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29. März 2018   Investment

Zurück in der Erfolgsspur

artec

Nach dem Abschluss einer strategischen Neuausrichtung scheint die artec technologies AG (artec) in aussichtsreichen Märkten gut positioniert. Das könnte künftig für Wachstum bei dem Softwarespezialisten sorgen. Einen Blick wert ist die Aktie derzeit dennoch nur für spekulativ ausgerichtete Anleger, die zudem um die Risiken derartiger Smallcaps wissen.

artec entwickelt und produziert Software- und Systemlösungen für die Übertragung, Aufzeichnung und Auswertung von Video-, Audio- und Metadaten in Netzwerken und im Internet. Zur Anwendung kommen diese in den Bereichen Videosicherheit, Video Monitoring, Produktion, Training/Simulation, TV/Radio Nachweis und Mitschnitt. Daran orientieren sich auch die beiden ausgewiesenen Geschäftsbereiche Videosicherheits- und Informationssysteme sowie sowie Media & Broadcast.

An der Börse fristete die Aktie von artec (ISIN DE0005209589) lange ein Schattendasein, sogar das Pennystockniveau testete der Wert im November 2008 aus. Richtig Leben kam dann erstmals im August 2015 in die Aktie, die Notierung kletterte in der Spitze bis knapp über 8 Euro. Danach bröckelte der Kurs unter Schwankungen bis auf rund 3,30 Euro ab. In den zurückliegenden Wochen kam es nun nach diversen Medienberichten und einem positiven Researchbericht der Augsburger GBC AG wieder zu einer Belebung der Aktie, die zwischenzeitlich bis an die 7 Euro-Marke heranlief.

Das positive Urteil der GBC AG zu der im Börsensegment Scale gelisteten artec-Aktie fußt darauf, dass der Softwarespezialist in den Jahren 2016 und 2017 kräftig in eine strategische Neuausrichtung investiert hat und infolgedessen nun gute Wachstumsperspektiven aufweist.

Wachstum und Sicherheit in der Cloud möglich

Im Geschäftsbereich Media & Broadcast punktet artec unter anderem mit dem innovativen Cloud-Service XENTAURIX, für den sich im Dezember 2017 ein „führender europäischer Medienkonzern“ entschieden hat. Dieser Neukunde nutzt das Angebot seit Anfang dieses Jahres. Mithilfe leistungsstarker Software können die Mitarbeiter des Medienkonzerns audiovisuellen Content durchsuchen, analysieren und verarbeiten, um neue Inhalte zu produzieren. Dadurch lässt sich der redaktionelle Alltag effizienter als bisher gestalten. Wenn das Produkt einschlägt, sollten sich mittelfristig weitere Verlage, Nachrichtenagenturen, TV- und Radiosender sowie die Betreiber von Web-Portalen für den Cloud-Service XENTAURIX entscheiden.

Das Schöne an der Cloud wäre, dass über langfristig abgeschlossene  Service-Verträge wiederkehrende Cashflows aus renditestarkem Umsatz erzielt werden könnten. Dadurch würde sich die Abhängigkeit von Großprojekten verringern, was ein gut planbares Umsatz- und Gewinnwachstum ermöglicht.

Und potenzielle Kunden scheinen darauf anzuspringen. Mitte Februar dieses Jahres hat die Landesmedienanstalt bei artec ein XENTAURIX-Inhouse-System bestellt. Eingesetzt wird es zur Kontrolle von Sendeinhalten, insbesondere hinsichtlich der Einhaltung der Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes. Vorstandschef Thomas Hoffmann sieht sowohl bei staatlichen Behörden als auch bei privaten Unternehmen einen zunehmenden Bedarf, audiovisuelle Daten aus TV-Programmen, Internet-Streams und Social-Media-Plattformen zu dokumentieren und zu analysieren.

Auf Verbrecherjagd

Das Produktportfolio hat man also in den letzten rund 1,5 Jahren im Geschäftsbereich Media & Broadcast verstärkt als Cloudlösung aufgestellt. Im Geschäftsbereich Videosicherheits- und Informationssysteme wiederum hat man sich mit Produkt- und Softwarelösungen verstärkt auf Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ausgerichtet. Ein Beispiel hierfür ist die MULTIEYE-Plattform. Laut Hoffmann lassen sich damit gesuchte Personen, Fahrzeuge und auffälliges Verhalten in Echtzeit erkennen. Angesichts der zunehmenden Kriminalität und Terrorgefahr müsste das Interesse an der MULTIEYE-Plattform groß sein. Präsentiert wurde sie übrigens auf der Polizei-Fachmesse GPEC (General Police Equipment Exhibition & Conference), die vom 20. bis 22. Februar 2018 in Frankfurt am Main stattgefunden hat. Und offenbar hatte man zuvor schon einen wichtigen Kunden dafür begeistern können. Denn vor etwa sechs Wochen hat artec vom Bundesministerium für Inneres den Zuschlag für einen Großauftrag erhalten, der „wesentlich zum Unternehmensumsatz 2018 beitragen“ wird.

Aktie ist kein Schnäppchen

Das Marktumfeld in den beiden Geschäftsbereichen von artec dürfte mittelfristig positiv bleiben. Zudem müssten sich die erwähnten Großaufträge positiv auf das Renommee des Unternehmens ausgewirkt haben. Unabhängig davon wird der Softwarespezialist aber voraussichtlich erst 2019 in die Gewinnzone zurückkehren. Dann könnte gemäß einer Schätzung der GBC-Analysten Cosmin Filker und Marcel Goldmann bei einem Umsatz von fünf Millionen Euro ein Überschuss von 1,13 Mio. Euro erzielt werden. Basierend auf dieser Prognose errechnet sich bei einem Aktienkurs von 5,60 Euro ein 2019er-KGV von 13 und ein 2019er-KUV von 2,9. Somit ist der Small-Cap zwar nicht deutlich überbewertet, aber auch kein Schnäppchen. Zudem muss sich erst zeigen, ob die Neupositionierung auch in profitables Wachstum umgesetzt werden kann. Alles in allem ist die Aktie derzeit nur für sehr spekulativ orientierte Anleger einen Blick wert.

Quelle: investing.com / Stand: 28.3.2018

Martin Münzenmayer



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