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10. Oktober 2019   Markt und Werte

Der Überflieger aus Ellwangen

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Die Aktie von VARTA steht an der Börse unter Strom. Seit Jahresanfang hat sich die Notierung beinahe vervierfacht. Vor allem das Geschäft mit kabellosen Kopfhörern boomt und davon profitiert der Konzern.

 

Fällt der Name VARTA, denken nicht nur viele Börsianer immer noch an Haushalts- oder Autobatterien. Doch damit hat die börsennotierte VARTA von heute kaum noch etwas zu tun. Nach der Aufspaltung des Konzerns ist die VARTA AG über ihre Tochtergesellschaften VARTA Microbattery GmbH und VARTA Storage GmbH überwiegend in den Geschäftssegmenten Microbatteries und Power&Energy tätig.

Zum Portfolio gehören beispielsweise Kleinstbatterien unter anderem für Hörgeräte. Und dieses Geschäft läuft gut, da die Zahl älterer Menschen zunimmt und viele von ihnen ein Hörgerät benötigen.

 

Noch besser hat sich aber ein anderer Markt entwickelt: der für kabellose Kopfhörer. Heutzutage setzen Smartphone-Nutzer nämlich zunehmend auf Mini-Kopfhörer, mit denen sich freihändig telefonieren lässt. Zum Betrieb der Kopfhörer sind wiederaufladbare Mikrobatterien nötig. Hier kommt es vor allem auf Qualität an. Und da kommen laut Experten VARTA-Produkte ins Spiel. Denn VARTA-Batterien sollen lange halten, bevor sie aufgeladen werden müssen. Fondsmanager Björn Glück von Lupus Alpha spricht in diesem Zusammenhang von einem „Markt mit großen Wachstumschancen“.

 

Setzt Apple auf VARTA?

Auch in den AirPods von Apple sollen VARTA-Mikrobatterien im Einsatz sein. Offiziell bestätigen will das der Batteriehersteller mit Sitz in Ellwangen im Osten Baden-Württembergs nicht. VARTA-Chef Herbert Schein darf die Namen seiner Kunden nicht verraten.

Über die Geschäftsentwicklung äußert er sich aber gern. Denn die läuft prächtig. „Wir stehen am Anfang eines großen Booms bei den Lithium-Ionen-Batterien für kabellose Premium-Kopfhörer, von dem wir am stärksten profitieren“, sagt er.

 

Trotzdem hat Commerzbank-Analyst Stephan Klepp seine Schätzungen für die Verkaufszahlen der Lithium-Ionen-Mikrobatterien von VARTA für dieses Jahr reduziert, ließ die Prognosen für 2020/21 aber unverändert. Zudem könnte VARTA im Jahr 2020 weitere Kunden gewinnen wie Huawei, Xiaomi, Google und Amazon. Zu harsche Kursreaktionen wären nach Meinung von Klepp Kaufgelegenheiten. Mit seinem von 110 auf 108 Euro gesenkten Kursziel ist er so optimistisch wie derzeit kein anderer Analyst.

 

Produktion soll steigen

Um die wachsende Nachfrage zu bedienen, will VARTA deutlich mehr Lithium-Ionen-Batterien herstellen als zuletzt angekündigt. Bis 2022 soll die Produktion auf über 150 Millionen Zellen jährlich erweitert werden, teilte das SDAX-Unternehmen mit. Erst vor wenigen Monaten hatte VARTA angekündigt, die jährliche Kapazität zum Jahresende 2020 auf mehr als 100 Millionen Zellen anheben zu wollen. VARTA strebt 2020 eine weltweit führende Stellung bei Lithium-Ionen-Zellen an mit einem Marktanteil von mehr als 50 %.

Für die zusätzliche Kapazitätserweiterung benötige VARTA ein Investitionsvolumen von rund 130 Mio. Euro, hieß es. Dieses soll aus dem Mittelzufluss aus der operativen Geschäftstätigkeit in Verbindung mit weiteren Kundenanzahlungen finanziert werden. Darüber hinaus stehe dem Konzern eine Kreditlinie von 80 Mio. Euro zur Verfügung.

 

Aktie ist ein Überflieger

Angesichts der glänzenden Zukunftsperspektiven gehören die Papiere des Batterieherstellers in diesem Jahr zu den wenigen Überfliegern im SDAX mit einem Kurswachstum von rund 240 %. Seit dem Börsengang im Herbst 2017 hat sich der Aktienkurs nahezu vervierfacht. Erst Anfang Oktober kletterte der Titel nach einer mehrwöchigen Konsolidierung zwischenzeitlich auf ein neues Rekordhoch bei 94,80 Euro.

Commerzbank-Analyst Klepp traut der Aktie aber eine Fortsetzung ihres Wachstumskurses zu. Sein Kursziel liegt, wie bereits oben erwähnt, bei 108 Euro. Außerdem bestätigte er zuletzt seine Kaufempfehlung. „Vergessen sie den Ausblick, er ist ohnehin zu tief gestapelt“, schrieb der Experte. Der Boom bei Lithium-Ionen-Batterien gehe bei VARTA erst los. Wer daran glaubt, könnte Kursrücksetzer zum Aufbau einer ersten Position nutzen.

Stefan Siebert, Redaktion AnlegerPlus



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