Der ETF-Markt in Deutschland 2022: Eine kurze Übersicht

Sparschweine auf blauem Boden

Christian Bimüller, Co-Head Digital Distribution in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) bei BlackRock

Sparpläne auf börsengehandelte Indexfonds (ETFs) werden bei deutschen Anlegern immer beliebter. Denn damit lässt sich langfristig und kontinuierlich Vermögen aufbauen – auch mit geringen Beiträgen ab einem Euro pro Monat.

„Gut Ding will Weile haben“, heißt es im Volksmund. Auch bei der Geldanlage wissen hierzulande immer mehr Menschen die Vorzüge eines langfristigen Horizontes zu schätzen. Im Zuge dessen gewinnt das ohnehin starke Wachstum von ETF-Sparplänen weiter an Dynamik, wie eine Prognose des Informationsdienstes extraETF im Auftrag von BlackRock zeigt.

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30 % jährliches Wachstum erwartet

Demnach dürfte die Zahl der ETF-Sparpläne in Deutschland bis zum Jahr 2025 auf rund neun Millionen monatliche Ausführungen steigen. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 35 % im Vergleich zu Ende Dezember 2020, als es zwei Millionen entsprechender ETF-Sparpläne gab. Aktuell sind es bereits knapp drei Millionen.

Das jährliche Sparvolumen soll im gleichen Zeitraum von aktuell 3,6 Milliarden Euro auf 15,7 Milliarden Euro steigen – sprich im Schnitt um 34 % pro Jahr.

Verbraucherzentralen erkennen die Vorteile

Für die steigende Nachfrage nach ETF-Sparplänen gibt es gute Gründe: Zum einen sind ETF-Sparpläne intuitiv verständlich, kostengünstig, transparent und flexibel einsetzbar – ebenso wie ETFs selbst. Diese börsengehandelten Indexfonds bilden die Wertentwicklung von Börsenindizes wie zum Beispiel dem DAX nach. Sie eignen sich besonders gut, um von der Entwicklung an unterschiedlichen Finanzmärkten zu profitieren und zugleich das Risiko der Geldanlage zu streuen.

Aufgrund ihrer geringen laufenden Kosten ist die Geldanlange in ETFs zudem häufig günstiger als bei klassischen Investmentfonds oder einem Direktinvestment in die zugrundliegenden Basiswerte.

Verbraucherzentralen, Verbraucherportale, Finanzblogger und Fachmedien bestätigen dies schon seit geraumer Zeit. Nun werden sich auch immer mehr Privatanleger dieser Vorteile bewusst und nutzen ETF-Sparpläne im Rahmen ihrer Geldanlage und des langfristigen Vermögensaufbaus.

Vielfältiges Angebot für Anleger

Zum anderen wird das Angebot vielfältiger. Neue Broker bereichern den Markt. Gleichzeitig bauen bestehende Anbieter ihr Sortiment an sparplanfähigen ETFs aus, andere stellen ihr ETF-Sparplanangebot auf gebührenfreie Modelle um. Und die Einstiegsbeträge gehen weiter zurück, sodass Anleger inzwischen bereits ab einem Euro pro Monat kontinuierlich Vermögen aufbauen können. Dies trägt dazu bei, den Zugang zum Kapitalmarkt zu erleichtern.

Das steigende Interesse spiegelt sich unter anderem auch darin wider, dass der ETF-Sparplanrechner die am meisten besuchte Content-Seite bei iShares innerhalb Europas ist. Anleger nutzen dieses Tool ausgiebig, wie die Verweildauer zeigt. Der Leitfaden zur ETF-Sparplananlage und der Button zum Sparplan-Einrichten, der einen Vergleich verschiedener Anbieter ermöglicht, gehören ebenfalls zu den Favoriten der Nutzer der iShares Website.

Nachhaltige ETFs sind gefragt

Insbesondere auch das Interesse an Sparplänen auf nachhaltige ETFs nimmt zu. Der generelle Trend zu nachhaltiger Geldanlage spiegelt sich bei ETFs sogar besonders eindrücklich wider. So belief sich das Neugeschäft mit nachhaltigen ETFs in den USA und der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) im Jahr 2020 per Saldo auf 85 Milliarden US-Dollar, während es 2019 noch 28 Milliarden US-Dollar gewesen waren. Dies ist unserer Ansicht nach erst der Beginn einer langfristigen Entwicklung, in deren Verlauf es über Jahrzehnte hinweg zu einer erheblichen Umverteilung von Kapital kommen dürfte.

Aktuell sorgen in Deutschland bereits mehr als eine Million Menschen über Sparpläne auf iShares-ETFs finanziell für die Zukunft vor – Tendenz dynamisch steigend. Damit tragen ETFs dazu bei, die Aktienkultur in Deutschland zu fördern und die Geldanlage weiter zu demokratisieren.

Foto: © HAKINMHAN – istockphoto.com

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