15. März 2021   Wirtschaft

Corona befördert „Digital Gap“ im Mittelstand

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Die Coronapandemie hat im vergangenen Jahr einen Schub bei der Digitalisierung im deutschen Mittelstand ausgelöst. Bis Januar 2021 hat jedes dritte mittelständische Unternehmen seine Digitalisierung ausgeweitet (33 %), wie der aktuelle KfW-Digitalsilierungsbericht zeigt. Allerdings hinken die kleineren Betriebe hinterher.

 

Digitalisierungsmaßnahmen waren offenbar ein wichtiges Hilfsmittel, die negativen Auswirkungen der Coronakrise zu bewältigen. Dies lässt sich laut KfW daran ablesen, dass vor allem Unternehmen, die spürbar – aber nicht existenziell – von der Krise betroffen sind (41 %) und mit einer langen Krisendauer rechnen (39 %) ihre Digitalisierungsanstrengungen ausgeweitet haben. Das bedeute zugleich, dass es sich bei den durchgeführten Vorhaben um schnell umsetzbare und kurzfristig wirksame Vorhaben handele. Dagegen geht die KfW davon aus, dass langfristige und strategisch bedeutsame Vorhaben aufgrund der angespannten finanziellen Lage häufiger zurückgestellt wurden. Zudem hat ein Drittel (33 %) der Mittelständler hierzulande 2020 unverändert keine Digitalisierungsmaßnahmen durchgeführt.

Somit besteht nach Ansicht der KfW wenig Anlass zur Hoffnung, dass die deutsche Wirtschaft perspektivisch bei der Digitalisierung gegenüber ihren internationalen Wettbewerbern aufholt. Aktuell erreicht Deutschland bei der Verbreitung digitaler Technik in der Wirtschaft im internationalen Vergleich allenfalls einen Platz im Mittelfeld. In den Jahren vor Corona hatten die Digitalisierungsanstrengungen im Mittelstand hierzulande sogar abgenommen, wie die repräsentative Analyse von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels belegt: Zwischen 2017 und 2019 setzten nur 30 % der mittelständischen Unternehmen ein Digitalisierungsvorhaben um (-10 Prozentpunkte ggü. Vorperiode 2016-2018).

Im Corona-Jahr 2020 haben nun vor allem große Mittelständler (50 und mehr Beschäftigte) mit einem Anteil von 58 % ihre Digitalisierungsanstrengungen ausgeweitet. Unter den kleinen Unternehmen (unter fünf Beschäftigte) beträgt dieser Wert dagegen nur 32 %. „Die Digitalisierung ist ein Hoffnungsträger für die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in breiten Teilen der Wirtschaft und für das Wiederanspringen der Produktivitätsentwicklung. Für den Mittelstand gilt es, mit dem erwarteten Abflauen der Krise im weiteren Verlauf dieses Jahres das Momentum bei der Digitalisierung weiterzuführen und über Homeoffice und Videokonferenzen als neue Errungenschaften hinauszugehen“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

 

Redaktion AnlegerPlus

Foto: Gerd Altmann von Pixabay



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