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15. Mai 2018   INVESTMENT & STRATEGIE

Aktuelle Nebenwerte

Nebenwerte

In der Rubrik „Nebenwerte“ unserer AnlegerPlus News 5/2018 veröffentlichten wir ein Update zur technotrans AG, die wir zuletzt vor mehr als vier Jahren besprochen hatten. Der Spezialist für Kühl- und Temperierlösungen verzeichnete 2017 das erfolgreichste Geschäftsjahr der Firmengeschichte und der Vorstand erwartet weiteres Wachstum. Bei der Lechwerke AG, einer Neuvorstellung, könnte sich ein Einstieg lohnen. Der Aktienkurs des regionalen Energieversorgers klettert von einem Höchststand zum nächsten und die Perspektiven für 2018 können sich sehen lassen.

technotrans AG

Verfünffacher mit weiterem Potenzial

Mehr als vier Jahre ist es her, dass wir die Aktie der technotrans AG bei Kursen um 7,90 Euro vorstellten und darauf hinwiesen, dass das Unternehmen den Weg zurück auf den Wachstumspfad geschafft haben könnte. Jetzt ist es amtlich: technotrans hat das erfolgreichste Geschäftsjahr der Firmenhistorie hinter sich gebracht, der Aktienkurs hat die 40-Euro-Marke überschritten.

Satte Ergebnissteigerung

Der technotrans-Konzern blickt auf ein äußerst erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurück: Die Unternehmensgruppe konnte das operative Ergebnis (EBIT) 2017 um 79,2 % auf 17,4 Mio. Euro steigern und damit sogar die eigene Prognose übertreffen. Man wuchs erneut in sämtlichen Marktbereichen und verbesserte die Profitabilität deutlich. Unter dem Strich stand im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Jahresüberschuss von 12,3 Mio. Euro, was einer Steigerung von 69 % gegenüber 2016 entspricht.

Der Umsatz inklusive der 2016 getätigten Übernahmen stieg um 35,1 % auf 205,1 Mio. Euro. Das organische Wachstum summierte sich auf 12 %. Das Segment Technology erzielte ein Umsatzwachstum von 42,4 % auf 147,6 Mio. Euro. Dies entspricht einem Umsatzanteil von 72 %. Das Segment Services setzte seinen Wachstumskurs ebenfalls fort. Der Umsatz stieg hier um 19,4 % auf 57,5 Mio. Euro.

Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet der Vorstand erneut Wachstum. Der Umsatz soll zwischen 212 und 220 Mio. Euro liegen, das operative Ergebnis (EBIT) ist in einer Bandbreite von 18 bis 20 Mio. Euro geplant. Neue Akquisitionen sind in der Umsatz- und Ergebnisplanung nicht berücksichtigt. Bis 2020 soll der Konzernumsatz dann auf 300 Mio. Euro steigen.

Um dieses Ziel zu erreichen, sollen insbesondere die neuen Wachstumsmärkte des Konzerns künftig überproportionale Umsatzsteigerungen erbringen. Zu den wachstumsorientierten Maßnahmen zählen auch weiterhin die Akquisition komplementärer Geschäftsfelder, Technologien oder Produkte. Dabei strebt der Vorstand eine sukzessive Verbesserung der Umsatzrentabilität (EBIT-Marge) an.

Aktie halten

Auf Basis der 6,91 Mio. ausgegebenen Aktie und einem aktuellen Aktienkurs von 41 Euro wird technotrans mit etwa 290 Mio. Euro bewertet. Vor dem Hintergrund der aufgezeigten Wachstumsperspektiven erscheint eine Bewertung mit einem 2019er-KGV(e) von 19 angemessen. Dazu kommt in diesem Jahr noch eine Dividendenzahlung von 0,88 Euro je Aktie, die einer Dividendenrendite von 2,1 % entspricht.

Aus unserer Sicht spricht derzeit nichts dagegen, die Aktien zu halten. Unser mittelfristiges Kursziel wird auf 60 Euro angehoben. Das Stop-Loss-Limit sollte zur Gewinnabsicherung auf 35 Euro nachgezogen werden.

