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19. Mai 2021   HV-Bericht

Auf Rekord programmiert

MuM

Auch die Coronakrise konnte die beeindruckende Entwicklung der Mensch und Maschine Software SE (MuM) bisher nicht stoppen. Für das Geschäftsjahr 2020 meldete der CAD/CAM-Spezialist erneut einen Rekordgewinn. Der Aktienkurs bewegt sich nahe an seinem Höchststand.

 

MuM ist einer der führenden europäischen Anbieter von CAD-/CAM-/CAE-/PDM- und BIM-Lösungen, die in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz kommen. CAD, CAM und CAE steht für computerunterstützte Lösungen für Design, Manufacturing und Engineering. Bei PDM handelt es sich um Angebote für das Datenmanagement im Industriebereich. BIM bedeutet Building Information Management, mit dessen Hilfe im Baubereich alle Gewerke gleichzeitig bearbeitet werden können.

 

Eines der Kernprodukte von MuM ist die Produktlinie „hyperMill“ der Tochtergesellschaft Open Mind, mit der Werkzeugmaschinen durch „schlauere“ Bewegungen um bis zu 90 % schneller werden sollen. Im neuen Bereich 3D-Metalldruck kann die Effizienz durch die Automatisierung bisher manueller Fertigungsschritte laut MuM sogar um den Faktor 100 beschleunigt werden. Das Tochterunternehmen SOFiSTiK bietet BIM-Lösungen für anspruchsvolle Brücken- und Tunnelprojekte an, die beispielsweise bei der neuen Bosporus-Brücke zum Einsatz kamen.

 

Höhere Dividende

Der Umsatz von MuM bewegte sich im Geschäftsjahr 2020 mit 244 Mio. Euro fast auf Vorjahresniveau (246 Mio. Euro). An einen Anstieg um 24 % im ersten Quartal 2020 schlossen sich Corona-bedingt drei schwächere Quartale an, sodass der Gesamtjahresumsatz unter dem Strich fast unverändert blieb. Das EBIT konnte man 2020 dennoch im Vergleich zum Vorjahr um 10 % auf 19,1 Mio. Euro steigern, die operative Marge verbesserte sich auf 25,3 % (Vj. 23,1 %).

 

Als Erklärung für die Ergebniszahlen verwies Firmenchef und Großaktionär Adi Drotleff im Rahmen der virtuellen Hauptversammlung (HV) am 11. Mai auf die hohe Kostenelastizität. Mit Beginn der Pandemie wurden keine neuen Mitarbeiter eingestellt. Hinzu kamen deutlich reduzierte Messe- und Reiseaufwendungen. Bereits ab dem dritten Quartal war dadurch wieder eine spürbare Margenverbesserung zu verzeichnen.

Den operativen Cashflow konnte MuM um 28 % auf 33,7 Mio. Euro nach oben schrauben. Der Gewinn je Aktie stieg auf 1,12 Euro (Vj. 0,99 Euro) und die HV beschloss eine Dividendenerhöhung auf 1,00 Euro je Aktie (Vj. 0,85 Euro). Traditionell haben die Aktionäre bei MuM die Wahl, ob sie die Ausschüttung in bar oder in Form von neuen Aktien erhalten möchten.

 

Im ersten Quartal 2021 lag der MuM-Umsatz mit 72,3 Mio. Euro um 8 % unter dem noch kaum von der Pandemie beeinflussten Vorjahreswert. Das EBIT erreichte mit 11,2 Mio. Euro ein neues Rekordniveau, obwohl sich das Neugeschäft noch nicht vollständig erholt hat. Der Cashflow legte um 22 % auf 16,6 Mio. Euro zu.

Nach diesem erfolgreichen Start zeigte sich Drotleff auf der HV optimistisch für den weiteren Jahresverlauf. Er erwartet im Gesamtjahr ein Ergebnis je Aktie zwischen 1,25 und 1,35 Euro, wovon wieder der größte Teil ausgeschüttet werden soll. Nach Überzeugung des Firmengründers sei es in Zeiten von Negativzinsen nur wenig sinnvoll, zu viel Geld im Unternehmen zu behalten, nachdem kontinuierlich hohe Mittelzuflüsse generiert werden. Mittel- und langfristig ist der Firmenchef ebenfalls zuversichtlich. Ab 2022 sollen Umsatz und Rohertrag um 8 bis 12 % p. a. ausgeweitet, das Ergebnis je Aktie um 18 bis 24 % p. a. gesteigert und die Dividende jedes Jahr um 15 bis 20 % erhöht werden.

 

Aktie nicht mehr günstig

Eine solche Story kommt am Kapitalmarkt gut an. Vom Corona-Crash im März 2020 hat sich die Aktie schnell wieder erholt. Aktuell notiert sie mit 59,80 Euro höher als vor dem Coronacrash. Beeindruckend ist insbesondere die längerfristige Entwicklung. Ausgehend von einem Niveau von 3,50 Euro vor zehn Jahren hat sich der Aktienkurs bis heute mehr als verfünfzehnfacht. Zudem wurden über die letzten zehn Jahre, die aktuelle Ausschüttung eingerechnet, in Summe 4,50 Euro als Dividenden gezahlt.

Auf dem aktuellen Niveau ist die Aktie trotz der genannten Wachstumsperspektiven mit einem KGV von etwa 40 ambitioniert bewertet. Langfristig erscheint ein Investment auch mit Blick auf die zu erwartenden hohen Dividenden dennoch weiterhin interessant. Für einen Einstieg sollte jedoch einer der immer wieder zu beobachtenden Kursrückschläge abgewartet werden.

 

Matthias Wahler/Redaktion AnlegerPlus

Foto: Mensch und Maschine Software SE