauen sind es 53 %.
Eindeutig den größten Einfluss auf den Erhalt von Weihnachtsgeld hat die Tarifbindung der Betriebe. 71 % derjenigen, die in Betrieben mit Tarifbindung beschäftigt sind, erhalten welches, wohingegen Beschäftigte ohne Tarifbindung nur zu 43 % in den Genuss kommen.

Die Auswertung des WSI-Tarifarchivs zeigt, dass in den meisten Wirtschaftszweigen die geltenden Tarifverträge ein Weihnachtsgeld vorsehen, das überwiegend als fester Prozentsatz vom Monatseinkommen berechnet wird. Im Vergleich zu den Vorjahren sind die festgelegten Prozentsätze nahezu unverändert geblieben, die Weihnachtsgelder sind nur dort gestiegen, wo auch die Tarifabschlüsse höher ausgefallen sind. Im öffentlichen Dienst (Gemeinden) ist das Weihnachtsgeld zum Beispiel um 1,1 % angestiegen, in der Metallindustrie um 2,7 %, 3 % im Baugewerbe West sowie im Einzelhandel und im Versicherungsgewerbe und sogar 4,1 % in der chemischen Industrie.
Über ein vergleichsweise hohes Weihnachtsgeld dürfen sich die Beschäftigten im Bankgewerbe, der Süßwarenindustrie, der westdeutschen Chemieindustrie und der Druckindustrie freuen: sie erhalten 95 bis 100 % eines Monatseinkommens. Beschäftigte im Bereich Versicherungen erhalten 80 %, im Einzelhandel (West) 62,5 % und in der Metallindustrie (West) 55 % eines Monatseinkommens. Das Weihnachtsgeld im öffentlichen Dienst (Gemeinden, West) beträgt, je nach Vergütungsgruppe, zwischen 60 und 90 % des Monatseinkommens.

Stephanie Wente, Redaktion AnlegerPlus



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