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Lechwerke AG

Interessantes aus der Energiebranche

Die Energiebranche befindet sich im Umbruch, die Aktienkurse der großen Energiekonzerne E.ON und RWE befinden sich seit Jahren auf Talfahrt. Völlig unbeeindruckt von dieser Entwicklung zeigt sich dagegen der Kurs der bayerischen Lechwerke AG (LEW). Er klettert von einem Höchststand zum anderen. Und dennoch könnte sich ein Einstieg noch lohnen.  

Energiekonzern ohne Atomkraft

Ein Grund für die Kursstärke der LEW-Aktie liegt sicher darin, dass der Konzern den Strom vornehmlich aus ökologischer Produktion gewinnt und keine Atomkraftwerke betreibt. Das Unternehmen besitzt 36 Wasserkraftwerke an den Flüssen Iller, Lech, Wertach, Donau und Günz. Darüber hinaus verfügt die LEW über ein Stromnetz, das sich über weite Teile des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben erstreckt. LEW betreibt außerdem Internetzugänge über eine hochverfügbare Glasfaserinfrastruktur, bietet Unternehmenskunden Netzwerklösungen und betreibt ein Rechenzentrum sowie Funktechnologien.

Das abgelaufene Geschäftsjahr des Energieunternehmens kann sich sehen lassen. Insgesamt gingen im Konzern Umsätze von 2,34 Mrd. Euro durch die Bücher. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei 190 Mio. Euro. Für Aktionäre bedeutet dies eine gegenüber dem Vorjahr um 0,20 Euro erhöhte Dividende von 2,80 Euro je Aktie, die nach der Hauptversammlung am 09. Mai fällig wird, so die Aktionäre dem Dividendenvorschlag zustimmen. Damit setzt LEW die progressive Dividendenpolitik der vergangenen Jahre fort.

Zukunftsvisionen mit Fragezeichen

LEW-Vorstand Dr. Markus Litpher erläuterte im Rahmen einer kürzlich abgehaltenen Investorenkonferenz die mittelfristigen Chancen und Visionen des Vorstands. So sollen neben der Wasserkraft die Bereiche Fotovoltaik und Biomasse weiter ausgebaut werden. Investitionen in den Netzausbau sollen fortgesetzt werden, mehr als 190 Breitbandprojekte sollen den Anschluss von über 60.000 Haushalten und Betrieben ermöglichen.

Als Schlüsseltechnologie der Energiezukunft bezeichnete Litpher die E-Mobilität. LEW verfügt bereits über 150 Ladepunkte in der Region und will das Ladenetz deutlich erweitern.

Dabei liegt die Betonung auf „will“. Denn die LEW-Aktien liegen zu knapp 90 % bei der innogy SE. Diese soll, wie bekannt, im Rahmen einer Neuordnung der Energiebranche zunächst an E.ON verkauft und anschließend zerteilt werden. Vertrieb und Netze von innogy gingen dann an E.ON. Inwieweit sich LEW aus den Konzernspielchen des Großaktionärs heraushalten kann, wird jedoch entscheidend dafür sein, wie es um die LEW-Zukunft bestellt ist. Zu diesem Themenkomplex konnte oder wollte Litpher im Rahmen der Investorenkonferenz jedoch nicht Stellung nehmen.

Immerhin: LEW gehört eben nicht zu 100 % zu innogy! 6,74 % der Aktien hält die öffentliche Hand und 3,39 % der Aktien befinden sich im Streubesitz. Sollte es also zu einer Filetierung von LEW kommen, müssten unseres Erachtens die Vermögenswerte der Gesellschaft – wie bei einem Squeeze-out im Übrigen auch – offengelegt werden. Und diese könnten deutlich höher liegen, als es die aktuelle Marktkapitalisierung von rund 3,3 Mrd. Euro hergibt.

Aktie spannend

Alles in allem bietet die LEW-Aktie aus unserer Sicht derzeit mehr Chancen als Risiken. Beim aktuellen Kurs von 93 Euro siedeln wir das mittelfristige Kursziel bei 120 Euro an, ein Stop-Loss-Limit sollte bei 80 Euro platziert werden .

 

Weitere interessante Nebenwerte finden Sie in unserer aktuellen Print-Ausgabe AnlegerPlus 4/2018 vom 5. Mai 2018

Redaktion AnlegerPlus (-hi)



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