4. Januar 2011   Finanzen

Deutsche Einlagensicherung mit Schwächen

Fotolia2491925L2

Seit Jahresanfang gilt für alle Bankinstitute innerhalb der EU eine gesetzlich vorgeschriebene Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Bankinstitut. Die bisher gültige Eigenbeteiligung von 10% entfällt künftig. Zur Sicherung aller darüber hinausgehenden Beträge haben sich viele Banken einem freiwilligen Einlagensicherungsfonds angeschlossen. Und genau hier könnten sich für den Sparer Probleme auftun.

Für den deutschen Sparer hat sich auf den ersten Blick die Sicherheit seines bei Banken geparkten Geldvermögens zum 1.1.2011 verbessert. Denn seit dem Jahreswechsel gilt innerhalb der EU eine gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Bankinstitut (bisher in Deutschland 50.000 Euro). Die Einlagensicherung bezieht sich auf Sicht-, Termin- und Spareinlagen und auf den Namen lautende Sparbriefe, also Giro-, Tages- und Festgeldkonten, Sparbücher, Sparbriefe und Banksparpläne. Verbindlichkeiten, über die eine Bank Inhaberpapiere ausgestellt hat, wie zum Beispiel Inhaberschuldverschreibungen und Inhabereinlagenzertifikate, werden dagegen nicht geschützt. Bei einer Insolvenz erhalten die Kunden des betroffenen Institutes innerhalb von 30 Arbeitstagen ohne Selbstbeteiligung (bisher 10%) die Entschädigung bis zu dieser Höchstgrenze.

Zusätzlich zu dieser gesetzlichen Einlagensicherung können private Banken freiwillig im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. mitwirken. Der Schutz des Einlagensicherungsfonds beginnt dort, wo die gesetzliche Sicherung aufhört. Er übernimmt im Falle der Insolvenz eines mitwirkenden Institutes die Einlagenteile, welche die 100.000 Euro-Grenze übersteigen, bis zur Sicherungsgrenze in Höhe von 30 % des haftenden Eigenkapitals. Das Mindesteigenkapital einer Bank liegt in Deutschland bei 5 Mio. Euro, damit wären pro Anleger mindestens 1,5 Mio. Euro geschützt (Voraussetzung mindestens drei Jahre Zugehörigkeit zum Fonds). Genossenschaftsbanken und Sparkassen bieten ebenfalls eine freiwillige Einlagensicherung.

Diese freiwillige Einlagensicherung ist aber offenbar nicht einklagbar und damit im Zweifel bzw. Streitfall wertlos. Der Börsenbrief DER PRIVATINVESTOR berichtet in der Ausgabe 52/2010 von einem Urteil des Landgerichts Berlin (Az. 10 O 360/09), wonach Sparer keinen Rechtsanspruch auf die Beträge der freiwilligen (nicht gesetzlichen) Sicherungssysteme haben. Den Besitzern größerer Geldvermögen bleibt daher nur, ihr Vermögen auf mehrere Institute oder innerhalb der Familie auf unterschiedliche Konten zu verteilen, wenn sie auf Nummer sicher gehen wollen.

Redaktion AnlegerPlus



Diese Website verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung dieser Website, akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung und die Verwendung von Cookies und um Ihnen spezielle Services und personalisierte Inhalte bereitzustellen. Weiteres erfahren Sie unter der Rubrik Datenschutz.

X schließen