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9. Februar 2017   Invetsment

„Zocken“ ausdrücklich erwünscht

Videospiele

Neue Spiele, neue Konsolen, neue Wachstumschancen: Auf dem E-Gaming-Markt ist derzeit einiges geboten. In einem ersten Teil analysieren wir in dieser Ausgabe AnlegerPlus die Publisher, in Teil zwei folgen die Hardware-Produzenten. Dabei loten wir die Kurschancen der Branchenvertreter aus.

In der Videospielindustrie geht es 2017 heiß her. Nicht nur, dass die großen Publisher bereits im Januar das Gaming-Jahr mit Blockbustern wie „Resident Evil 7“ eröffnet haben, es stehen auch neue Konsolen auf der Agenda der großen Spielekonzerne. Den Anfang macht Nintendo, die bereits am 3. März ihren Hoffnungsträger „Nintendo Switch“ ins Rennen schicken. Bei den Spielen richtet sich der Blick dagegen auf die französische Ubisoft, die nur vier Tage später das Online-Shootergame „Tom Clancy’s Ghost Recon Wildlands“ veröffentlicht.

Profitables Wachstum
Die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) schätzt, dass der Umsatz der Computer- und Videospielbranche bis zum Jahr 2018 weltweit um jährlich 5,8 % auf 89 Milliarden US-Dollar steigen wird. Onlinespiele sind dabei der große Wachstumstreiber – und auch Gewinnbringer. Denn aufgrund der niedrigeren Kosten für die Bereitstellung der Spiele per Download bleibt bei den Unternehmen deutlich mehr Geld in der Kasse.

Activision Blizzard ist einer der Profiteure dieser Entwicklung. Im dritten Quartal 2017 konnte der US-Konzern seinen Umsatz in der Sparte auf 1,34 Mrd. US-Dollar mehr als verdoppeln. Dies entspricht einem Anteil an den Gesamterlösen von 82 %. Um auf Wachstumskurs zu bleiben, setzt der Entwickler, zu dessen Repertoire das bekannte Multiplayer-Online-Rollenspiel „World of Warcraft“ zählt, unter anderem auf eine professionelle e-Sport-Liga. E-Sport-Turniere erfreuen sich weltweit einer immer größeren Beliebtheit. Nach Schätzungen der Researchfirma Newzoo besuchten im vergangenen Jahr 214 Millionen Menschen diese Wettkämpfe. Die Experten gehen davon aus, dass dabei global 493 Mio. US-Dollar erwirtschaftet worden sind. Laut Newzoo soll bereits 2019 die Milliardengrenze überschritten werden.

Gute Aussichten

Beim Blick auf die Aktienkursentwicklung in der Branche hat allerdings ein anderer Spielehersteller die Nase vorne: Take-Two. In den vergangenen zwölf Monaten legte der Titel um mehr als 63 % zu. „NBA 2K17“ lautet das Kürzel für den jüngsten Erfolg. Das beliebte Basketballspiel trieb zuletzt den Umsatz und Gewinn mächtig an. Auch dieses Jahr zieht Vorstandschef Strauss Zelnick einen Trumpf aus dem Ärmel: „Red Dead Redemption 2“. Das Open-World-Westernspiel soll in der zweiten Jahreshälfte veröffentlicht werden und nach Ansicht von Wedbush-Analyst Michael Pachter „Gewinne für die absehbare Zukunft liefern“.

Zu den Top-Playern im Videospielemarkt zählen darüber hinaus die hochprofitable Electronic Arts, die gerade besser als erwartete Quartalszahlen vorgelegt haben, sowie Ubisoft. Letztgenannte Aktie bietet nicht nur Wachstum zu einem günstigen Preis, sondern auch Übernahmefantasie. Im Dezember hat Großaktionär Vivendi seine Beteiligung an Ubisoft auf über 25 % ausgebaut. Zwar möchte der Medienkonzern nach eigenen Angaben keine Kontrolle übernehmen, allerdings sprechen die stetigen Käufe eine andere Sprache. Bleibt das Unternehmen auf Erfolgskurs, könnte den Ubisoft-Aktionären früher oder später eine Offerte ins Haus flattern.

Unternehmen ISIN
Perf. 1 Jahr Ø-Gewinnwachstum 2016–2018e Operative Marge 2015e

KGV

2018e
Analysten-konsens*
Activision Blizzard US00507V1098 21,1 % 30,2 % 21,5 % (9M) 16,2 Outperform (1,71)
Electronic Arts US2855121099 36,0 % 10,7 % 22,8 % (9M) 17,6 Outperform (1,91)
Take-Two US8740541094 63,8 % 49,7 % 16,6 % 20,4 Outperform (1,94)
Ubisoft FR0000054470 24,7 % 40,9 % 12,1 % 13,4 Outperform (1,93)

Quellen: Thomson Reuters, eigene Berechungen; e = erwartet; 9M = 9 Monate;
*Outperformance-Bereich: Note 1,5–2,5

 

Christian Ingerl, Redaktion AnlegerPlus