19. Mai 2020   Markt

Cloud, KI und Co. als Stützen in der Krise

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Der Technologiesektor (IT) ist global eines der wichtigsten Zugpferde der Weltwirtschaft. Das wird sich auch durch die aktuelle Coronapandemie nicht ändern. Im Gegenteil: In und nach der Krise werden neue digitale Lösungen verstärkt nachgefragt.

 

Der IT-Sektor von heute ist – anders als in früheren Zeiten – geprägt von soliden Bilanzen und starken Cashflows. IT umfasst dabei sämtliche Sektoren der Informations-, Kommunikations- und Datenverarbeitung. Global betrachtet profitieren die IT-Unternehmen von starken Gewinnwachstumsraten. Diese sind größtenteils der voranschreitenden Digitalisierung zu verdanken: Technologie ist heute in allen Branchen zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor geworden. Wer nicht mitzieht, bleibt im Wettbewerb schnell auf der Strecke. Unternehmen weltweit haben erkannt, wie wertvoll ihre Daten sind. Folglich erhöhen sich global die Investitionen in Softwarelösungen, Big Data, Künstliche Intelligenz und Cloud Computing.

 

Krise wirkt als Beschleuniger für Cloud-Lösungen

Die aktuelle Krise wirkt hier als Beschleuniger: Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen gewinnen immer mehr an Bedeutung und Unternehmen investieren zunehmend in Digitalisierungsmaßnahmen. Die Höhe der Investitionen schwankt allerdings je nach Branche stark. Die größte Bedeutung wird aktuell der Investition in Cloud-Kapazitäten beigemessen. Bereits in den vergangenen Jahren ist die Nutzung von Cloud-Diensten stark gestiegen, mehr als 70 % aller IT-Services werden inzwischen aus einer Cloud bereitgestellt.

 

In Zeiten von Home Office, Home Schooling & Co. dürfte sich der Trend zuletzt nochmals verstärkt haben. Denn Cloud-Lösungen bieten den Vorteil, dass Kapazitäten nicht lokal bereitgestellt werden müssen und je nach Bedarf einfach angepasst werden können. Während die Cloud größtenteils von den Unternehmen selbst betrieben wird, greifen sie für die der Cloud zugrunde liegenden Datenplattform fast ausschließlich auf externe Anbieter zurück. Zu den derzeit größten Cloud-Anbietern zählen Amazon, Microsoft, Alphabet und Alibaba. Die weltweit geschätzte Cloud-Durchdringung liegt aktuell erst zwischen 10 bis 20 %. Daran erkennt man das zukünftige Wachstumspotenzial des Marktes.

 

Softwareunternehmen mit Subskriptionsmodellen gut aufgestellt

Eine der großen Veränderungen der letzten Jahre war die Umstellung auf das Subskriptionsmodell. Das Geschäftsmodell ist alt: Zeitungsabonnements und Vereinsmitgliedschaften sind typische Formen. In der Digitalwirtschaft ist das Modell dagegen relativ neu. In großem Stil kam es bei „Software as a Service“ (SaaS) auf. Bezahlt wird üblicherweise eine monatliche Gebühr pro Anwender, oft ergänzt um eine Zusatzgebühr oberhalb eines genutzten Datenvolumens. Die Vorteile sind wiederkehrende Einnahmen, ein stabiler Cashflow und dauerhafte Kundenbindungen – man könnte auch von einer gewissen Abhängigkeit sprechen. Einige Softwareunternehmen können über 90 % ihrer Umsätze als wiederkehrend verbuchen. Das ist für Investoren gerade in Zeiten interessant, wenn die konjunkturelle Lage ungewiss ist.

 

Ein weiterer Wachstumsmarkt ist Künstliche Intelligenz (KI). KI ist in der Lage, selbstständig zu lernen, Fehler zu erkennen und zu korrigieren – und damit zukunftsweisend für viele Sektoren, u. a. kognitive Assistenten, Robotik, smarte Geräte, automatisierte Analysen, Bildverarbeitung und medizinische Diagnose.

 

Gute Investitionsmöglichkeiten für Anleger

Generell gilt: Technologieunternehmen bieten für Anleger gute Investitionschancen. Die Branche vereint größtenteils solide Bilanzen mit hohen Wachstumsraten, wodurch die erhöhten Bewertungen gerechtfertigt werden. Vor allem die Softwarebranche ist spannend. In ihr konzentriert sich ein hohes, skalierbares Wachstum durch tendenziell wachsende Digitalisierungsinvestitionen. Ihren Anlegern bietet sie auch in unsicheren Zeiten stetige Cashflows.

 

 

Autor

René Kerkhoff ist seit März 2017 im Bereich Research & Portfoliomanagement tätig. Er verantwortet die Sektoren Technologie, Automotive sowie Retail. Darüber hinaus ist er verantwortlich für den DJE – Mittelstand & Innovation. Nach seinem abgeschlossenen Studium der Betriebswirtschaftslehre, mit Schwerpunkt Finanzwissenschaft, sammelte er Erfahrung im Equity Research einer Münchner Investmentbank, bevor er zur DJE Kapital AG kam.

 

Dieser Beitrag ist ursprünglich erschienen in der AnlegerPlus-Ausgabe 4/2020.


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