728x90leaderboard.2020

28. September 2020   Wirtschaft

Die Reichen werden reicher

Die Reichen werden reicher

Trotz politischer und handelspolitischer Konflikte ist das globale Geldvermögen im vergangenen Jahr so schnell gewachsen ist wie seit 2005 nicht mehr. Allerdings profitierten nicht alle gleichermaßen davon. Dies ist nur eines der Ergebnisse des aktuellen Allianz Global Wealth Reports.


Weltweit stieg demnach das Bruttovermögen 2019 um 9,7 % auf den Rekordstand von 192 Billionen Euro und die Kapitalmärkte bejubelten die Finanzspritze der Zentralbanken in das System. Zentralbanken und Regierungen könnten nach Ansicht der Studienautoren auch in diesem Jahr die Retter sein: Wenn man die erste Jahreshälfte als Indiz nehme, könnten ihre Schritte, um die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 abzufedern, den privaten Haushalten helfen, ihr Geldvermögen im Jahr 2020 zu erhalten.

Die Schere geht weiter auseinander: 2019 vergrößerte sich das Wohlstandsgefälle zwischen reichen und armen Ländern erneut, so dass der Unterschied im Nettovermögen pro Kopf vom 19-fachen im Jahr 2016 auf das 22-fache anstieg. Das ist zwar noch weit vom Rekordabstand zur Jahrtausendwende entfernt (damals betrug der Abstand das 87-fache), die Entwicklung ist aber beunruhigend.

 

Die Anlagen in Wertpapiere - Aktien, Anleihen und Investmentfonds - sind im vergangenen Jahr um 13,7 % im Wert gestiegen und erreichten mit 77 Billionen Euro ein Rekordhoch. Die beiden anderen Anlageklassen – Bankeinlagen sowie Lebensversicherungen und Pensionsfonds – konnten zwar nicht ganz mit dem Aufschwung der Wertpapiere mithalten, gaben aber ebenfalls keinen Anlass zur Sorge: Die Ansprüche aus Lebensversicherungen und Pensionsfonds stiegen um 8,1 % auf 58 Billionen Euro, während die Bankeinlagen der privaten Haushalte um 6,7 % auf 52 Billionen Euro zunahmen. All dies führte zu einem Rekordjahr für die Sparer. Gemessen am durchschnittlichen Pro-Kopf-Haushaltsvermögen blieben die USA das vermögendste Land; gefolgt von der Schweiz, den Niederlanden, Singapur und Taiwan auf den Rängen 2-5.

Die größten Nutznießer dieser Entwicklung im Jahr 2019 waren ebenfalls die reichsten Regionen der Welt – Nordamerika und Ozeanien – mit einem Wachstum des Bruttovermögens der Haushalte um jeweils 11,9 %. Trotz ihres Wachstumskurses fielen die Schwellenländer im Aufholprozess hinter die Industrienationen zurück. Zudem sank die Zahl der Haushalte, die sich als globale Mittelklasse qualifizieren, von mehr als 1 Milliarde im Jahr 2018 auf unter 800 Millionen im Jahr 2019.

Die reichsten 10 % dagegen – 520 Millionen Haushalte mit einem Nettovermögen von mindestens 240.000 Euro – besaßen rund 84 % des Gesamtvermögens. Von diesen wiederum besaß das oberste 1 % – diejenigen mit mehr als 1,2 Mio. Euro Nettovermögen - fast 44 %. Das durchschnittliche Nettovermögen pro Kopf veranschaulicht die Kluft zwischen reichen und armen Ländern: Es war mit 198.000 Euro in Nordamerika am höchsten und mit 5.160 Euro in Osteuropa am niedrigsten.

Der komplette Global Wealth Report 2020 ist hier abrufbar.

 

Redaktion AnlegerPlus



Diese Website verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung dieser Website, akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung und die Verwendung von Cookies und um Ihnen spezielle Services und personalisierte Inhalte bereitzustellen. Weiteres erfahren Sie unter der Rubrik Datenschutz.

X schließen