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4. Oktober 2018   Investment

Brezelkönig auf Wachstumskurs

brezen

Ob belegte Baguettes, Pizzen oder Wraps – die Deutschen haben einen Heißhunger auf Snacks und geben dafür Milliarden aus. Profiteur des wachsenden deutschen Snack-Markts ist der Schweizer Konzern Valora (ISN CH0002088976).

Tatsächlich hat sich der hierzulande weitgehend unbekannte Schweizer Kioskhändler Valora zum führenden Back-Snack-Anbieter Deutschlands entwickelt. Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen verleibte sich Valora erst die Bäckereikette Ditsch und den Brezelbäcker Brezelkönig ein. Vor einem Jahr schluckten die Eidgenossen dann Deutschlands erfolgreichste Selbstbedienungs-Bäckerei, Backwerk, für gut 190 Mio. Euro.

Mit Ditsch und Backwerk zur Nummer eins

Damit ist Valora auf einen Schlag zum größten Back-Snack-Anbieter hierzulande aufgestiegen. Der in Deutschland erzielte Jahresumsatz beträgt rund 257 Mio. Euro. Damit hat man die bis dato größte deutsche Bäckereikette, Kamps, überholt.

Längst ist Backwerk mehr als nur eine Billig-Bäckerei. Einzelne Filialen haben sich in „Genuss-Shops“ verwandelt. Neben Brötchen und Käse-Schinken-Croissants werden inzwischen Wraps, Salate, Kaffees und frisch gepresste Säfte verkauft. Damit macht Backwerk Starbucks Konkurrenz. Und das Konzept kommt gut an. Laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins Capital sind die Umsätze pro Backwerk-Filiale inzwischen mehr als doppelt so hoch wie bei Kamps oder Ditsch.

Künftig will der Schweizer Eigentümer noch mehr Schwung in das Geschäft von Backwerk bringen. Jeder Kunde soll dort bald mit dem Handy bezahlen können. Zudem tüftelt Valora an neuen Vertriebsideen. Valora-Chef Michael Müller und Backwerk-Chef Karl Brauckmann träumen davon, die Brezel(-Produktion) zu digitalisieren. Schon jetzt betreiben die Schweizer vier komplett rationalisierte Brezelfabriken in Deutschland, der Schweiz und den USA.

Als Vorbild hierfür dient Amazon. Der Online-Händler hat Anfang des Jahres mit AmazonGo den ersten Supermarkt ohne Kassen in Seattle eröffnet. Käufer legen die Waren direkt in ihre Einkaufstaschen und verlassen am Ende das Geschäft ohne dort zu bezahlen. Der Betrag wird automatisch vom Amazon-Konto des Nutzers abgebucht.

Unternehmensprofil

Valora beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter. Die etwa 2.800 kleinflächigen Verkaufsstellen von Valora mit einem Convenience- und Food-Angebot befinden sich an Hochfrequenzlagen in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Luxemburg, den Niederlanden und Frankreich. Zum Unternehmen gehören unter anderem die Brands k kiosk, Brezelkönig, BackWerk, Ditsch, Press & Books, avec, Caffè Spettacolo und die beliebte Eigenmarke ok. Hinzu kommt ein stetig wachsendes Angebot an digitalen Services. Außerdem betreibt Valora eine der weltweit führenden Produktionen von Laugengebäck.

Der Hauptsitz des Konzerns mit einem Jahresumsatz von über 2,6 Mrd. Schweizer Franken befindet sich in Muttenz, Schweiz.

Internet: www.valora.com

Gesunkenes Betriebsergebnis

Um im Wettbewerb bestehen zu können, arbeitet Valora zudem an neuen Verkaufsstellenformaten. Beispielsweise setzt der Konzern in der Schweiz, wo immer noch 60 % des Gesamtumsatzes generiert werden, seit kurzem auf handgemachte Produkte. Zudem testet Valora derzeit eine Partnerschaft mit Tchibo. Damit soll das sogenannte „Non-Food-Segment“ gestärkt werden. Außerdem will Valora seine Abhängigkeit vom Schweizer Markt weiter reduzieren.

Dennoch musste die Valora-Aktie zuletzt deutliche Kursverluste hinnehmen. Nach einem kräftigen Plus in den Vorjahren hat der Titel auf Jahressicht in Euro gerechnet gut 20 % an Wert eingebüßt. Grund ist die wachsende Konkurrenz durch die traditionellen Handelskonzerne wie Rewe und Edeka sowie das veränderte Kaufverhalten der Kunden. Die kaufen nämlich immer seltener gedruckte Zeitungen und Zeitschriften. In der Folge ist der Umsatz vieler Kioske und Verkaufsstände rückläufig.

Hinzu kam im ersten Halbjahr 2018 eine millionenschwere Abschreibung auf nicht weitergeführte Geschäftsbereiche. Dadurch ist der Reingewinn um 12,7 % auf 21 Mio. Schweizer Franken gesunken, obwohl das Betriebsergebnis (EBIT) um 3,8 % auf 36,0 Mio. Schweizer Franken gesteigert werden konnte. Der Umsatz legte um 7,6 % auf 1,04 Mrd. Schweizer Franken zu. Besonders gut lief es im Geschäft mit Verpflegungsständen, zu dem insbesondere die Übernahme von Backwerk beitrug.

Valora-Chef Michael Mueller ist dennoch überzeugt, die selbst gesteckten Ziele für das Gesamtjahr erreichen zu können. Für das Gesamtjahr 2018 erwartet Valora ein Betriebsergebnis in Höhe von 90 Mio. Schweizer Franken. Für risikobewusste Anleger könnte sich also ein Blick auf das Papier gerade jetzt lohnen.

Valora (ISN CH0002088976)

Quelle: investing.com │ Stand: 4.10.2018

Stefan Siebert, Redaktion AnlegerPlus



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