728x90leaderboard2

26. Februar 2013   Kommentar

China im Kommen

SprechblaseEdi.jpg

Vor einigen Wochen sorgte eine Meldung für Aufsehen, die den Einstieg des chinesischen Staatsfonds bei der Daimler AG verkündete.

Mittlerweile ist diese Meldung aus den Schlagzeilen verschwunden – auch weil bislang keine Stimmrechtsmitteilung bekannt wurde, die den potenziellen Einstieg untermauert. Dass China verstärkt in Europa investiert, ist jedoch schon lange kein Geheimnis mehr.

Erster Schritt Staatsanleihen
Die riesigen chinesischen Handelsbilanzüberschüsse werden schon seit Jahren dazu verwendet, Staatsanleihen von Euroländern zu kaufen. Mittlerweile dürfte sich das chinesische Engagement hier bereits im hohen dreistelligen Milliardenbereich bewegen. Damit schafft sich China ein enormes Drohpotenzial gegenüber den wichtigen Regierungen der Eurozone nach dem Motto: „Macht ihr nicht das, was wir wollen, werfen wir die Anleihen auf den Markt.“

Zweiter Schritt Infrastruktur
Doch Anleihen alleine dürften den Machthunger Chinas nicht befriedigen. So ist es kein Wunder, dass sich die im chinesischen Staatsbesitz stehende Reederei Cosco am Athener Hafen Piräus beteiligt hat. Cosco will Piräus zum größten Hafen des östlichen Mittelmeers umbauen und verspricht sich vor allem von der strategischen Stellung auf dem Weg nach Europa und zum Balkan Vorteile. In Portugal übernahm das chinesische Staatsunternehmen Three Gorges Corp. einen wesentlichen Anteil am Energieversorger EDP und ist mittlerweile mit Abstand größter Aktionär. Weitere China-Investments in europäische Infrastrukturprojekte dürften folgen.

Dritter Schritt?
Mittelfristig könnte China also Europa politisch dominieren. Doch damit nicht genug. Da China nicht für Kreativität und Technologieführerschaft bekannt ist, dürfte sich das Reich der Mitte über kurz oder lang die Technologieführerschaft erkaufen. Ein erster Schritt in diese Richtung könnte der kolportierte Einstieg bei der Daimler AG sein. Doch der DAX ist voll von Unternehmen, die in ihrer Branche zwar den Weltmarkt dominieren, aber keinen Großaktionär haben.

Siemens & Co. im Visier
Bestes Beispiel hierfür ist die Siemens AG. Als Technologieführer im Eisenbahn- und Kraftwerksbau drängt sich der Einstieg Chinas förmlich auf. Als Automobilhersteller hat Daimler ebenfalls keinen Großaktionär mehr, die bisherigen arabischen Investoren suchen gerade das Weite. Auch Infineon, Linde oder die Allianz könnten potenzielle Ziele für chinesische Investoren sein. Dem Aktienkurs würde ein Einstieg guttun.

Daniel Bauer, Vorstandsmitglied der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.



Diese Website verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung dieser Website, akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung und die Verwendung von Cookies und um Ihnen spezielle Services und personalisierte Inhalte bereitzustellen. Weiteres erfahren Sie unter der Rubrik Datenschutz.

X schließen