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8. Juni 2018   Markt & Werte

Edel - Hier ist Musik drin!

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Das Hamburger Medienunternehmen Edel AG investiert kräftig. Das schafft hervorragende Wachstumsperspektiven in einem positiven Marktumfeld. Und der Aktienkurs hat noch Luft nach oben.

In der Dezemberausgabe 2017 der AnlegerPlus News haben wir die Edel AG mit einem mittelfristigen Kursziel von 4,50 Euro in unsere Nebenwerteliste aufgenommen. Der Kurs lag damals wie heute bei rund 3,43 Euro. Die Chance auf ein aussichtsreiches Investment mit dem kleinen Nebenwert lebt also weiterhin.

Das Hamburger Familienunternehmen übernimmt als Full-Service-Anbieter für die Musik-, Film- und Buchbranche die Vermarktung und Fertigung sowie den Vertrieb und die Distribution von CDs, DVDs, Schallplatten und Büchern. Zu den größten Kunden zählen Konzerne wie Warner, Sony und Universal.

Gewinnprognose steht noch

Das Geschäftsjahr des Medienunternehmens endet immer am 30. September eines Jahres. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2017/2018 konnte der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr um 8 % auf 106,1 Mio. Euro gesteigert werden. Das entspricht einem Umsatzzuwachs um 7,5 Mio. Euro. Mit 5,0 Mio. Euro steuerte die Fertigungs- und Logistik-Tochter optimal media einen Großteil des Wachstums bei.

Die Investitionen wurden zum Halbjahr im Vorjahresvergleich mehr als verdoppelt (von 7,2 Mio. Euro auf 15,8 Mio. Euro). Und dennoch kletterte das EBIT um 9 % auf 6,4 Mio. Euro. Unter dem Strich stand schließlich ein Überschuss von 3,6 Mio. Euro, 20 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Positiv hat sich auf das Ergebnis ausgewirkt, dass die Zinsaufwendungen um 540.000 Euro zurückgegangen sind. Dies hatte seinen Grund darin, dass eine mit 7 % (p. a.) verzinste Unternehmensanleihe im vergangenen Jahr vorzeitig getilgt werden konnte.

Im laufenden Fiskaljahr soll der Nettogewinn um 40 % auf 6,4 Mio. Euro gesteigert werden. Das scheint angesichts des traditionell schwächeren zweiten Halbjahres noch ein weiter Weg zu sein. Doch das Management geht davon aus, das Gewinnziel zu erreichen. Denn in den kommenden Monaten sollen die positiven Effekte aus den Investitionen bei optimal media voll zum Tragen kommen. Zudem könnte Edel von der Insolvenz der Berliner Buchbinderei Stein + Lehmann profitieren.

Fit für die Zukunft

Was hat es mit den Investitionen auf sich? Im ersten Quartal 2018 wurde bei optimal media das größte Investitionsprogramm in der bisherigen Unternehmensgeschichte abgeschlossen. Für insgesamt 24 Mio. Euro wurden die Fertigungskapazitäten ausgebaut und das Produktportfolio in den Bereichen Druckerei, Druckverarbeitung und -veredelung deutlich erweitert. Die Edel-Tochter stellt Multimedia-Drucksachen und -Verpackungen, Foto- und Kunstbände, Bücher, Kataloge und Magazine her. Ebenfalls zum Sortiment gehören CDs, DVDs, Blu-Rays und Schallplatten.

Unter strategischen Aspekten ist, man glaubt es kaum, vor allem der Vinylbereich sehr interessant. Hier produziert optimal media schon seit mehreren Jahren an der Kapazitätsgrenze. Deshalb werden in diesem Jahr neun Schallplatten-Pressmaschinen gekauft, wodurch sich die Produktionskapazität im Vinylbereich auf circa 28 Mio. Tonträger erhöht. Geplant ist, dass sich die Ausgaben für die neuen Maschinen innerhalb von zwei Jahren amortisieren.

Auf Erfolgskurs ist auch die Tochtergesellschaft Kontor New Media, die zu den führenden Digitalvertrieben Europas zählt. Das Unternehmen profitiert enorm vom Wachstum der Streaming-Plattformen wie Spotify und Apple Music. Im ersten Halbjahr 2017/2018 konnte Kontor New Media den Umsatz um 1,6 Mio. Euro auf 19,5 Mio. Euro steigern. Die Gesellschaft ist ein integraler Bestandteil des Musikgeschäfts und dürfte auch künftig mit hohen Umsatzzuwächsen glänzen.

Im Verlagsgeschäft ist Edel mit sechs Buchverlagen gut aufgestellt. Die aufgelegten Bücher erreichen häufig Top-Platzierungen in den Bestsellerlisten – vor allem solche aus den Bereichen Gesundheit, Fußball und Kochen. Positiv zu werten ist daher auch die Buchbinde-Anlage von optimal media, die seit März 2018 vollständig in Betrieb ist. Dadurch verringern sich die Kosten für das zuvor ausgelagerte Binden von Büchern, was die Marge des Verlagsgeschäfts nach oben treibt.

Gute Chancen

Noch präsentiert sich die Edel in der Rechtsform einer AG. Doch die letzte Hauptversammlung hat die Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) beschlossen. In der KGaA eines Familienunternehmens kann beispielsweise die Familie als Komplementärin größeren Einfluss auf die Geschäftspolitik nehmen als in der AG. Dieses „mehr“ an Einfluss geht zulasten der Einflussmöglichkeiten des Streubesitzes.

Bei Edel soll Dr. Jonas Haentjes, Sohn des Gründers Michael Haentjes, geschäftsführendes Verwaltungsratsmitglied der Komplementärin werden. Solange sich die Zielsetzung der Familie mit denen des Streubesitzes deckt, und weiter Wachstum sowie eine ausgewogene Diversifizierung der Geschäftsaktivitäten angestrebt wird, sollte die Aktie das Potenzial haben, sich in Richtung unseres Kursziels zu entwickeln. Die Bewertung der Aktie scheint bei einem erwarteten KGV für 2019 in Höhe von 11 und entsprechenden Wachstumsaussichten jedenfalls nicht ausgereizt. Außerdem winkt ja auch noch eine Dividendenrendite von rund 3 %.

 

edel AG (ISIN DE0005649503)

Quelle: investing.com │ Stand: 8.6.2018

 

Martin Münzenmayer, Redaktion AnlegerPlus

Hinweis: Der Autor hält Aktien der Edel AG.




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