12. März 2020   HV-Bericht

DBAG: Spürbar verbessert

Sprbar verbessert

Im vergangenen Geschäftsjahr konnte die DBAG das Konzernergebnis auf 45,9 Mio. Euro (Vj. 29,7 Mio. Euro) spürbar verbessern. Ursprünglich waren maximal 38 Mio. Euro in Aussicht gestellt und diese Prognose ist im Juli 2019 sogar noch nach unten korrigiert worden. Dass es besser kam, ist vor allem der Minderheitsbeteiligung an inexio, einem schnell wachsenden Anbieter von Glasfaseranschlüssen, zu verdanken, die im September 2019 zum 7,5-Fachen der Anschaffungskosten veräußert werden konnte.

Die Transaktion zeigt einmal mehr, dass sich Beteiligungserträge kaum planen lassen. Immer wieder kommt es zu Überraschungen. Noch inklusive inexio umfasste das Portfolio der DBAG zum Bilanzstichtag 22 Unternehmen.

 

Branchenfokus verändert

Die Branchenausrichtung der Beteiligungsgesellschaft hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Waren vor sechs Jahren noch 94 % des Kapitals in die Kernsektoren Maschinen- und Anlagenbau, Automobilzulieferer, industrielle Komponenten und Industriedienstleistungen investiert, hat sich der Anteil dieser Branchen seither auf 44 % halbiert. Dafür sind jetzt 39 % des Kapitals in den neuen Fokussektoren Breitband-Telekommunikation, IT-Services/Software und Healthcare angelegt.

Wie Vorstandschef Torsten Grede auf der diesjährigen Hauptversammlung (HV) am 20. Februar aufzeigte, sei der Umbau des Portfolios die richtige Entscheidung gewesen. In großen Teilen der deutschen Industrie sei es nur noch schwer möglich, auskömmliches Wachstum zu erzielen. Ganz anders sieht es in den Fokussektoren aus, in denen Umsatz und EBITDA im vergangenen Jahr um rund 30 % zulegten.

 

Beim Ausbau des Unternehmens als Plattform für Eigenkapitallösungen für den deutschen Mittelstand gibt es ebenfalls Fortschritte. Künftig will die DBAG vor allem Familienunternehmen langfristig Eigenkapital zur Verfügung stellen.

Darüber hinaus wird das Fondsgeschäft weiter ausgebaut. Nachdem inzwischen Kapitalzusagen von mehr als 1 Mrd. Euro eingegangen sind, hat der Vorstand die Auflage des DBAG Fund VIII in die Wege geleitet. Mit dessen Platzierung steigt das von der DBAG verwaltete und beratene Vermögen auf 2,5 Mrd. Euro stark an. Damit wird sich das Ergebnis aus der Fondsberatung weiter erhöhen. Im vergangenen Jahr ging dessen Beitrag nur infolge der durchgeführten Verkäufe auf 28,2 Mio. Euro (Vj. 29,7 Mio. Euro) leicht zurück.

 

Günstige Bewertung

Mit einer Anhebung auf 1,50 Euro (Vj. 1,45 Euro) beschloss die HV die vierte Dividendenerhöhung in Folge. Und es steht die Aussage, dass die Ausschüttung in den kommenden Jahren mindestens stabil gehalten und wenn möglich gesteigert werden soll.

Nachdem der Aktienkurs in der allgemeinen Marktschwäche der letzten Wochen bis auf 29,10 Euro nachgegeben hat, würde dies eine Dividendenrendite von stattlichen 5,2 % bedeuten. Bei einem Bilanzgewinn von 178 Mio. Euro könnte auch bei zwischenzeitlich schwächeren Ergebnissen eine stabile Dividende gezahlt werden. Die Aktie notiert aktuell außerdem sogar unter dem Nettovermögenswert, der sich zum Bilanzstichtag mit 31,40 Euro errechnete.

Positiv ist der steigende Anteil der Erlöse aus der Fondsberatung zu werten. Zudem sollte die DBAG mit der veränderten Branchenausrichtung von den Auswirkungen der Corona-Krise deutlich weniger betroffen sein, als dies in der früheren Struktur der Fall gewesen wäre. Alles in allem erscheint die DBAG-Aktie auf dem gedrückten Niveau also durchaus einen Blick wert.

 

Bild: Wokandapix auf Pixaby

 

Matthias Wahler, Redaktion AnlegerPlus



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