Google verbessert Leistungen für Leiharbeiter

Börsenbär und Bulle

Google: Neue Regeln für Vertragspartner (Foto: unsplash.com, Paweł Czerwiński)pressetext.redaktion

Mountain View (pte001/04.04.2019/06:00) – Internetriese Google will Leiharbeiter und temporäre Arbeitskräfte in den USA künftig arbeitsrechtlich ähnlich wie reguläre Festangestellte behandeln. So dürfen Betroffene bald auf eine umfassende Gesundheitsfürsorge, bezahlte Elternzeit und einen Mindeststundenlohn von 15 Dollar (rund 13,4 Euro) hoffen. Einem internen Memo zufolge sollen die neuen Richtlinien für eine bessere Bezahlung schon bis Januar 2020 umgesetzt werden, alle anderen Leistungen spätestens bis zum Jahr 2022.

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„Sinnvolle Veränderungen“

„Wir erwarten von unseren Vertragspartnern und Zulieferern, dass sie Mitarbeitern und ihren Angehörigen eine flächendeckende Gesundheitsfürsorge anbieten“, zitiert die US-Website „The Hill“ aus einem Memo, das Eileen Naughton, Vice President of People Operations bei Google, verfasst hat. Das beinhalte unter anderem die Kostenübernahme für Krankenhausaufenthalte, präventive medizinische Maßnahmen, Wellness-Services, Laboruntersuchungen, verschreibungspflichtige Medikamente, Zahnarzt-Behandlungen oder psychologische Betreuung. Außerdem soll werdenden Eltern zwölf Wochen Elternzeit gewährt werden.

„Das sind wichtige und sinnvolle Veränderungen“, betont Naughton. Man wolle damit zunächst in den Vereinigten Staaten starten, weil entsprechende Leistungen dort nicht gesetzlich verpflichtend verankert sind. „Wir werden uns den Implementierungsprozess hier ganz genau ansehen und daraus lernen, um auch weitere Bereiche mit Verbesserungspotenzial in anderen Regionen der Welt zu identifizieren“, lässt die Google-Mitarbeiterin wissen.

Protest von 915 Angestellten

Dass Google gerade jetzt damit anfangen will, sich stärker für die Rechte von Leiharbeitern und temporären Arbeitskräften einzusetzen, hat einen triftigen Grund. Beinahe gleichzeitig ist nämlich bekannt geworden, dass eine Gruppe von 915 eigenen Mitarbeitern in einem gemeinsamen Brief an die Geschäftsleitung genau diese ungleiche Behandlung angeprangert hatte. Dieser Protest ist offensichtlich angekommen und zeigt nun Wirkung.

Dem durchgesickerten Schreiben zufolge machen temporäre und „geliehene“ Arbeitskräfte insgesamt gesehen an die 54 Prozent der Google-Belegschaft aus – das sind umgerechnet 122.000 betroffene Personen. „Falls unsere Partner die neuen Regeln nicht bis zur Deadline umsetzen, müssen wir geschäftliche Entscheidungen treffen und uns an anderer Stelle um neue Talente umsehen“, unterstreicht eine Sprecherin des US-Konzerns abschließend.

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Ansprechpartner: Markus Steiner

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