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4. März 2021   Wirtschaft

Banken rechnen mit Aufschwung im Frühsommer

Schnelle Erholung2

Durch die hohen Infektionszahlen und den anhaltenden Lockdown wird die Wirtschaftsleistung in Deutschland zu Jahresbeginn schrumpfen, so die gemeinsame Prognose der Chefvolkswirte privater Banken. Im zweiten Quartal soll es dann aber wieder aufwärts gehen.

 

In ihrer Frühjahrsprognose erwarten die Wirtschaftswissenschaftler für das erste Quartal 2021 einen Rückgang des Wirtschaftswachstums von etwa 1 bis 1,5 %. Gleichwohl bleiben die privaten Banken zuversichtlich, dass die Konjunktur im zweiten Quartal wieder Fahrt aufnimmt.

 

„Die Wachstumsdelle zum Jahresstart wird umso besser verkraftbar sein, je schneller die Politik die lähmenden Unsicherheiten in den Griff bekommt“, sagt Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, mit Blick auf die Prognose. Für das gesamte Jahr 2021 erwarten die privaten Banken ein Wirtschaftswachstum von 3,8 %. Und für das kommende Jahr stellen sie ein Plus von rund 4 % in Aussicht. Wobei der Zuwachs im nächsten Jahr deutlich vom Schwung aus dem laufenden Jahr profitieren dürfte. 2022 könnte die Wirtschaft so ihr Vorkrisenniveau wieder erreichen.

Stärkste Stützen des Wachstums werden den Experten zufolge der Export und der private Konsum sein: Während Unternehmen Rückenwind vom wiederbelebten Welthandel bekommen, dürften viele Menschen ihr pandemiebedingtes „Zwangssparen“ beenden und wieder mehr konsumieren. „Wir rechnen beim Verbrauch der privaten Haushalte mit einem Plus von 3,5 %, das wäre mit Abstand das stärkste Plus beim privaten Konsum in Deutschland seit der Wiedervereinigung,“ so Ossig. Ganz wesentlich dafür sei allerdings, dass es gelinge, das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu halten. Nur so lasse sich vermeiden, dass nach einer allmählichen Lockerung der Pandemie-Beschränkungen nicht erneut umfassende Einschränkungen nötig werden.

 

Deutschland brauche mehr denn je nach der Krise einen deutlichen Innovationsschub und dringend mehr Investitionen in eine nachhaltige und digitale Zukunft. „Die Pandemie hat viele Baustellen in unserem Land offengelegt. Die Banken stehen bereit, um den Aufschwung und den so notwendigen Strukturwandel zu finanzieren. Wir brauchen dafür aber Handlungsspielräume,“ sagt Ossig.

Besonders belastend für die Banken seien nach wie vor die Negativzinsen der EZB. Da die Europäische Zentralbank ihre Aufkaufprogramme massiv ausgeweitet hat, ist die Überschussliquidität der Geschäftsbanken dramatisch gestiegen. Die Negativzinszahlungen der Kreditinstitute aus dem Euroraum an die EZB sind von jährlich knapp 5 Mrd. Euro vor der Pandemie auf zuletzt rund 13,5 Mrd. Euro gestiegen. Allein die deutschen Banken zahlen derzeit über 4 Mrd. Euro an die EZB. „Der im Herbst 2019 eingeführte Freibetrag reicht da bei weitem nicht aus und muss dringend angehoben werden,“ fordert Ossig.

 

Redaktion AnlegerPlus

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay