Branchen ETFs: Wie sinnvoll ist ein Investment?

ETF

Fonds und ETFs, die sich auf bestimmte Themen konzentrieren, sind weiterhin auf dem Vormarsch. Ihr Volumen konnte seit 2020 deutlich zulegen. Das Spektrum der Möglichkeiten ist groß und reicht von Megatrends wie Nachhaltigkeit oder Technologie hin zu spannenden Nischen wie Cannabis. Doch Vorsicht ist geboten. Bei der Performance müssen Anleger häufig Abstriche machen.

Das von Themenfonds verwaltete Vermögen weltweit hat sich aktuellen Analysen zufolge alleine in den letzten drei Jahren mehr als verdreifacht und dürfte nun bei über 600 Mio. US-Dollar liegen. Im Jahr 2020 wurden 237 neue Themenfonds aufgelegt, so viele wie noch nie. 2019 waren es noch 167 aufgelegte Fonds gewesen.

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Aus Anlegersicht sind Themenfonds nur als Beimischung im Depot sinnvoll. Denn aufgrund der Konzentration auf ein Thema sind sie entsprechend wenig diversifiziert. Und die Performance lässt häufig zu wünschen übrig, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Rendite hat bei Branchen-ETFs eine kurze Lebensdauer

Insbesondere in der langfristigen Performance können nur wenige Themenfonds mit dem gesamten Aktienmarkt mithalten. Einer Morningstar-Studie zufolge schlagen in einem Zeitraum von 15 Jahren nur rund 20 % der Themenfonds den globalen Aktienmarkt. Gleichzeitig wurde über die Hälfte der Fonds innerhalb von diesem Zeitraum schon wieder geschlossen. Etwa ein Fünftel löst sich bereits in den ersten fünf Jahren nach Auflage wieder auf, meist weil die erhoffte Performance nicht erreicht wurde.

Ein Grund dafür mag sein, dass die Fondsanbieter gerade bei Trendthemen zu spät dran sind, wenn sie mit einem Thema an den Markt gehen. Dann ist der Trend schon wieder abgeflaut, wenn der Fonds an den Start geht, und die Bewertung der enthaltenen Aktien bereits sehr hoch. Dieses Muster ließ sich etwa bei 3D-Druck oder Cannabis beobachten.

Branchen-ETFs haben oft höhere Gebühren

Ein Nachteil von thematischen Produkten sind zudem die Kosten. Bei gemanagten Themenfonds fallen sie laut einer Untersuchung der Universität Luzern mit durchschnittlich 1,8 % um rund 50 Basispunkte höher aus als bei nicht-thematischen Fonds. Die Studie beschränkte sich allerdings auf nachhaltige Anlageprodukte.

Bei Nachhaltigkeits-ETFs ist der Kostenunterschied sogar noch größer. Die durchschnittlichen jährlichen Kosten für Themen-ETFs liegen mit 0,45 % doppelt so hoch wie bei nicht-thematischen Produkten mit 0,22 %.

Diese Zahlen bedeuten nicht, dass Anleger Themenfonds und -ETFs grundsätzlich meiden sollten. Bei AnlegerPlus stellen wir regelmäßig solche Produkte vor, die wir als Depotbeimischung für sinnvoll erachten. Denn wenn die Fonds ein Thema zur richtigen Zeit aufgreifen, bieten sie nicht nur Risiken, sondern durchaus auch gute Renditechancen.

Foto: © Pixabay

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