24. August 2020   Investment

Die Fonds-Schlichter

Die Fonds Schlichter

Wenn Verbraucher sich über einen Vermögensverwalter beschweren möchten, können sie sich an die Ombudsstelle für Investmentfonds wenden. Wie häufig wurden die Schlichter 2019 aktiv?


Um kostengünstige und effektive Lösungen bei Streitigkeiten rund um Fondsinvestments zu ermöglichen, richtete der Fondsverband BVI im Jahr 2011 eine unabhängige Ombudsstelle ein, an die sich Anleger wenden können. Die Schlichtungsvorschläge des Ombudsmanns haben bis zu einem Beschwerdewert von 10.000 Euro eine Bindungswirkung gegenüber den betroffenen Mitgliedsunternehmen im BVI. Über 50 Kapitalanlagegesellschaften, Banken und weitere Unternehmen bieten eine Streitschlichtung bei der Ombudsstelle an.

 

2019 gingen bei der Ombudsstelle für Investmentfonds 91 Anfragen ein, was fast genau dem Vorjahreswert von 90 entspricht. In 44 Fällen handelte es sich nicht um Schlichtungsanträge, sondern um allgemeine Anfragen, welche die Ombudsstelle im Rahmen der zulässigen Grenzen beantwortete. Fünf Eingaben lagen außerhalb der Zuständigkeit der Ombudsstelle, weil sie beispielsweise nicht das Fondsgeschäft betrafen oder sich gegen Unternehmen richteten, die nicht an die Ombudsstelle angeschlossen sind.

Damit blieben 42 Anträge im Zuständigkeitsbereich der Ombudsstelle, einer mehr als im Vorjahr. In 19 Fällen konnten sich die Beteiligten unter Mitwirkung der Ombudsstelle bereits im Vorverfahren einigen, bevor es zu einem Schlichtungsspruch kam. Zwölfmal akzeptierten die Unternehmen das Verbraucherbegehren komplett, dreimal kam es zu einem Kompromiss. In vier Fällen wurde die Streitigkeit geklärt, indem die Verbraucher über aufgekommene Missverständnisse aufgeklärt wurden.

Drei Verbraucher nahmen ihre Schlichtungsanträge zurück, da sie das Verfahren nicht weiterführen wollten. In drei weiteren Fällen lag aus Sicht des Ombudsmanns kein ausreichender Schlichtungsantrag vor. Eine Streitigkeit war bereits durch ein Gerichtsurteil entschieden worden und zu einem Fall hatte es bereits ein Schlichtungsverfahren gegeben.

 

Damit waren noch 15 Fälle übrig, in denen der Ombudsmann Schlichtungs- oder Vergleichsvorschläge erließ. Diese fielen in zwei Fällen zugunsten der Antragssteller aus. 13 Mal stufte der Ombudsmann die Schlichtungsanträge als unbegründet ein.

Die Unternehmen, gegen die sich die Beschwerden richteten, akzeptierten die Vorschläge des Ombudsmanns ausnahmslos, auch wenn diese sich gegen sie richteten. Nur in einem Fall akzeptierte ein Verbraucher einen Schlichtungsvorschlag zu seinen Lasten. Damit konnte gut die Hälfte der Verfahren, für die Ombudsmänner zuständig waren, einvernehmlich beendet werden.

Inhaltlich bezogen sich die meisten Beschwerden auf die Depotführung und Altersvorsorgeverträge. Die weiteren Anfragen betrafen die Verwaltung und den Vertrieb von Investmentfonds.

 

Bild von succo auf Pixabay

Redaktion AnlegerPlus



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