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5. September 2012   Wirtschaft

Chefsache

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In den letzten zehn Jahren stieg die Zahl weiblicher Führungskräfte. Bei den deutschen Spitzenunternehmen ist dieser Trend aber noch nicht angekommen.

In der deutschen Privatwirtschaft ist die Anzahl von Frauen in Führungspositionen in den Jahren 2001 bis 2010 von 22 % auf 30 % gestiegen. Bei deutschen Spitzenunternehmen sind Frauen in der Chefetage allerdings noch eine Seltenheit. Nur 3 % der Vorstandsmitglieder der 200 größten Unternehmen sind Frauen. Das zeigt der Führungskräfte-Monitor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). 2010 waren in Deutschland insgesamt 4 Mio. Personen als Führungskräfte in der Privatwirtschaft beschäftigt, davon waren 30 % Frauen.

Trotzdem verdienen Frauen in Führungspositionen weiter deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Die Verdienstlücke ging von 2011 bis 2010 von 30 % auf 21 % zurück und befindet sich somit auf dem Niveau des Gesamtarbeitsmarkts. Frauen verdienen laut DIW durchschnittlich 3.859 Euro pro Monat, während Männer in vergleichbarer Position ein Monatseinkommen von durchschnittlich 4.910 Euro haben. Im Vergleich arbeiten Frauen aber auch weniger. Durchschnittlich 45 Wochenstunden verbringen weibliche Führungskräfte an ihrem Arbeitsplatz, Männer hingegen kommen im Schnitt auf 47 Wochenstunden. Arbeitszeiten von mehr als 50 Stunden gibt es in Führungspositionen fast nur bei Männern – 14 % dieser Gruppe arbeiten sogar mehr als 60 Stunden die Woche.

Studienleiterin Elke Holst ist der Meinung, dass Frauen weniger arbeiten, weil sie mehr Familien- und Hausarbeit leisten müssen als Männer – auch wenn die Aufgabenteilung im Haushalt einer Frau mit Führungsposition meist gleichberechtigter ausfällt. Elke Holst fordert deshalb eine Öffnung der Unternehmenskultur, damit Frauen der Weg zur Führungsposition leichter gemacht wird. Dazu gehört unter anderem die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen als Unternehmensziel zu definieren und einen verbindlichen Zeitplan aufzustellen „mit klaren Größen, Verantwortlichkeiten und Sanktionen.“

Stephanie Wente, Redaktion AnlegerPlus



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