Der Kurs von meinem ETF sinkt – Was ist zu tun?

Bild mit Holzklötzen die das Wort ETFS abbilden

Viele Anleger sind derzeit verunsichert, wie sie ihr Geld investieren sollen. ETFs (Exchange Traded Funds), die das Investment in einen ganzen Index ermöglichen, bieten sich als Einstieg in die Geldanlage an. Doch selbst bei den häufig breit gestreuten ETFs sind gerade in Krisenzeiten Verluste möglich. Wer die nachfolgenden Tipps beachtet, kann Verluste bei ETFs begrenzen.

Inhalt

  1. Langfristig anlegen mit ETF-Sparplan
  2. Verschiedene Branchen und Regionen
  3. Breit streuen
  4. Auf das ETF-Volumen achten
  5. Auf ETFs mit physischer Replikation setzen
  6. Mit Stopps arbeiten

Als zu Beginn des Jahres 2022 zunächst die Technologiewerte und später in Folge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine Aktien auf breiter Front Kursverluste hinnehmen mussten, betraf dies natürlich auch viele Aktien-ETFs, die bei Anlegern sehr beliebt sind. Was sollten Anleger beachten, damit die Verluste in solchen Fällen nicht zu groß werden?

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Langfristig anlegen mit ETF-Sparplan

Bei einer Geldanlage in ETFs sollte der Anlegern einen möglichst langen Anlagezeitraum veranschlagen, im Idealfall 10 bis 15 Jahre. Die Vergangenheit zeigt, dass bei einem solch langfristigen Zeithorizont das Auf und Ab an der Börse eine geringere Rolle spielt. Der bei ETFs beliebte MSCI World legte beispielsweise in den letzten Jahren insgesamt um über 100 % zu. Auf Ein-Jahres-Sicht steht dagegen ein Minus von mehr als 15 % zu Buche.

Um das Risiko des falschen Einstiegszeitpunkts zu minimieren, bieten Banken und Vermögensverwalter Fondssparpläne an. Monatlich fließt dann also wie bei Versicherungen ein festgelegter Betrag in die ausgewählten Fonds und ETFs. Investiert wird also unabhängig von der jeweiligen Börsenphase. Mit fortlaufender Dauer des Sparplans entwickelt sich so ein geglätteter Einstandspreis. Dieser sogenannte Cost-Average-Effekt gilt als wichtiger Vorteil von Sparplänen. Viele Banken bieten Sonderkonditionen für Sparpläne, was der Rendite zugutekommt.

Verschiedene Branchen und Regionen

Beschränkt sich ein ETF auf nur ein Land oder eine Branche, ist das Verlustrisiko höher. Denn Krisen betreffen oft ein komplettes Segment oder eine ganze Region. Wer auf Branchen- oder Länder-ETFs setzen möchte, sollte also auf jeden Fall in mehrere Themen investieren und dabei auf eine ausgewogene Verteilung achten.

Breit streuen

Seine Geldanlage breit zu streuen, reduziert das Verlustrisiko ebenso. ETFs weisen zwar grundsätzlich eine gewisse Streuung auf, jedoch empfiehlt es sich darauf zu achten, dass im abgebildeten Index möglichst viele Unternehmen enthalten sind, etwa beim S&P 500 oder dem MSCI World, und keine Klumpenrisiken entstehen. Häufig sind nämlich große Werte in einem Index und damit im ETF hoch gewichtet und beeinflussen diesen entsprechend stark.

Auf das ETF-Volumen achten

Das Volumen eines ETF, also die Summe aller Werte, in die er investiert ist, sollte nicht zu klein sein. Bei kleinen ETFs droht die Schließung, wenn sie für den Emittenten nicht rentabel bewirtschaftet werden können. Damit droht die Gefahr, dass der ETF in einer Verlustphase aufgelöst wird. Idealerweise sollten die ETFs mindestens ein hohes zweistelliges oder dreistelliges Millionenvolumen aufweisen.

Auf ETFs mit physischer Replikation setzen

Wenn ETFs nicht direkt in die Werte des nachgebildeten Index investieren (physische Replikation), sondern synthetisch über sogenannte Swap-Geschäfte, besteht ein Emittentenrisiko. Denn die Swaps sind Tauschgeschäfte mit einer Bank, bei deren Insolvenz die Nachbildung der Indexrendite nicht mehr gewährleistet werden kann. Zudem sollten Anleger ggf. im Börsenprospekt auch noch prüfen, ob eine Wertpapierleihe ausgeschlossen ist, damit auch das Risiko nicht gegeben ist, dass der Leiher pleitegeht.

Mit Stopps arbeiten

Wer einen langfristigen Anlagehorizont hat und seinen geplanten Ausstiegszeitpunkt kennt, sollte rund fünf Jahre vorher anfangen, mit einem Stop-Loss-Limit zu arbeiten. Das bedeutet: Man legt einen Kurs fest (rund 15 % unter der aktuellen Notierung), zu dem der ETF verkauft werden soll. Damit lassen sich sowohl das Verlustrisiko reduzieren als auch Gewinne absichern. Wichtig ist, dass das Stop-Loss-Limit bei einem Kursanstieg regelmäßig nach oben angepasst wird. Ein sogenannter Trailing-Stop-Loss hilft dabei, das zu automatisieren.

Anleger, die keinen festen Ausstiegszeitpunkt haben, können auf ein Stop-Loss-Limit auch verzichten und Kursverluste „aussitzen“.

Weitere hilfreiche Beiträge zum Thema Fonds und ETFs finden Sie auf unserer Website AnlegerPlus.de. Ebenfalls interessant: Der Welt-ETF als Basis-Investment und ETF-Portfolio: Die Welt ist nicht genug

Weitere Tipps hat auch der Bankenverband.

Foto : © istockphoto.com

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