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26. Oktober 2020   Markt

Aktien werden in der Krise beliebter

Brse4

Die Coronapandemie hinterlässt ihre Spuren im Sparverhalten der Deutschen. Fast jeder zweite Sparer (43 %) nutzt verstärkt andere Anlageformen als vor der Krise. Besonders Aktien können profitieren.

 

Wichtiger als die Rendite ist bei der Geldanlage allerdings offenbar die schnelle Verfügbarkeit der Ersparnisse. Laut einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Kantar im Auftrag der Postbank durchgeführt hat, parken 20 % der Befragten ihr Geld nun vermehrt auf dem Girokonto. 13 % kaufen mehr Aktien und Fondsanteile, fast genauso viele (12 %) legen verstärkt Geld auf dem klassischen Sparkonto zurück; jeder Zehnte (10 %) auf einem Tagesgeldkonto. Das Hamstern von Bargeld spielt in der Krise dagegen keine größere Rolle als davor: Nur knapp 8 % der Befragten verwahren ihr Erspartes nun verstärkt Zuhause.

Obwohl die niedrigverzinsten Anlageformen wie Girokonto oder Sparkonto immer noch beliebt sind, legen deutlich mehr Sparer ihr Geld auch in Fonds und Aktien an. Immerhin 10 % der Deutschen nahmen das Krisen-Tief an den Börsen zum Anlass, ins Wertpapiergeschäft einzusteigen oder ein Investment aufzustocken. Weitere 18 % haben ihre Anteile gehalten oder unverändert weiter in einen Fondssparplan eingezahlt.

Während der Pandemie kauften die Anleger vor allem Aktien (62 %), ETFs (40 %) und gemanagte Investmentfonds (22 %). Jeder fünfte Befragte (20 %), der bislang keine Wertpapiere erworben hat, spielt mit dem Gedanken, in den kommenden zwölf Monaten Geld an der Börse zu investieren; 4 % planen dies konkret.

 

Ist Geldanlage Männersache?

Wertpapiergeschäfte sind offenbar immer noch eine Männerdomäne. Nur 3 % der weiblichen Befragten kauften seit Ausbruch der Coronapandemie verstärkt Wertpapiere, von den Männern hingegen viermal so viele (12 %). Und während lediglich 1 % der weiblichen Befragten ins Wertpapiergeschäft einstiegen, wagten mehr als 4 % der Männer diesen Schritt.

Den Sparwillen der Bundesbürger hat die Coronakrise offenbar nicht gebrochen – im Gegenteil: Derzeit legen 83 % Geld zurück. Im vergangenen Jahr taten das nur 74 %. Damit ist der Anteil der Sparer an der Gesamtbevölkerung erneut deutlich gewachsen. Die Deutschen sparen für unvorhergesehene Ausgaben (47 %), für ihre Altersvorsorge (44 %) und um sich etwas zu gönnen (32 %). 29 % legen aktuell Geld beiseite, um sich einen finanziellen Puffer für Krisenzeiten zu schaffen.

 

Das Umfrageergebnis zeigt zudem, dass drei von vier Verbrauchern (75 %) während der Pandemie ihre Ausgaben reduziert haben. Weniger Geld fließt in Urlaub (46 %), Gastronomiebesuche (40 %), Freizeitaktivitäten und Hobby (32 %), Mode (28 %), Dienstleistungen (wie Friseurbesuche, 25 %) sowie Möbel und Haushaltsgeräte (22 %). Kaum gespart wird hingegen an Nebenkosten wie Wasser und Strom (4 %), der Altersvorsorge (7 %) und an Lebensmitteln (7 %). Besonders häufig schränkten dabei die jungen Befragten zwischen 18 und 29 Jahre ihre Ausgaben ein (82 %); bei den über 60-Jährigen taten das 64 %.

Redaktion AnlegerPlus



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