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10. November 2016  

Teure Krebsmedikamente verlängern Leben kaum

Krebsmedikament: Experte hinterfragt den Nutzen (Foto: pixelio.de, Klicker)pressetext.redaktion

London (pte019/10.11.2016/10:30) - Trotz erheblicher Investitionen und Innovationen haben neue Krebsmedikamente, die in den vergangenen zehn Jahren zugelassen wurden, nur wenige Auswirkungen auf die Lebenserwartung von erwachsenen Patienten. Mit Peter Wise warnt einer der führenden britischen Experten in "The BMJ" vor den möglichen Folgen dieser Entwicklung.

Umsätze in Milliardenhöhe

Laut Wise, ein früherer Berater des Charing Cross Hospital http://imperial.nhs.uk/our-locations/charing-cross-hospital in London, könnte eine sechsstellige Summe, die das Leben eines Menschen nur um einige Wochen oder Monate verlängert, bei vielen Patienten unangemessen sein. 2015 wurde weltweit mit Krebsmedikamenten ein Umsatz von rund 95 Mrd. Euro erzielt. Der Wissenschaftler fordert strengere Kriterien bei der Zulassung von Medikamenten und verbesserte Einwilligungserklärungen, damit sich eine ethische Behandlung und eine Verringerung der Behandlungskosten erzielen lässt.

Die Lebenserwartung bei Krebspatienten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verbessert. In den USA hat sich zum Beispiel die relative Fünfjahres-Überlebensrate bei Erwachsenen mit soliden Tumoren von 49 auf 68 Prozent verbessert. Wise fragt sich jedoch in seinem Artikel, wie viel dieser Verbesserung auf neue Medikamente zurückzuführen ist. Er vermutet, dass andere Faktoren eine Rolle gespielt haben. Viele der in den letzten zehn Jahren zugelassenen Medikamente verlängern laut dem Experten das Leben um nur ein oder zwei Monate.

Ethische Fragen im Zentrum

Damit stellt sich eine Reihe von ethischen Fragen, etwa ob die Betroffenen wissen, dass die Wirkung dieser Medikamente nur eingeschränkt sein wird, ob das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen gerechtfertigt ist und ob die Studien in diesem Bereich die richtigen Informationen liefern. Wise konzentriert sich seit Jahren in seiner Forschung auf Fragen der Ethik in der medizinischen Forschung und der Pflege - und er weist auf die Einschränkungen bei Studien zu Krebsmedikamenten hin, bei denen zum Beispiel Surrogat-Endpunkte eingesetzt werden, um eine frühere Zulassung zu erreichen.

Dabei handelt es sich um einen Messwert, der die Wirkung einer Intervention, wie zum Beispiel eines neuen Medikaments, auf das Auftreten einer Krankheit anzeigen soll. Diese Werte sind jedoch nicht immer tatsächliche Indikatoren für verbesserte Überlebenschancen. Wise warnt auch, dass marginale Reaktionen in klinischen Tests zusätzlich nicht auf den Großteil der später behandelten Patienten zutreffen könnten. Auch das Fehlen von voll informierten Einwilligungserklärungen in der Krebstherapie sei immer wieder ein Problem. Unrealistische Erwartungen seien oft die Folge.

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Michaela Monschein
Tel.: +43-1-81140-300
E-Mail: monschein@pressetext.com
Website: www.pressetext.com

[ Quelle: http://www.pressetext.com/news/20161110019 ]

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