Brexit bremst Handel mit Deutschland aus

Börsenbär und Bulle

Union Jack: Brexit schadet Vereinigtem Königreich (Foto: pixabay.com, mermyhh)pressetext.redaktion

Köln (pte023/23.07.2019/12:30) – Nur wenige Stunden vor der Ernennung von Boris Johnson als Parteichef der Konservativen und damit neuer britischer Premier deutet viel darauf hin, dass der drohende Brexit schon heute die Handelsbeziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und Deutschland beeinflusst hat. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) http://iwkoeln.de .

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Nur noch ein Britannien

Der IW-Report „Brexit – Bremsspuren beim Handel zwischen Britannien und Deutschland“ nimmt die Folgen für die Insel im Titel bereits vorweg. Ein wirtschaftliches Groß-Empire wird im Zuge des Brexit zum Britannien. „Insgesamt zeigte sich durch den Brexit ein dämpfender Einfluss auf die britische Volkswirtschaft, der sich auch in den Handelsbeziehungen niedergeschlagen hat“, bringt es Berthold Busch, Senior Economist für Europäische Integration am IW, auf den Punkt.

Dem Experten nach hat die Unsicherheit zum Investitionsabsentismus in England beigetragen. Auch habe die deutliche Abwertung des britischen Pfunds britische Exporte begünstigt und britische Importe verteuert, was über einen Preisanstieg die Dynamik des privaten Konsums gebremst hat. Während die deutschen Exporte in die EU von 2015 bis 2018 um 12,4 Prozent wuchsen, gingen die deutschen Ausfuhren in das Vereinigte Königreich um 7,8 Prozent zurück – eine Differenz von gut 20 Prozentpunkten. Die deutschen Einfuhren aus der EU-27 stiegen um 14,7 Prozent an, die Einfuhren aus dem Vereinigten Königreich gingen um 3,5 Prozent zurück.

„Nennenswerte Veränderung“

Auch im längerfristigen Vergleich des deutsch-britischen Außenhandels zeigt sich laut Busch eine „nennenswerte Veränderung“. Von 1991 bis 2015 wuchsen demnach die deutschen Exporte in das Vereinigte Königreich im Jahresdurchschnitt um 5,3 Prozent, von 2015 bis 2018 ergab sich ein jahresdurchschnittlicher Rückgang um 2,7 Prozent. Bei den deutschen Einfuhren aus england zeigte sich ein ähnliches Bild.

Bei Autos und Teilen, die einen Anteil von fast einem Viertel am deutsch-britischen Außenhandel haben, sanken die deutschen Exporte in das Vereinigte Königreich im Drei-Jahres-Zeitraum 2018 gegenüber 2015 um knapp 23 Prozent, die Importe von dort um 13,6 Prozent. Pharma-Erzeugnisse hatten mit einem Minus von 41,5 Prozent den stärksten relativen Exportrückgang zu verzeichnen; auf der Importseite gab es dagegen kaum eine Veränderung.

PDF-Download des IW-Reports „Brexit – Bremsspuren beim Handel zwischen Britannien und Deutschland“ unter: http://bit.ly/2SusQt6

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Aussender: pressetext.redaktion

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[ Quelle: http://www.pressetext.com/news/20190723023 ]

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