ETF-Sparplan für Kinder: Wie sinnvoll ist das?

Familie in Sonnenuntergang

Georg Redekop

Den jüngsten Entwicklungen zufolge wird uns die Niedrigzinsphase noch einige Jahre begleiten. Für Eltern, die trotzdem für ihre Kinder finanziell vorsorgen möchten, lohnt ein Blick über den gewohnten Tellerrand von Sparbuch & Co. In diesem Artikel klären wir die Frage, wie sinnvoll ein ETF Sparplan für Kinder wirklich ist und was man dabei beachten sollte.

Inhalt

  1. Gegenwärtige Probleme mit der Geldanlage
  2. Ein Beispiel für einen ETF-Sparplan für Kinder wie aus dem Leben
  3. Warum sich ein früher Einstieg lohnt
  4. Über den Autor

Gegenwärtige Probleme mit der Geldanlage

Eltern, die für ihre Kinder finanziell vorsorgen wollen, fragen sich, welche Möglichkeiten sie im derzeitigen Niedrigzinsumfeld haben. Die aktuellen Zinsen für Tagesgeld & Co. liegen bei nahezu 0 %. Und das klassische Bausparen ist in der heutigen Zeit einfach nicht mehr lohnenswert, wenn es um renditeorientierten Vermögensaufbau geht. Schließlich hat der Nachwuchs noch das ganze Leben vor sich. Da kann und sollte man ein gewisses Risiko zugunsten der Performance eingehen. Und wenn man seine Kosten unter Kontrolle hat, dann lässt sich die Unterstützung des Staates in Form des Kindergeldes für den Vermögensaufbau des Nachwuchses nutzen.

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Ein Beispiel für einen ETF-Sparplan für Kinder wie aus dem Leben

Das nachfolgende Beispiel zeigt, wie Eltern mithilfe von Exchange Traded Funds (ETFs) dabei vorgehen können und warum es wichtig ist, so früh wie möglich mit der Vorsorge zu beginnen.

Unser fiktives Beispiel dreht sich um die gleichaltrigen Freunde Jan und Ben. Jans Eltern haben sich bei seiner Geburt dazu entschlossen, für ihn einen ETF-Sparplan anzulegen. Das Grundkapital dazu lieferte Vater Staat in Form des Kindergeldes (204 Euro/Monat). Diese 204 Euro bzw. 2.448 Euro im Jahr investierten Jans Eltern in einen ETF-Sparplan, der im Durchschnitt eine Rendite von 10 % pro Jahr erwirtschaftete.

Jans Eltern sind mit Bens Eltern gut befreundet und erzählten ihnen von dem ETF-Sparplan. Da Bens Eltern bis dato jedoch noch keine Erfahrungen mit ETFs gesammelten hatten, entschlossen sie sich dazu, erst einmal abzuwarten, wie sich der Plan ihrer Freunde entwickeln würde.

Sie warteten ganze zehn Jahre. Während dieser Zeit konnten sie mitverfolgen, wie das Vermögen vom kleinen Jan Jahr für Jahr immer weiter zunahm, wenn auch mit gewissen Schwankungen. Nach den ersten zehn Jahre betrug das Vermögen von Jan bereits 42.916 Euro. Seine Eltern hatten jedoch selbst nur 24.480 Euro investiert. Beeindruckt von diesem Erfolg entschlossen sich die Eltern von Ben, ebenfalls einen ETF-Sparplan für ihren Sohn anzulegen. Doch den Vorsprung ihrer Freunde konnten sie nicht mehr einholen.

Warum sich ein früher Einstieg lohnt

Selbst wenn die Eltern von Jan nach dem zehnten Jahr nichts mehr investieren hätten, wäre der Vorsprung uneinholbar. Denn würde sich das Kapital von Jan bis zum Renteneintritt von 67 Jahren weiterhin mit durchschnittlich 10 % pro Jahr verzinsen, dann würde er mit 67 Jahren ein Vermögen von 9.817.599 Euro besitzen. Ben hingegen, der ab dem 11. Lebensjahr durchgehend 2.448 Euro pro Jahr investiert, würde mit 67 Jahren „nur“ ein Vermögen von 6.133.163 Euro besitzen. Jan stünden also 3.684.436 Euro mehr für den ruhigen Lebensabend zur Verfügung als Ben.

Das Beispiel zeigt anschaulich, warum es wichtig ist, den Zinseszinseffekt so früh wie möglich für sich bzw. seine Kinder/Enkel arbeiten zu lassen. Aus diesem Grund sind meine Frau und ich dem fiktiven Vorbild von Jans Eltern gefolgt und haben gleich nach der Geburt unseres Sohnes für ihn einen ETF-Sparplan eingerichtet. Da das Depot auf seinen Namen läuft, sind die Kapitalerträge bis zur Grenze des Freibetrags (801 Euro/Jahr) sogar steuerfrei.

Darüber hinaus profitiert man mit einem Sparplan sogar von zwischenzeitlichen Kurseinbrüchen. Wenn die Kurse nämlich unten sind, erhält man für den fixen Sparbetrag mehr ETF-Anteile. Und wenn die Kurse dann wieder anziehen, profitiert man stärker von der Erholung.

Über den Autor

Georg Redekop absolvierte ein Studium als Wirtschaftsingenieur und ist Mitgründer und geschäftsführender Partner der Redekop & Partner KG (Family-Trust). Er ist Autor des Buches „Der Vermögens-Autopilot“ und Fachautor für die „Börse Online“, die „€uro am Sonntag“ und das „Diplomatische Magazin“.

Foto: Pixabay

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