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18. Februar 2019   Gastbeitrag

Droht eine Enteignung von Sparern und Bargeldbesitzern?

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Die Zeichen stehen auf Sturm, und man wappnet sich. Zweifellos steht eine Rezession vor der Tür. Die Frage ist nur, wie heftig sie dieses Mal wird nach einem von den Notenbanken künstlich erzeugten jahrelangen Boom.

 

Eine Rezession ist der Gau für die Notenbanken, insbesondere für die EZB, die seit 2009 eine vollkommen kranke Notenbankpolitik betreibt. Niedrige Zinsen und viel ultrabilliges Geld sind der Plan von Mario Draghi und Co. Jedoch lassen sich die Probleme mit der Druckerpresse nicht nachhaltig lösen, sondern höchstens in die Zukunft verschieben.

Wer jedoch denkt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Pulver seit der letzten Krise bereits verschossen hat, der irrt gewaltig. Die Notenbankpolitik von EZB-Chef Draghi hat Deutschland laut dem ehemaligen Wirtschaftsweisen Prof. Dr. Hans-Werner Sinn bereits 700 Mrd. Euro gekostet. Das sind jedoch Peanuts im Vergleich zu dem, was uns in Zukunft erwarten wird. Jetzt geht es offensichtlich bald ans Eingemachte: unser Bargeld und unsere Ersparnisse von über 6 Billionen Euro.

 

Drastische Negativzinsen

In der nächsten Krise wird die EZB die Zinsen noch weiter senken, um die Konjunktur zu stimulieren. Dies wird jedoch die Flucht in das Bargeld massiv beschleunigen, da man für Geld auf dem Konto keine Zinsen mehr erhält, sondern ganz im Gegenteil auf sein Erspartes eine Gebühr bezahlen muss. Auf dem Sparbuch verliert man dank Negativzins also Geld – und Inflation kommt noch on Top. Bei manch einer Bank ist dies schon Usus. Zuletzt bei einer der größten Sparkassen der Republik, der Haspa in Hamburg. Zudem zahlen viele Bankkunden seit einigen Jahren Kontoführungsgebühren, obwohl sie immer mehr selbst machen und kaum noch die Filialen aufsuchen.

Sparer sollen ganz klar vom Sparen abgehalten und zum Konsumieren gezwungen werden. Altersvorsorge wird offensichtlich vollkommen überbewertet. Hauptsache, man erhält das System auf Kosten der Bürger so lange wie möglich am Leben. Das Problem ist jedoch, dass der Bürger das perfide Spiel schnell durchschauen, sein Geld abheben und unverzinstes Bargeld horten wird. Dies hat auch den enormen Vorteil, bei einer erneuten Krise nicht Opfer der Gläubigerbeteiligung (Bail-In) zu werden. Hier wird man im Extremfall ab 100.000 Euro enteignet. Bargeld hat den weiteren Vorteil, bei einer erneuten Krise nicht dafür zu Kasse gebeten werden können, wenn die Bank sich verzockt hat. Denn ab 100.000 Euro ist im schlimmsten Fall das Geld schlicht und einfach weg. Inwieweit die 100.000 Euro in einer Krisensituation tatsächlich haltbar sind, ist äußerst fraglich.

Erst wer sein Geld physisch abhebt, ist auch dessen Eigentümer. Zu wenige Menschen wissen um diesen essentiellen Fakt. Folglich wird es Abhebungsbeschränkungen geben. Wer seine Konten bereits leergeräumt hat, sollte seinen Jubel jedoch unverzüglich beenden. Um diesem Schutz für uns Bürger einen Riegel vorzuschieben, haben die IWF-Ökonomen Ruchir Agarwal und Signe Krogstrup etwas ganz besonderes ausgeheckt. Da man Bargeld auf die Schnelle und auf Grund seiner Popularität nicht abschaffen kann und will, steht eine neue sexy Alternative zur Debatte.

 

Parallelwährungen

Die Geldmenge wird in die zwei Parallelwährungen Bargeld und elektronisches Geld (Buchgeld; Sicht- und Spareinlagen) unterteilt. Auf das Buchgeld fallen Negativzinsen an. Gleichzeitig soll das Bargeld einen bestimmten Umrechnungskurs gegenüber Buchgeld bekommen.

Der Umtauschkurs wird so festgelegt, dass das Halten von Bargeld immer exakt genauso unattraktiv ist, wie wenn man das Geld auf dem Konto lässt. Beispielsweise würde bei einem Negativzins von -5 % Bargeld pro Jahr um 5 % gegenüber den Einlagen abgewertet. Nach einem Jahr ist ein Euro Bargeld eben nur noch 0,95 Euro elektronisches Geld wert. Somit ist es vollkommen egal, ob man Bargeld hält oder das Geld auf dem Konto belässt. Mit dieser Methode besteht die Möglichkeit, auch ohne Bargeldverbot uns Bürger richtig abzukassieren. All das klingt heute noch abstrus. Im Zuge der nächsten Krise wird uns dann dieser Wahnsinn jedoch als alternativlos verkauft, um den Euro und die EU und folglich Europa zu retten. Dann bleibt nur noch die Flucht in mobile Sachwerte wie beispielsweise Edelmetalle. Bitte vergessen Sie jedoch nicht:

Nichts ist alternativlos, und die Krise wird jemand bezahlen müssen und das sind wir, denn nicht der Staat geht Pleite, sondern seine Bürger.

Die Idee ist bereits ein halbes Jahr alt. Interessanterweise hat Signe Krogstrup diese mit Katrin Assenmacher-Wesche verfasst. Letztere ist übrigens Abteilungsleiterin für geldpolitische Strategie bei der EZB.

 

Autoren

Die beiden Ökonomen, Querdenker, Redner und unabhängigen Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben gemeinsam vier Bestseller „Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2013. Im Jahr 2014 „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“. 2016 „Kapitalfehler - Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“. Im April 2017 ist ihr viertes Buch „Sonst knallt‘s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“, das sie gemeinsam mit Götz Werner (Gründer des Unternehmens dm-drogerie markt) geschrieben haben, erschienen. Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.de

 

Matthias Weik und Marc Friedrich



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